Wahlen am 08. März 2026
10 Fragen an die Haarer Bürgermeister-Kandidaten

Andreas Bukowski
CSU
46 Jahre,
geboren in Freising,
Familienstand: fest verbandelt,
seit 2015 in Haar,
Hobbys: Lesen, Fitness

Dr. Ulrich Leiner
B90/Die Grünen
67 Jahre alt,
geboren in Neuendettelsau in Mittelfranken, aufgewachsen in Augsburg,
Studium und Promotion an der TUM,
seit 40 Jahren in fester Beziehung, seit 31 Jahren wohne ich in Haar.
Seit meiner Kindheit liebe ich die Berge und habe vom Mont Blanc bis zum Blomberg viele größere und kleinere bestiegen.

Christoph Rätscher
AfD
Alter: 38
Geburtsort: Berlin
Familienstand: ledig
Wohnhaft in Haar seit: 2019
Hobbys: Fliegen (Privatpilot), Sportschießen, Motorradfahren, Wandern, Skifahren und Golf

Peter Schießl
SPD
Alter: 67
Geburtsort: Gilching
verheiratet: 3 Kinder, 3 Enkel
Seit wann wohnhaft in Haar: seit 1991
Hobbys: Tischtennis, Sport, Motorrad, Lesen, Kochen

