Mozarts Zauberflöte „light“ auf dem Haarer Anger

Kategorie: Kultur

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„Oper auf Rädern“ gastiert auf dem Haarer Anger

Projekt der Internationalen Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation zu Gast in Haar

Wenn ein ausgewachsener Mann in einem Federkostüm eine Arie laut schmettert, wissen sogar Opern-Unkundige: das ist Papageno aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte“. So weit so gut. Warum aber der Sänger bei recht kühlen Herbsttemperaturen barfuß auf dem Haarer Anger vor Menschen singt, ist selbst Anhängern klassischer Werke nicht auf Anhieb klar. Es handelt sich dabei um ein ganz besonderes Ensemble, das für eine Aufführung in Haar gastiert. Die „Oper auf Rädern“ ist ein Projekt der Internationalen Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation, das allen Menschen Kultur einfach zugänglich machen möchte. Statt der üblichen etwas steifen Atmosphäre eines ehrwürdigen Konzertsaals mit obligatorischer Abendrobe, darf es bei der „Oper im Taschenbuchformat“, unter freiem Himmel auf Bierbänken, die lässige Jeans sein. Es zischt auch niemand „pscht“, wenn die Kleinsten fröhlich lostanzen oder mit ihren Scootern geräuschvoll Kreise zu Mozarts Musik ziehen.

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Oper leicht verständlich

Musikdirektor Johannes Erkes präsentiert und moderiert das offene Angebot mit vier Gesangssolisten und einem „fulminant musizierenden“ Streichquartett, die Hauptteile der sonst dreistündigen „Zauberflöte“. Im Wechsel von Gesang und Erzählungen bekommt das Publikum eine „light“-Fassung der Oper in zwei Aufzügen. „Wir sind zum ersten Mal hier in Haar und ich bin angenehm überrascht. Es sind mehr gekommen sind, als ich dachte“, freut sich der renommierte Bratschist Johannes Erkes und nimmt die Haarer mit auf einen Ausflug in die klassische Musik: „Die „Zauberflöte“ ist eine der bekanntesten und meist gespielten Oper überhaupt, sie wurde am 30. September 1791 in Wien uraufgeführt, nur wenige Monate, bevor Mozart starb.“ Erkes erzählt, unterbrochen von Arien, die Geschichte vom Prinzen Tamino, der sich in die wunderschöne Prinzessin Pamina verliebt, die aber der finstere Sarastro gefangen hält. Zusammen mit dem unkonventionellen Vogelfänger Papageno macht er sich auf, um Pamina zu befreien. Das Paar muss dann ihre wahre Liebe beweisen, bevor das Gute siegt. „Die Zauberflöte verbindet Volkstümlichkeit und Esoterik auf einzigartige Art und Weise, so dass man sie als Märchenoper bezeichnen kann, wir denken an Papageno und Papagena, aber es fließen auch andere Einflüsse ein, durch die Zugehörigkeit von Mozart zu den Freimaurern.

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Förderung von Kultur und Zivilisation

Die „Oper im Taschenbuchformat“ ist spezialisiert auf Kurzfassungen weiterer bekannter Opern wie Carmen von Bizet oder La Bohème von Puccini. Seit beinahe 15 Jahren treten die Künstler in ganz Deutschland vor inzwischen Zehntausenden auf. 1996 gründet Unternehmer Erich Fischer die Internationale Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation, schenkt ihr ein Drittel seines Vermögens als Grundkapital und ist bis 2010 alleiniger Stiftungsrat, seit 2011 bekommt er Unterstützung. Für seine Stiftung macht er sich dabei unter anderem einen Ausspruch des Schriftstellers Thomas Mann aus dem Jahr 1939 als Leitsatz zu Eigen: „Demokratie ist nichts anderes als der politische Aspekt des Geistes … Ich sehe heute, dass sich der deutsche Bürger im Irrtum befand als er glaubte, der Mensch könne kultiviert und unpolitisch sein“. Die Stiftung möchte unter anderem mit ihren Projekten auch die Lebensbedingungen älterer Menschen, die freie Meinungsäußerung und Gleichstellung von Frau und Mann verbessern, vernachlässigte Kompositionen aller Epochen in den Fokus rücken und die Zivilisation durch die Humanisierung des Strafrechts und Strafvollzugs weiterentwickeln.

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Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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