Reger Austausch beim Frauenforum: Offenbar trifft das Angebot den richtigen Nerv.
Das neue Frauenforum schafft Raum für Begegnung über Generationen hinweg und jenseits von Parteigrenzen
Sie sitzen bei frühsommerlichen Temperaturen im Biergarten. Die Bierbänke sind in einem großen Viereck zusammengestellt – auf diese Weise sehen sich alle Frauen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde kommen die Gespräche schnell in Gang. Das neu gegründete Frauenforum gewinnt weiter an Schwung. Trotz des Grillwetters und der Pfingstferien treffen sich einige Frauen zwischen 35 und 82 Jahren, um ins Gespräch zu kommen, Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen. Erste Ideen aus der Auftaktveranstaltung vor ein paar Wochen reifen bereits zu konkreten Plänen.
Viele Lebenswege, individuelle Geschichten
Wer an diesem Abend in die Runde blickt, erkennt schnell: Der Bedarf ist da. Viele Frauen wünschen sich einen Ort, an dem sie andere Frauen und deren Perspektiven kennenlernen, sich austauschen und gegenseitig stärken können. Alle bringen eigene Lebenswege, Erfahrungen und Blickwinkel mit. Gerade diese Vielfalt verleiht dem Abend seine Lebendigkeit. Jüngere sind ausdrücklich willkommen, am stärksten angesprochen fühlt sich bislang jedoch die Gruppe der über 40- bis Mitte 60-Jährigen. Oft ist es jene Lebensphase, in der sich vieles verschiebt. Manche Mütter erleben nach dem Auszug ihrer Kinder das „Empty- Nest-Syndrom“ und müssen lernen mit der neu gewonnenen Freiheit umzugehen. Bei anderen verändern sich in der zweiten Lebenshälfte die Ansprüche an das eigene Liebesleben – und damit auch Beziehungen. Einige sehen sich mit Trennung oder dem Tod eines langjährigen Weggefährten konfrontiert. Wieder andere wollen beruflich noch einmal neu durchstarten. So springen die Gespräche an diesem Abend mühelos vom Alltäglichen zu den großen Fragen des Lebens.
Vernetzen, informieren, einfach mal reden
Die Initiatorinnen des Forums, Sabine Getz und die Stadträtinnen Ulrike Girardet, Claudia Koller und Astrid Herrmann sind sich einig: Das Forum versteht sich als überparteiliches Angebot. Im Mittelpunkt stehen nicht politische Grenzen, sondern die Interessen von Frauen. Ein Anliegen zeichnet sich dabei besonders deutlich ab: der Wunsch, Vereinsamung etwas entgegenzusetzen. Zwar kann Einsamkeit Menschen in jedem Alter treffen, doch mit zunehmenden Jahren fällt es oft schwerer, gewohnte Strukturen zu verlassen. Genau hier will das Forum ansetzen: als Format, in dem Kontakte entstehen, Beziehungen aus ersten Gesprächen und vielleicht sogar gemeinsame Aktivitäten wachsen können.
Offen für Perspektiven
Inwiefern Frauen den Stammtisch künftig als lockeren Treffpunkt wahrnehmen oder zu einem festen Themenabend zu Bereichen wie Gesundheit, Mobilität, Kultur, Wohnen, Pflege, Arbeit oder Engagement machen, ist derzeit noch offen. Fest steht aber schon jetzt: Oft reicht ein offener Tisch, um sich dazuzusetzen und mit anderen Frauen „einfach reden“ zu können. Genau darin liege die Stärke des neuen Formats sind sich die vier Gründerinnen einig: Informationen mit Nähe, Austausch und Leichtigkeit zu verbinden.
Für Sie berichtete Manuela Praxl.







