So heiß rockt Haar

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Toxic Pills: v.l.n.r.: LG Dexter (Geburtsname Dexter), Jack („wie aus Fluch der Karibik, aber ohne Kapitän“), Frontfrau Estella, Eirik Hallo und Michael „Michi“ M.

Kein hitzefrei: Gitarren im Glutofen

Die Sonne brennt gnadenlos vom Himmel – wen interessiert es? Niemand! Der Haarer Anger verwandelt sich von Takt eins in eine flirrende Rock-Wüste. Schnell sägen sich Gitarren- Riffs durch die flimmernde Hitze, die Schlagzeuger verschiedener Bands geben den erbarmungslosen Takt vor, während die Sänger trotz staubtrockener Kehlen ihr Bestes geben. Mit jedem Titel mehr, hält es weniger Besucher unter den beschirmten Bierbänken, lieber stehen sie vor der Bühne und wippen mit. Die Alterspanne unter den Rockfans ist riesig. Sie reicht vom fünfjährigen Anfänger in Sachen „Headbanging“ über Jugendliche in nicht ganz jugendfreier Kleidung bis zu wilden Mittelalten, die die Pommesgabel oder Devil Horns draufhaben. Sogar eine über 80-Jährige wagt sich aufs steinerne Parkett, die mit dem Rollator tanzt. Wenn Haar rockt, dann richtig und ausdauernd.

Sprungbrett für Talente
Traditionell bietet das Konzept Newcomern in der Szene eine Plattform. Am Start in diesem Jahr sind neben Holz vor der Hütte, Tinitus und Joker & The Thieves die Toxic Pills. Die Band übt fleißig im Route 66 und lässt sich die Konzert-Gelegenheit nicht nehmen. Kurz gefasst: die fünf Musiker zwischen 21 und 30 Jahren liefern ab. So wild ihr Name und ihre Bühnenshow ist, so freundlich, tiefenentspannt und witzig gibt sich die Formation Backstage. „Wir spielen noch nicht so lange zusammen, aber wir haben hauptsächlich eigene Songs, covern nur wenige Titel. Derzeit arbeiten wir daran, unsere Setlist zu strecken und befinden uns in der Phase des Songschreibens“, erzählt Michi, Eirik ergänzt: „Wir waren gerade erst im Studio, haben Songs aufgenommen, die kommen demnächst online auf Spotify, wahrscheinlich ab September.“

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Kontrastreiches Harmoniespiel
Ihr Stil sei ein „ganz verrückter Mix“, erklären alle. „Unsere Sängerin Estella kommt eigentlich aus dem Soul Blues Bereich, dazu gibt es von uns ganz viel Classic Rock, Punkrock, Grunge, Metal und Thrash Metal − alles zusammen ergibt das High Energy“, versuchen LG Dexter und Jack ihre Musik zu beschreiben. „Die heavy Gitarren in der Kombination mit der melodischen Stimme bringen etwas ganz Eigenes mit einer gewissen Intensität rüber. Es entsteht trotz der Härte etwas Angenehmes fürs Ohr.“ Genau dieses Gefühl will die Band mit ihrem Spiel vermitteln. „Wir wollen unser Publikum glücklich machen, es unterhalten und freuen uns auf Leute, egal ob jung oder alt, die Bock haben auf gute schnelle Musik. Jede Band sagt ja, es lohnt sich zu kommen, aber bei uns stimmt es wirklich“, meinen die Toxic Pills unisono und lachen. „Wir hatten schon öfter volles Haus.“

Kommender Meilenstein im Spätsommer
Wer die Toxic Pills verpasst hat oder sie möglichst schnell wieder sehen will, hat dazu auf dem Corso Leopold in München Mitte September Gelegenheit, meint Estella: „Dort spielen wir auf der großen Bühne.“ Die Größe allerdings sei zweitrangig, so die Band. „Wenn die Stimmung so gut wie in Haar ist, freut es uns riesig.“

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Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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