Haar muss am Ball bleiben
Kann Kommunalpolitik mit „König Fußball“ mithalten? Die Haarer Liberalen haben mit ihrem Offenen Forum für Kommunalpolitik am 11. Juni 2026 erneut den Beweis angetreten, dass auch während einer Fußball-Weltmeisterschaft lokalpolitische Information auf breites Bürgerinteresse stoßen kann. „Natürlich war der Termin durchaus gewagt“, kommentierte Haars Stadtrat Dr. Peter Siemsen das gewählte Datum, an dem das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 stattfand. Der Veranstaltungsverlauf zeigte jedoch: Alles richtig gemacht.
Virtuell, aktuell und pünktlich fertig zum Anpfiff des WM-Auftaktspiels bot die Veranstaltung den Teilnehmern vor den Bildschirmen interessante Informationen rund um bestehende Angebote und bevorstehende Projekte. Dass für Besitzer eines MVV-Abos oder eines über MVV/MVG erworbenen Deutschland-Tickets beim neuen Bike-Sharing-System MyRadl die ersten 30 Minuten gratis sind, war vielen unbekannt ebenso wie der Start der Sanierung der Leibstraße und die bevorstehende Erneuerung des Fahrbahnbelags auf der B304. Die zeitliche Überlappung dieser Projekte mit dem Abriss und Neubau der Autobahnbrücke über die A99 und den Modernisierungsarbeiten auf der S-Bahnstrecke bezeichnete Siemsen als Belastung, die hätte vermieden werden können, wenn sich die verschiedenen Verantwortlichen im Vorfeld eng abgestimmt hätten. Dass die Bahn, die Autobahn GmbH des Bundes und das Staatliche Bauamt Freising offensichtlich nicht miteinander redeten, bezeichnete er als untragbaren Missstand, der durch die landes- und bundespolitische Ebene dringend angegangen werden muss.
Für intensive Diskussion und Nachfragen sorgte die aktuell veröffentlichte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft, in der die Stadt Haar als bestversorgte Kommune in ganz Deutschland ausgewiesen wurde. Siemsen fasste das erfreuliche Ergebnis folgendermaßen zusammen: „In den betrachteten Hauptkategorien Bildung, Gesundheit, Mobilität, Digitalisierung und Freizeit hat Haar den Spitzenplatz verdient.“ Allerdings dürfe sich die Politik vor Ort auf gar keinen Fall darauf ausruhen. Ein möglicher Verlust des 10-Minuten-Takts der S-Bahn bei Realisierung von Brenner-Nordzulauf und 2. Stammstrecke sowie die weiterhin zu niedrigen Gewerbesteuereinnahmen nannte er als konkrete Risiken, die den Spitzenplatz in der Zukunft gefährden können. „Haar muss am Ball bleiben“, mahnte Siemsen am Ende Forums für die Arbeit des neuen Stadtrats an, die Herausforderungen in den kommenden 6 Jahren noch konsequenter als in der Vergangenheit anzugehen. Die Analogie zum Fußball dränge sich quasi auf: Wer sich früh auf einer 1:0-Führung ausruhe, dem drohe nicht selten das Spiel aus den Händen zu gleiten.
Für Sie berichtete das Haarer Stadt Echo.








