Information aus erster Hand: Rathauschef Andreas Bukowski informiert über Pläne und stellt sich den anschließenden Fragen.
„Es rührt sich was in Haar!“
Es dauert rund 50 Minuten bis Bürgermeister Andreas Bukowski im großen Bürgersaal rund 50 Interessierte, darunter einige Stadträte, über den Stand der Dinge, die in Haar gerade anstehen, informiert. Die Liste ist beachtlich. So liegt der Bau der Autobahnbrücke A99 nach der Einhebung des zweiten Teils der Behelfsbrücke über der Fahrbahn in Fahrtrichtung Nürnberg vollends im Plan. In wenigen Wochen verlagert sich der Verkehr dann auf die Behelfsbrücke. Danach starten die Vorbereitungen für den Abbruch der Brücke voraussichtlich im November. Das Ende des Projekts ist für 2028 vorgesehen.
Erweiterung läuft wie am Schnürchen
Im Ernst-Mach-Gymnasium (EMG) schreiten die Arbeiten voran, was sich auf den allgemeinen Schulbetrieb erleichternd auswirkt. Bis Februar 2027 soll der naturwissenschaftliche Gebäudetrakt fertig sein. Aktuell zeigt sich die Projektsteuerung zuversichtlich im Rahmen des Budgets in Höhe von 56,52 Mio. Euro bleiben zu können. Wegen des Konnexitätsprinzips koste es Haar keinen Cent, betont Bukowski, denn es gilt: „Wer bestellt muss bezahlen“. Verlangt der Bund oder ein Bundesland von einer Kommune eine bestimmte Aufgabe, müssen sie dafür die Kosten übernehmen.
Kampf dem Mietenwahnsinn
Es ist ein altes Klagelied, das München und sein Speckgürtel seit Jahren singen: Überall fehlt Wohnraum, den sich die Bürger leisten können. In Haar prüft derzeit die Baugesellschaft München Land (BDML) in der Johann-Strauß-Straße die Möglichkeit bezahlbare Wohnungen mit serieller und modularer Bauweise schaffen zu können. Gelingt es der BGML für das Grundstück ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept vorlegen zu können, will der Stadtrat über die Bestellung eines Erbbaurechts zugunsten der BGML beraten.
Fit und kreislauffähig
Thema des Abends sind auch die Sportanlagen in der Vockestraße. Nicht nur für Vereinsmitglieder, sondern auch für die Öffentlichkeit sind im nördlichen Teil ein Minisoccerfeld, eine Boulderwand und eine Calisthenics-Anlage geplant. Der Baubeginn ist für September geplant. Für den Vereinssport im südlichen Teil der weitläufigen Anlage mit überdachter Tribüne, Umkleide und Kunstrasen-E-Jugend- Feld bleibt das große Rasenspielfeld erhalten. Der Startschuss für die Bauarbeiten des Jugendfreizeitheims DINO fällt im Frühjahr 2027. Entstehen soll ein nachhaltiger Bau in kreislauffähiger Bauweise mit Cradle-to-Cradle-Bauweise. Für die Bauphase treffen sich die Jugendlichen treffen in der Containeranlage der ehemaligen Kinderkrippe am Wieselweg.
Bürger haken nach
Einige Projekte werfen bei den Anwesenden Fragen auf, beispielsweise will Richard Friedl zu den E-Scootern wissen, wo genau Stellplätze vorgesehen sind. Friedl bezweifelt, ob sich die Nutzer künftig an Abstellzonen halten. Das funktioniere an anderen Orten bestens, entgegnet Bukowski. Dazu will sich Haar künftig mit den Betreibern Voi und Lime künftig eng zur Entwicklung austauschen. Statt bisher neun Abstellplätzen sollen es bis Juli 14 sein (Rondellstraße, Max- Isserlin-Straße, Edeka Leibstraße, Annelies-Kupper-Allee, Neithardt-Straße (Kita Wolpertinger), Rathaus (Salmdorfer Straße), Gronsdorfer Straße („Parkwildnis“), Hans-Pinsel- Straße, Jagdfeldzentrum, „Postwiese“, Festwiese (2x), Keferloher Straße (Bolzplatz) und Heisenbergweg). Friederike Stadler sorgt sich indes um die Verkehrssicherheit der Schulkinder beider Grundschulen. Leider sei es nicht möglich an der Konradschule eine Schulstraße einzurichten, sagt Bukowski. Die Stadt wolle überprüfen, ob eine sogenannte „Kiss-and-Ride-Zone“ möglich sei. Kinder könnten dann gefahrlos aus dem Auto ihrer Eltern aussteigen. Für die Jagdfeldschule sei es bereits vorgesehen. Schließlich interessiert sich Klaus Steckert im Zusammenhang mit der Wärmeversorgung (Geothermie oder Fernwärme), ob sich Haar mit anderen Kommunen zusammenschließen könne. Das erspare ein eigenes Backup- Kraftwerk. Da Wärme aber nirgends sonst zu bekommen sei, bleibe ein eigenes Redundanz- Kraftwerk unerlässlich, erklärt Bukowski. Ohnehin stehe für das Geothermie-Projekt bisher weder die Menge noch die Temperatur des Wassers fest, das aus der Erde fließt. Das müssen erst Probebohrungen zutage bringen.
Für Sie berichtete Manuela Praxl.































