Vorbereitungskurse für Mittelschüler im BONI

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Jugendreferent Philipp Steenbock (BONI) will vor allem die Selbstwirksamkeit der Schüler stärken.

Druck raus, Mut rein und seit Jahren bewährt:
Endspurt ohne Angst

Nach wie vor kämpfen Schüler mit den Folgen des Distanzunterrichts während der Pandemie. So verzeichnen Angststörungen und Depressionen einen erheblichen Anstieg im Vergleich zu 2019, dazu kommen geringere Frustrationstoleranz und Prüfungsängste, abgesehen von deutlichen Lücken im Basiswissen. Jugendliche, die nun vor dem Abschluss an der Mittelschule stehen, gehören zu jener Generation, die prägenden Schuljahre der dritten bis fünften Klasse vor dem Bildschirm erlebte. Viele halten dem Erwartungsdruck nicht stand und regieren bis heute mit Rückzug. „Das System Schule, besonders im Hinblick auf die Coronazeit, führte bei vielen, die Gefahr laufen auf der Strecke zu bleiben, zu Ängsten. Damals verweigerten auch viele die Schule“, bestätigt Philipp Steenbock, Jugendreferent im kirchlichen Jugendzentrum BONI die Problematik. „Hier versuchen wir entgegenzuwirken.“

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Nachhilfe-Coach: Keiner bleibt auf der Strecke

Seit Jahren bietet das BONI in den Oster- und Pfingstferien in möglichst kleinen Nachhilfekursen für die Mittelschulabschluss-Prüfungen an. „In den Osterferien hatten wir neun Schüler, Pfingsten sind es bis zu dreimal so viele. Dabei konzentrieren wir uns auf die, wo es wirklich brennt.“ Das Team setzt auf Niedrigschwelligkeit und lernt oft im offenen Treff die Jugendlichen kennen, die dann Vertrauen fassen und es an andere weitergeben. „Grundsätzlich misstrauen viele Jugendlichen den Institutionen und ein Jugendzentrum ist einfach eine andere Adresse. Wir arbeiten absichtlich völlig anders als Lehrer“, so Steenbock. „Wir wollen dagegen angehen auch gegen die Angst, was nach er Schule passiert. Der Erwartungsdruck ist wahnsinnig groß.“ Mittelschüler müssen sich, vergleichsweise früh, mit 15 oder 16 Jahren, entscheiden, wo die Ausbildungsreise und der „der Rest des Lebens hingehen soll“: Natürlich hat man immer die Möglichkeit umzusatteln, aber das vorher, einem 14- oder 15-Jährigen klarzumachen, ist schwierig, denn für sie fühlt sich alles sehr ultimativ an“, weiß Steenbock aus Erfahrung.

 

Qualität statt Quote

Im Gegensatz zu früheren Jahren mit einer „eher offenen“ Gestaltung, konzentriere sich das Team derzeit verstärkt auf Schüler, die mehr Aufmerksamkeit benötigen. „Uns geht es um die, die wirklich Hilfe benötigen, um es schaffen zu können. Das ist unser Ansatz. Von einer Note vier auf eine drei oder von einer drei auf eine zwei zu kommen ist toll, aber uns es geht eher um die, die eine fünf haben“, macht Steenbock deutlich. Dabei arbeitet das BONI eng mit der Schulsozialarbeit der Mittelschule und deren Schulleiter Markus Fauth zusammen: „Derzeit entwickelt sich auch einiges mit der Nachbarschaftshilfe, der Kontakt mit Doris Keymer läuft sehr gut. Generell schauen wir, wie wir uns gegenseitig unterstützen können“, so Steenbock.

Grundsätzlich misstrauen viele Jugendlichen den Institutionen und ein Jugendzentrum ist einfach eine andere Adresse. Wir arbeiten absichtlich völlig anders als Lehrer.

Philipp Steenbock, Jugendreferent im Kirchlichen Jugendzentrum Haar BONI

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Rausholen aus der Frustsituation

Das BONI-Team wolle mit Ehrenamtlern in erster Linie die Schüler darin bestärken ihres eigenen Glückes Schmied zu sein: „Unser Hauptziel ist, die Lust am Lernen zu vermitteln und das Selbstbewusstsein zu stärken. Beispielsweise ist die Angst vor Mathe enorm. Es geht immer darum, die Jugendlichen zu beruhigen, ihnen rückzumelden, dass sie es können und allein schaffen.“ Die Sozialarbeit spricht in diesem Zusammenhang von dem wichtigen Aspekt der Selbstwirksamkeit, erklärt Steenbock: „Aus psychologischer Sicht ist es so, wenn man sich selbstwirksam erfährt, dann passiert das Selbstbewusstsein. Wer sich Ziele setzt und es schafft sie zu erreichen, fühlt sich selbstwirksam.“ Steenbock betont den „Kampf“ gegen erlernte Hilflosigkeit. „Jugendliche lernen in der Schule nichts zu können und Störenfriede zu sein. Die Erkenntnis „ich bin ja gar nicht so dumm“ ist schon maßgeblich für Jugendliche. Wir wollen erreichen, dass sie merken, Einfluss auf ihr Leben nehmen zu können. Der Spaß kommt durch die Bestätigung des Selbst und den steigenden Selbstwert.“

BONI
Kirchliches Jugendzentrum Haar
Offener Treff für Jugendliche
Jagdfeldring 17
85540 Haar

Büro:
Jagdfeldring 13 c
85540 Haar
Tel.: 089 46 36 76
Mail: jugendzentrum-haar@eja-muenchen.de
www.jugendzentrum-haar.de

 

Offener Treff (Jagdfeldring 13c):
Montag – Freitag: 14 – 20 Uhr

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Montag – Freitag: 12 – 14 Uhr
Marion Raibold (Verwaltung):
Montag 8-12 Uhr

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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