Bürgermeister Andreas Bukowski würdigt sieben Ratsmitglieder

Kategorie: Stadtrat

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Weichensteller gehen: Haarer Kommunalpolitiker verabschiedet

Die Mitarbeit im Stadtrat ist keine Sprintstrecke, sie verlangt von jedem Einzelnen Mitglied über Jahre hinweg ein hohes Maß an persönlichem Einsatz, Ausdauer und den unbeugsamen Willen sich für die Gemeinschaft einzusetzen, meist neben einem stressigen Berufsalltag. Manche Stadträte beweisen sich im Marathon und nur ganz wenige legen einen Ultramarathon hin und engagieren sich als Ratsmitglied über Jahrzehnte, investieren unzählige Stunden und ringen in Sitzungen und Ausschüssen um die beste Entscheidung für ihre Kommune. Ob es darum geht die Infrastruktur zu entwickeln oder den Haushalt zu gestalten – das Wirken der Mandatsträger stellt die Weichen für die Zukunft und prägt das Gesicht ihres Ortes.

Jahrzehnte für die Menschen: Das Lebenswerk von „Traudl“ Vater
Der Beifall des Stadtrats ist anhaltend für eine, der ganz wenigen, die einen Ultramarathon für Haar absolviert hat: Gertraud „Traudl“ Vater (SPD) verabschiedet sich nach 36 Jahren aus dem Gremium, die „ein Lebenswerk im Dienst“ der Gemeinde und dann Stadt beschreiben, würdigt Bürgermeister Andreas Bukowski ihr unermüdliche Wirken und betont: „Traudl Vater ist mehr als eine Kommunalpolitikerin. Sie ist, im wahrsten Sinne des Wortes, das soziale Gewissen unserer Stadt. Immer am Start für den Haarer Tisch, immer unterwegs für die Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Wer Hilfe braucht, trifft auf Traudl. Nicht hinter einem Schreibtisch, sondern mitten unter den Leuten. Zuhörend, mitfühlend und vor allem handelnd.“ Traudl Vater sei bei jedem Wetter unterwegs „dorthin, wo sie gebraucht wird“, zeichnet Bukowski ein Bild, das für alles stehe, was Traudl Vater ausmache: „Nähe, Einsatz, Menschlichkeit.“ Über drei Jahrzehnte widmet Traudl Vater ihre Dienstagabende den Sitzungen im Rathaus „mit einer Verlässlichkeit und Konsequenz, die ihresgleichen sucht“, so Bukowski. Vater gestaltet als Verbandsrätin Haars Bildungslandschaft nachhaltig. Darüber hinaus übernimmt sie soziale Verantwortung im Aufsichtsrat des Maria-Stadler-Hauses, engagiert sich im Büchereiausschuss, in der VHS, im Seniorenclub und im Jugendstilpark. Insbesondere setzt sich Vater für die lokale Erinnerungskultur ein und pflegt die enge Kooperation mit dem kbo, immer „still, unaufgeregt, aber mit großer Wirkung.“

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Der Teamplayer mit klarem Blick: Thomas Fäth
Auf die Hälfte der Zeit oder „ein Stück gelebte Verantwortung“ bringt es Thomas Fäth, der vor allem für „Verlässlichkeit, Sachorientierung und echtes Engagement für die Menschen in Haar“, stehe, stellt Bukowski fest. Als Fraktionsvorsitzender der SPD habe Fäth „Verantwortung übernommen“, nicht nur für seine Fraktion, „sondern für die Qualität der politischen Arbeit insgesamt.“ Fäths Wirken sei geprägt von einem „klaren Blick auf die Anliegen“ vor allem rund um Themen, die Familien und Eltern betreffen. “Du warst nah dran an ihren Sorgen und Nöten und hast diese Perspektive in konkrete Projekte übersetzt.“ Seine Mitarbeit im Rechnungsprüfungsausschuss habe er „mit dem notwendigen Blick fürs Detail und einem klaren Anspruch an Transparenz und Sorgfalt im Umgang mit öffentlichen Mitteln“ gemacht. Fäths Engagement ende „nicht an der Tür des Rathauses“, er sei ein Teamplayer, unterstreicht Bukowski: „Einer, der verbindet, nicht trennt.“

