Schulweghelfer statt Mamataxis

Kategorie: Schulen

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Die neuen Schulweghelfer mit Polizist Kajetan Pfister und Eva Übermasser (vorne kniend)

Schulweghelfer von herausragender Bedeutung für die Schulwegsicherheit

In Bayern sorgen etwa 30 000 Schulweghelfer und Schullotsen für den sicheren Schulweg von rund 440 000 Grundschülern. Wer neu „im Geschäft“ ist, lernt schnell, warum diese Arbeit so wichtig ist. Hautnah erleben die Schulweghelfer täglich, wie Autofahrer ohne Rücksicht auf Verluste vorbeirasen und es scheinbar billigend in Kauf nehmen, Menschen zu verletzen, weil sie berufsbedingt einen Termin einhalten wollen. „Immer wieder gibt es Abbieger, die uns nicht respektieren wollen, denen wir mit der Kelle beinahe auf die Motorhabe klopfen müssen“, erzählt Eva Übermasser aus ihrem Erfahrungsschatz. Die Schulweghelferin koordiniert seit Jahren den Lotsendienst in Haar. Lydia Krüger und Regina Eibl können ein Lied von bedrohlichen Verkehrssituationen singen. Die freundlich-resoluten Damen sichern den Übergang an der Vockestraße. Dabei grüßen sie jedes Kind mit aufmunternden Worten und scheuen sich nicht, Verkehrsraudis die Meinung zu sagen. Unweit ihres Übergangs am Route 66, stehen die „Neuen“ und hören in einer Einweisung von Polizist Kajetan Pfister, worauf sie in Zukunft achten müssen.

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Schwierig „Neue“ zu gewinnen

„Dieses Jahr konnte ich wegen Corona nicht persönlich in den Schulen auf den Elternabenden Mamas und Papas direkt ansprechen, daher war es schwierig, genügend Eltern dafür zu gewinnen“, gibt Eva Überasser zu. „Wir haben rund 100 Schulweghelfer. Klingt sehr viel, aber die brauchen wir. Salmdorf hat ein eigenes System, dort sind auch Familien engagiert und teilen den Dienst selbst auf. Alle anderen teile ich auf, es steht immer am gleichen Wochentag derselbe Helfer am selben Übergang, so verteilt sich die Last auf viele Schultern.“ Die Freiwilligen stehen an besonders gefährlichen Stellen an der Vocke-, Münchner- und Leibstraße, am Bahnhof, Jagdfeldring, in Grons- und in Salmdorf. „Wir hatten einen weiteren am Jugendstilpark beim Edeka geplant, das klappt leider nicht, scheint aber dieses Jahr glücklicherweise noch nicht relevant zu sein. Nach Rücksprache mit der Grundschule, sind dort kaum Kinder“, schildert Übermasser die Situation.

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Risiko Mamataxi

Wie bedeutend der Dienst ist, zeigen die blanken Zahlen: „Wir haben seit es die Schulweghelfer gibt, an keinem Lotsenpunkt mehr Unfälle“, bilanziert Übermasser, verweist aber gleichzeitig auf eine potentielle Gefahr, die viele nicht im Blick haben: „Durch die vielen Mamataxis vor den Schulen kommt es zu riskanten Situationen.“ Oft könne sie Mütter beobachten, die Am Jagdfeldring „schnell“ an der Bushaltestelle halten, nur halb in die Querstraße einbiegen, um dort ihr Kind aussteigen zu lassen, oder einfach wenden. „Schlimm ist auch die Mutter, die ihr Kind bis vor die Schule fährt, es auf der Straße aussteigen und quer über die Straße rennen lässt, bevor sie es laut zurückruft: „Du hast deine Brotzeit vergessen!“ Die Kinder rennen, ohne zu schauen, zurück und stoßen fast mit dem nächsten Mamataxi zusammen. Das sind Dinge, da werde ich schon sauer“, stellt Übermasser klar. „Hier ist es so wichtig ein gutes Vorbild zu sein, also die Verkehrsgefährdung anderer oder durch andere auszuschließen, weil Kinder den Eltern nacheifern.“

Lieber selbst die Kelle schwingen

Die erfahrene Schulweghelferin richtet daher einen eindringlichen Appell an die Mütter (und Väter), den Nachwuchs nicht zur Schule „oder am liebsten bis ins Klassenzimmer“ zu chauffieren, sondern vielmehr die Schulweghelfer zu unterstützen. „Die „Mamataxi“-Problematik hat so zugenommen, das verursacht so viel Risiko“, unterstreicht Eva Übermasser noch einmal: „Für die Kinder ist es schlecht, sie werden nicht selbständig. Ich sage immer wieder: „Lieber einmal in der Woche gelotst, als täglich das Kind zur Schule zu bringen.“ Das bringt allen mehr, nicht nur dem eigenen Kind. “

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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