Theater im Wohnzimmer

Kategorie: Veranstaltungen

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Einer der Künstler bei KTH Digital war Michael Altinger, der bei seiner Lesung von Andreas Rother musikalisch begleitet wurde

Das Kleine Theater Haar setzt 2021 seinen Livestream fort

Das Kleine Theater Haar führte im Januar seinen Livestream fort, der Abwechslung in das Medieneinerlei in Zeiten des Lockdowns bringt. So gastierte live im Kleinen Theater Haar zu Jahresbeginn Lizzy Aumeier zusammen mit einem Damen-Salonorchester und Mitte Januar folgte beispielsweise Michael Altinger mit einem Soloprogramm. Lizzy Aumeier spielt Kontrabass und ist sogar Absolventin des Meistersingerkonservatoriums in Nürnberg. Auch die Damen um sie herum sind Profis in ihrem Fach: Alice Graf am Flügel, Gaby Athmann an der Flöte, Baronesse Irene von Fritsch spielt Violincello und als Konzertmeisterin an der Violine gibt Svetlana Klimova den Takt an.

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Das Programm „Küss die Hand“, das als Livestream am 4. Januar zu sehen war, bot weit mehr als die angekündigten Strauss-Melodien. Denn zwischen den einzelnen Musikstücken – nicht nur von Strauss – unterhielten sich die Musikerinnen. So ging es anfangs darum, welchem „wahren“ Strauß nun dieser Gala-Abend gewidmet ist. Denn jede von ihnen verkörperte eine andere Frau an einer Strauß-Seite. Alice Graf stellte sich als Adele Strauss, Ehefrau des Walzerkönigs Johann Strauss Vater, vor, Lizzy Aumeier sprach für Marianne Strauß, die ihren Mann Franz Josef Strauß in der Gala gewürdigt sah. Da meldete sich mit französischen Akzent Baronesse Irene von Fritsch zu Wort – als Anne Sinclair, berühmte Journalistin und Ex-Frau von Dominique Strauss-Kahn, den ehemaligen Chef des Internationalen Währungsfonds. Energisch stand sobald Gaby Athmann auf und erklärte den Abend zur Hommage für ihren Sohn Levi Strauss. Den fehlenden Applaus machten die fünf Musikerinnen wett, indem sie sich selbst applaudierten und sich selbst nach ihrem Spiel lobten. Sie machten keinen Hehl daraus, dass ihnen auch das Publikum fehlte. Nicht nur einmal seufzte Lizzy Aumeier in der Art wie: „Wenn Sie jetzt hier wären, liebes Publikum…“

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Das Kleine Theater Haar führte im Januar seinen Livestream fort, der Abwechslung in das Medieneinerlei in Zeiten des Lockdowns bringt. So gastierte live im Kleinen Theater Haar zu Jahresbeginn Lizzy Aumeier zusammen mit einem Damen-Salonorchester und Mitte Januar folgte beispielsweise Michael Altinger mit einem Soloprogramm. Lizzy Aumeier spielt Kontrabass und ist sogar Absolventin des Meistersingerkonservatoriums in Nürnberg. Auch die Damen um sie herum sind Profis in ihrem Fach: Alice Graf am Flügel, Gaby Athmann an der Flöte, Baronesse Irene von Fritsch spielt Violincello und als Konzertmeisterin an der Violine gibt Svetlana Klimova den Takt an. Das Programm „Küss die Hand“, das als Livestream am 4. Januar zu sehen war, bot weit mehr als die angekündigten Strauss-Melodien. Denn zwischen den einzelnen Musikstücken – nicht nur von Strauss – unterhielten sich die Musikerinnen. So ging es anfangs darum, welchem „wahren“ Strauß nun dieser Gala-Abend gewidmet ist. Denn jede von ihnen verkörperte eine andere Frau an einer Strauß-Seite. Alice Graf stellte sich als Adele Strauss, Ehefrau des Walzerkönigs Johann Strauss Vater, vor, Lizzy Aumeier sprach für Marianne Strauß, die ihren Mann Franz Josef Strauß in der Gala gewürdigt sah. Da meldete sich mit französischen Akzent Baronesse Irene von Fritsch zu Wort – als Anne Sinclair, berühmte Journalistin und Ex-Frau von Dominique Strauss-Kahn, den ehemaligen Chef des Internationalen Währungsfonds. Energisch stand sobald Gaby Athmann auf und erklärte den Abend zur Hommage für ihren Sohn Levi Strauss. Den fehlenden Applaus machten die fünf Musikerinnen wett, indem sie sich selbst applaudierten und sich selbst nach ihrem Spiel lobten. Sie machten keinen Hehl daraus, dass ihnen auch das Publikum fehlte. Nicht nur einmal seufzte Lizzy Aumeier in der Art wie: „Wenn Sie jetzt hier wären, liebes Publikum…“

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Der Abend lebte denn auch von den eingängigen Melodien – von Volksweise, Polka, Walzer über Operettenmelodien bis hin zum Segenslied „Abends, will ich schlafen gehn, vierzehn Engel um mich stehn“ aus der Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck. Das stellten die Damen ganz bewusst an den Schluss des Abends – als Segen, verbunden mit guten Wünschen für das neue Jahr. Ein genüsslicher Abend, der sich wie eine Privatvorstellung anmuten ließ.

Am 14. Januar 2021 saß dann Michael Altinger mit Andreas Rother, der auf der Gitarre die Vorstellung dezent musikalisch begleitete, auf der Bühne des Kleinen Theater Haars. „Rampensau ohne Bühne“, so der Titel des Buches, aus dem der Kabarettist im Livestream vorlas. Er saß ruhig auf einem Drehstuhl auf der Bühne, vor ihm ein Pult, auf dem sein Text lag und ein Glas Wasser stand. Auch ihm fehlt das Publikum – doch sein Trauma hat er bereits im 1. Lockdown zu diesem Buch verarbeitet, das im Herbst 2020 erschien. Die zuschauenden Zuhörer litten mit dem Künstler, der als Ich-Erzähler in Traumsequenzen sich wieder auf die Bühne wünschte. Alltagsszenen, zum Beispiel an der Supermarktkasse, rufen Halluzinationen und Trugbilder hervor, in denen sich der Künstler wieder auf der Bühne wähnt und applaudierende, begeisterte Menschen um sich versammelt. Die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit schienen ihm zu verschwimmen. Mit einer außerordentlich guten Portion Ironie, mit uferlosen Überzeichnungen gewinnt der Humor und das Lustige in der Satire Überhand. So gelang es Michael Altinger, aus dem Trauma einen heiteren und vergnüglichen Abend werden zu lassen, an dem es ihm gelang, über den Ernst der Lage laut zu lachen.

Für Sie berichtete Reinhild Karasek.

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