Festakt für 50 Jahre Nachbarschaftshilfe in Haar

Kategorie: Veranstaltungen

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V.l.n.r. Christian Doerr und Sonja Keymer (beide im Vorstand der NBH), Margareta Förster (Geschäftsführerin) und Bürgermeister Andreas Bukowski: „Im Vorstand dieses „Haarer Sozialunternehmens mit Herz“ sitzen nach wie vor ehrenamtliche CEOs, herzlichsten Dank dafür, denn „übliche“ Managementgehälter könnten wir uns als Gemeinde nicht leisten.“

Was der Mitmensch braucht

Nachdem sich die Schwestern der „Heiligen Familie“ Anfang der 1970er Jahre aus Haar zurückziehen, steht die Gemeinde ohne soziale Hilfsorganisation da. Um die Lücke zu schließen, gründet der damalige Bürgermeister, mit dem katholischen und evangelischen Pfarrer einen Nachbarschaftshilfeverein (NBH), der allen Bürgern, unabhängig von der Konfession, offenstehen soll. Zunächst sind die wenigen ehrenamtlichen Helferinnen, die der ersten Vorsitzenden Ruth Assmann, einer examinierten Krankenschwester, unter die Arme greifen, ausreichend. Mit dem Bau der Siedlung „Am Jagdfeld“ und dem Zuzug deutscher Aussiedler aus Weißrussland und Rumänien, ändert sich aber der Bedarf schnell und stetig. Rund 6.600 Menschen sollen nach und nach in dem Neubaugebiet einziehen: „Auf einmal lebten gut doppelt so viele Menschen in unserer Gemeinde“, zeichnet Bürgermeister Andreas Bukowski auf dem Festakt zur 50-Jahr-Feier des Bestehens der Nachbarschaftshilfe das Bild jener Tage nach. „Darunter waren viele junge Familien, die meist aus beruflichen Gründen nach Haar gekommen sind.“ Aber auch Leistungen für hilfsbedürftige Senioren fehlen in der Mitte der 1970er Jahre. Da es noch keine Alten- oder Pflegeheime gibt, müssen Angehörige einspringen.

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Von einfacher Hilfe bis zum breit gefächerten „Unternehmen“

Die rasant wachsende Nachfrage macht ein kompetent organisiertes Pflegeangebot erforderlich, das sich von Beginn an auf fünf Grundpfeiler stützt: Pflege, Betreuung, Essen auf Rädern, Kinderbetreuung und Förderung. Gleichzeitig müsse sich das Angebot flexibel an den jeweilige Bedarfen orientieren, betont NBH-Vorstandsmitglied Doris Keymer: „Neuartige Lösungsstrategien müssen und mussten wir aber auch entwickeln, um auf gesellschaftliche Veränderungen der letzten Jahre eine griffige Antwort geben zu können: Ein Beispiel dafür ist die heute übliche frühzeitige Rückkehr junger Mütter in ihre erlernten Berufe.“ Das Wachstum der NBH stelle sich in einem rasanten Größenzuwachs dar, so Keymer: „Er umfasst die Ressorts, den Etat, die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die der betreuten Kundinnen und Kunden. All diese Werte haben sich in der langen Zeit vervielfacht“, verdeutlicht Doris Keymer. „Andererseits betrafen Wachstum und Veränderung auch unsere gesamten inneren Strukturen.“ Vernetzung, Beratung, Online-Fortbildung, Home-Office und nicht zuletzt neuartige Finanzierungsmodelle wie Fundraising und Crowdfunding bestimmen heute den Arbeitsalltag.“

„So kennt und schätzt man den Verein und seine Angebote quer durch alle Generationen. Die NBH steht uns im Alltag zur Seite.“

Andreas Bukowski, 1. Bürgermeister Haar

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Geschätzte Partnerschaft

Von schwangeren Müttern, über Müttern die sich in entsprechenden Gruppen treffen können, bis zum Kinderartikelbasar oder der Vermittlung von Babysitter und Familienhilfen im Krankheitsfall der Mutter bis zu Förderkursen für Grundschüler und Hilfen älterer und eingeschränkter Mitbürger, um fasst das Spektrum der Nachbarschaftshilfe inzwischen fast jede Lebensphase: „So kennt und schätzt man den Verein und seine Angebote quer durch alle Generationen. Die NBH steht uns im Alltag zur Seite“, würdigt Bukowski den Verein, daher stehe die Gemeinde an der Seite der NBH, die das Familienzentrum, den Setzerhof mit der Geschäftsstelle und Beratungszentrum, die Großtagespflegen am Kirchenplatz, an der Leibstraße sowie am Ahrntaler Platz unterstütze: „Mit finanziellen Zuwendungen auch in schwierigen Zeiten und mit der mietfreien Überlassung kommunaler Räumlichkeiten.“ Für die Tagespflege Pflegebedürftiger an der Peter-Henlein-Straße, die neue Räume brauche, um mehr Plätze anbieten zu können, habe die Gemeinde den Bedarf im Auge, verspricht Bukowski, stellt allerdings auch fest: „Derzeit können wir noch keine Lösung anbieten.“

Unbeirrt mit Blick aufs Wichtige

Bei allem Wachstum und den mit sich bringenden Veränderungen habe sich das Leitbild aus den Anfängen in den Grundsätzen nicht verändert, betont Keymer: „Diese Werte, die Begeisterung des gesamten Teams für seine Aufgaben in Haar, das ausgezeichnete Betriebsklima und die große Einsatzbereitschaft in allen Ressorts, zeichnet die NBH auch noch heute aus und so soll es auch in Zukunft bleiben.“ Besonderen Biss beweist seit jeher Margareta Förster, dankt Doris Keymer der Geschäftsführerin: „Sie wusste von Anfang an, wie die Dinge zu laufen haben und hat sich von Unzulänglichkeiten und Rückschlägen wie Absagen, Corona-Ausfällen, dem geschlossenen Bürgersaal und einem enormen Arbeitsaufwand nicht aus der Spur drängen lassen und haben weiterhin das ganze Team motiviert und gestützt.“

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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