Der richtige Ton macht die Musik

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Musikliebhaber und begeisterte Instrumentenspieler: (v.l.n.r.) Laura, Amelie, Felix, Iva, Luan und Leon

An der Mittelschule geht die Konzertreihe „Musik für Schüler“ weiter

Burak Çebi sitzt am Klavier in der Aula der Mittelschule. Die Augen und Ohren fast aller zehn bis 13-Jährigen Schüler sind erstaunlich konzentriert auf den Pianisten gerichtet. Lehrer Günter Busta muss nur Vereinzelte an den besonderen Unterricht, den die Internationale Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation möglich macht, erinnern. Einstweilen führt Burak Çebi unbeirrt seine Zuhörerschaft in die Geheimnisse der speziellen Haltepedal-Technik ein. Die Schüler sollen beschreiben, wie Stücke mit und ohne Einsatz des Pedals klingen und was sich verändert, wenn der Klavierspieler anders vorgeht, als es die Komposition vorsieht. Schnell begreifen die Musikbegeisterten die Unterschiede: „Ich habe heute gelernt, dass man die Stücke so lassen sollte, wie sich das der Komponist gedacht hat. Das klingt besser, als sie umzustellen“, sagt Luan (11), der selbst seit einiger Zeit fleißig lernt, dem Tasteninstrument die richtigen Töne zu entlocken.

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Evergreen: „Für Elise“

Der Junge ist begeistert vom Klavierspiel: „Es ist cool, wie die Klänge und Töne daraus kommen. Das Thema von Harry Potter war heute am besten, ich wusste nicht, dass es das als Klavierstück gibt.“ „Mir hat am besten „Für Elise“ gefallen. Es hat viele Gefühle wie Traurigkeit, Liebe und Spannung“, sagt Laura (13). Der Teenager spielt nicht nur Klavier, sondern auch Gitarre: „Ich wollte in diesem Projekt mitmachen, weil Musik Spaß macht.“ Keyboarderin Amelie (11) wiederum mag Stücke von Johann Sebastian Bach sehr gerne: „Aber auch „Für Elise“ ist schön. Ich mag einfach den Klang und dass es so unterschiedlich ist.“ Insgesamt steht Beethoven in der Gunst der Nachwuchsmusikanten hoch, auch Klavierspieler Leon (10) findet: „Er schreibt ziemlich gute Lieder, wie „Für Elise“, das habe ich schon selbst gespielt. Es ist spannend und schön wie die Töne aus dem Klavier kommen.“ Leon resümiert: „Klavier ist einfach ein tolles Instrument.“ Lediglich der 12-Jährige Bassist Felix bevorzugt die härtere Gangart: „Ich fand heute das „Star Wars“-Thema am besten, es ist laut und das liebe ich.“

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„Da kommen manchmal Fragen, die ich mir noch nie selbst gestellt habe, bezüglich Musik oder Klavier, dann denke ich: „Das ist eine sehr gute Frage“ und weiter denke ich, dass diese jungen Menschen etwas damit anschieben.“

Burak Çebi, Pianist

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Miteinander und gegenseitig

Für die jungen Musikliebhaber ist Çebi kein Unbekannter: „Er war schon hier, ist sehr lustig, probiert neue Sachen aus, zeigt sie uns und steht auf Fußball“, meint Luan mit Kennermiene. Çebi, deutscher Pianist türkischer Herkunft, erreicht die Schüler, in dem er mit ihnen eine „Sprache spricht, die sie verstehen“: „Das ist meine Motivation. Dann kann man alles erzählen“, sagt der Virtuose. „Mit Musik kann man sich ausdrücken, seine Laune verbessern, sich abreagieren, das ist im Leben sehr, sehr wichtig“, betont der 37-Jährige. Hilfreich sei auch die vom Konzept vorgesehene Gesprächsrunde. „Da kommen manchmal Fragen, die ich mir noch nie selbst gestellt habe, bezüglich Musik oder Klavier, dann denke ich: „Das ist eine sehr gute Frage“ und weiter denke ich, dass diese jungen Menschen etwas damit anschieben“, meint Çebi. Für den professionellen Musiker ist das Spiel vor und mit den Kindern ein Geben und Nehmen: „Ich nehme vor allem mit. Ich mache diese Konzerte oft und verändere das Programm für jede Schule ein wenig, weil ich dann weiß, was wichtig und was unwichtig ist, da ich die Kinder besser verstehe.“ Er habe durch die Konzerte Vorteile, betont Çebi, denn als Künstler müsse er „sich stets auseinandersetzen, weiterentwickeln oder jeden Tag etwas Neues entdecken. Das muss so bleiben, im Fluss und nicht: „Das habe ich studiert und mache es bis ich in Rente gehe.“ Deshalb sind solche Momente sehr berührend für mich.“ Mit seiner Haltung und seinem Interesse kommt er bei den Schülern an. Ivan (13), der sich schon auf das nächste Konzert freut, gefällt besonders: „Dass er zugibt immer noch trainieren zu müssen, auch wenn er schon 37 Jahre alt ist. Trotzdem übt er jeden Tag ein paar Stunden.“

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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