Finanzielle Expertise mit Gewicht: Antonius van Lier
Auf beachtliche ein Dutzend Jahre bringt es Antonius (Ton) van Lier: „Das ist eine Zeit, in der man Spuren hinterlässt“, bringt Bukowski dessen „ganz besondere Weise“ auf den Punkt, die geprägt sei von „wirtschaftlicher Kompetenz, klugem Sachverstand und einem feinen Gespür für Verantwortung.“ Über Jahre unterstützt Ton van Lier als Vorsitzender den Rechnungsprüfungsausschuss, als „eine tragende Säule für Transparenz, Sorgfalt und Verlässlichkeit im Umgang mit den Finanzen unserer Stadt“, unterstreicht Bukowski. Van Lier habe „hinterfragt, eingeordnet, abgewogen und damit Entscheidungen auf ein solides Fundament gestellt. Sein Urteil hatte Gewicht.“ Dabei sei van Lier nie laut oder vordergründig, sondern „klar, präzise und verlässlich. Seine Expertise war dabei nie Selbstzweck, sondern immer Mittel zum Ziel: fundierte Entscheidungen zum Wohl der Kommune zu ermöglichen.“

Harte Schule in professioneller Politik: Abschied von Peter Paul Gantzer
Auf jeweils eine Amtsperiode im Stadtrat bringen es Peter Paul Gantzer (SPD), Apostolos Kotsis (SPD) und Ulrike Olbrich (Grüne). Nach herausfordernden Jahren mit einigen Auseinandersetzungen, findet Bukowski anerkennende Worte für Gantzer. Dessen Erfahrungsschatz aus 40 Jahren im Bayerischen Landtag, als Notar und Jurist und Ehrenkommissar der bayerischen Polizei, hebe „das Niveau der Debatte spürbar.“ „Ich darf an dieser Stelle auch ganz persönlich werden“, wendet sich Bukowski direkt an Gantzer: „Ich habe von Ihrer Art, Politik zu machen, viel gelernt. Sie haben mich von Beginn an nicht geschont, im Gegenteil. Sie haben mich mit den Gepflogenheiten professioneller Politik in einer Art Schnellkurs vertraut gemacht, der es durchaus in sich hatte. Eine harte Schule, ohne Zweifel, aber eine, die mir ein ordentliches Fell verschafft hat und für die ich heute mit einem Augenzwinkern und ehrlichem Respekt danke.“

Gertraud „Traudl“ Vater (SPD) verabschiedet sich nach 36 Jahren aus dem Gremium

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Brückenbauer, leise, aber gewichtige Stimme und „Mr. Feuerwehr“
Auch Apostolos Kotsis (SPD) habe die Amtsperiode als inoffizieller Integrationsbeauftragter genutzt, um Haltung zu zeigen. „Für Zusammenhalt. Für Integration. Und für die Menschen in unserer Stadt. Kotsis sei ein „Brückenbauer“, der in seiner Funktion als Vorsitzender der Griechischen Gemeinde Haar einen interkulturellen Verein schaffe, „der aus dem städtischen Leben nicht wegzudenken ist“. Mit Nachdruck setze er sich für die Belange des „kleinen Mannes“ ein. „Er hat gezeigt, dass Demokratie dort beginnt, wo man zuhört, wo man ernst nimmt und wo man sich kümmert.“ Ulrike Olbrich (Grüne) spreche eher leise Töne, höre genau und unaufgeregt zu: „Sie hat sich in Themen eingearbeitet, Fragen gestellt, Perspektiven abgewogen und immer wieder über den Tellerrand hinausgeblickt. Genau diese Haltung macht gute Kommunalpolitik aus.“ Die Bandbreite ihres Engagements als Verbandsrätin im Zweckverband Staatliche weiterführende Schule und Aufsichtsrätin der Stadtwerke Haar und der DLH und Beirätin der Musikschule zeige ein umfassendes Verständnis ihrer Aufgaben, ohne schnelle Urteile: „Eine Stimme, die Gewicht hatte, gerade weil sie leise war.“ Nach nur zwei Jahren im Stadtrat endet die Zeit für Karl-Heinz Bitzer (CSU), den viele wegen seines Engagements in der Freiwilligen Feuerwehr als „Mr. Feuerwehr“ kennen. Bitzer stehe „für gelebte Demokratie, nicht als großes Schlagwort, sondern ganz konkret im Alltag“ und habe ein Blick für vermeintlich „kleine“ Themen wie die Sauberkeit in Parks oder die Ordnung im öffentlichen Raum, die aber entscheidend für die Lebensqualität seien. Bitzer zeige „dass genau dort Politik beginnt.“

Bürgermeister Andreas Bukowski mit den verabschiedeten Stadträten v.l.n.r.: Ulrike Olbrich (Bündnis 90/Die Grünen), Karl-Heinz Bitzer (CSU), Thomas Fäth (SPD), Andreas Bukowski Bürgermeister, Antonius van Lier (Bündnis 90/Die Grünen), Gertraud Vater, SPD), Peter-Paul Gantzer (SPD). Nicht auf dem Bild: Apostolos Kotsis (SPD).

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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