Dr. Peter Siemsen
FDP
Alter: 55 Jahre
Geburtsort: Braunschweig
Verheiratet, 1 Sohn
Wohnhaft in Haar seit 2011
Hobbys: Altertumsgeschichte (Ägyptologie, Römertum), Wandern und sehr gern einfach mal entspannen.
> Sie bewerben sich um den „Job“ als Bürgermeister. Was bringen Sie mit, was Sie deutlich von Ihren Mitbewerbern abhebt und sie besonders für das Amt befähigt?
Andreas Bukowski:
Die kommenden Jahre werden von der Umsetzung zahlreicher Projekte geprägt sein. Von der Leibstraße, den Busbahnhof über die Wärmeversorgung und die PV-Freiflächen-Anlage bis hin zu Kitas und Gewerbeentwicklung. Ich bin vollumfänglich in alle Projekte eingearbeitet, kenne die Prozesse und Abläufe. Zudem verfüge ich mittlerweile über ein großes Netzwerk, gesellschaftlich, wirtschaftlich und politisch. Dies alles möchte ich auch weiterhin für unsere Stadt einbringen, voller Tatkraft und topmotiviert.
Dr. Ulrich Leiner:
Die Position des Haarer Bürgermeisters ist für mich kein „Job“ sondern eine Aufgabe, die ich mit Sachkenntnis und Engagement anpacken werde. Von allen Bewerbern bringe ich die längste Erfahrung als politisch aktiver Mensch und als Gemeinde-/Stadtrat mit. In meiner langjährigen Position als Führungskraft bei Siemens und in der Fraunhofer-Gesellschaft habe ich gelernt, Menschen zu führen, Ziele zu erreichen und mit Partnern erfolgreich zu verhandeln.
Christoph Rätscher:
Ich bringe über zehn Jahre Berufserfahrung als Bauingenieur im Wohnungsbau mit. Planung, Genehmigungen, Kostenkontrolle und Projektsteuerung gehören zu meinem beruflichen Alltag. Politisch bin ich seit 2016 aktiv und seit rund zweieinhalb Jahren als Referent der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag tätig. Während politische Debatten oft theoretisch geführt werden, kenne ich die Umsetzung aus der Praxis. Als neuer Kandidat stehe ich für Transparenz, kritische Prüfung und ideologiefreie Entscheidungen.
Peter Schießl:
Weil ich Haar seine Stärken wieder zurückgeben kann, die es durch die aktuelle Briefmarkenpolitik zu verlieren droht. Wir brauchen nachhaltige Lösungen für heute und morgen, keine Schnellschüsse, und zwar von der Kita-Planung bis zur Unternehmensansiedlung. Dafür bringe ich gute Voraussetzungen mit: Empathie und Offenheit, Erfahrung in der Stadtrats- und Parteiarbeit, als Lehrer an der Mittelschule und als Behindertenbeirat.
Dr. Peter Siemsen:
Mein Leitbild ist das Gemeinwohl. Für mich zählen gute Ideen, die Haar wirklich voranbringen – nicht Parteibücher. Im Stadtrat gibt es noch zu viel Neben- und Gegeneinander, wodurch das Wesentliche mitunter aus dem Blick gerät. Als Manager und langjähriger Kommunalpolitiker weiß ich, wie man Prozesse so gestaltet, dass Zusammenarbeit gelingt. Genau das wird mich als Bürgermeister auszeichnen. Daran lasse ich mich messen.
> Welche sind die größten politischen Irrtümer oder Fehler der letzten 10 Jahre in Haar?
Andreas Bukowski:
Bedauerlich war die ablehnende Haltung der Mehrheit des Stadtrats gegenüber meinem Konzept einer vollumfänglichen Planung für die sogenannte „Finckwiese“ im Jahre 2021. Denn jetzt, fünf Jahre später, fordern Grüne und SPD genau das. Obwohl klar ist, dass wir nun mitten in den Planungen für die vom Rat damals beschlossene nördliche Fläche stecken und viel Zeit und Geld für die Planung verwendet wurde.
Bereits vor zehn Jahren hätte ein starker Fokus auf der Gewerbeentwicklung liegen können, dann wären wir jetzt deutlich weiter.
Zudem war die Gründung des Kommunalunternehmens Wohnungsbau im Jahre 2016 nicht durchdacht, denn nach wie vor kann das Unternehmen nicht auf eigenen Füßen stehen, schreibt rote Zahlen und kann keine Bauprojekte aus eigener Kraft stemmen.
Dr. Ulrich Leiner:
Ich beziehe mich auf die letzte Wahlperiode, also die letzten sechs Jahre: Die Entwicklung Haars wurde nicht (mehr) mit einer langfristigen Perspektive angegangen und in Projekte der Stadtplanung umgesetzt, stattdessen entstanden Zufallsergebnisse wie beispielsweise der rote Würfel am Bahnhof. Auch beim Klimaschutz gab es zwar Einzelprojekte, wie die Geothermie, die gegen den Widerstand der CSU durchgesetzt werden konnte. Der bereits zweimal vom Stadtrat beschlossene Klimafahrplan für Haar liegt jedoch nach wie vor nicht vor. Stillstand herrschte auch beim kommunalen Wohnungsbau, es wurde in den letzten 5 Jahren kein einziges neues kommunales Wohnbauprojekt gestartet.
Christoph Rätscher:
Sehr kritisch sehe ich die Corona-Politik der vergangenen Jahre. Ausgangsbeschränkungen und weitreichende Eingriffe wurden von den Altparteien mitgetragen; Grundrechte wurden aus meiner Sicht unverhältnismäßig eingeschränkt, ohne offene kommunale Debatte. Ein weiterer Fehler ist die verfehlte Migrationspolitik, deren Auswirkungen Haar deutlich spürt – durch steigende Unterbringungslasten und fehlende Planungssicherheit. Zudem halte ich energiepolitische Vorhaben wie geplante Windkraftanlagen vor Ottendichl, großflächige Photovoltaik im Bereich Gronsdorf sowie Geothermie-Investitionen in Höhe von rund 50 Millionen Euro für finanziell riskant.
Peter Schießl:
Meine Schmerzen stammen eher aus den letzten sechs Jahren. Da ist zunächst viel liegengeblieben und jetzt erleben wir viel Stückwerk: Die Abkehr von unseren kommunalen Leitlinien, keine Einbindung einzelner Vorhaben in die Umgebung, die Vernichtung öffentlicher Grünflächen am Wieselweg und an der Blumenstraße. Kein kommunaler Wohnungsbau. Dazu die Aufhebung des sozialen Mietkonzepts und die mehrheitlich beschlossenen Mieterhöhungen in städtischen Wohnungen alle drei Jahre bis 11 %. Die fehlende Vernetzung ehrenamtlicher und institutioneller Aktivitäten.
Dr. Peter Siemsen:
Die Fokussierung auf einen großen Gewerbesteuerzahler war mit Sicherheit ein Fehler. Ein gesunder Mix aus kleinen, mittleren und großen Unternehmen reduziert Abhängigkeiten und senkt das Risiko plötzlicher, massiver Gewerbesteuereinbrüche. Büroflächen allein reichen für einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort nicht aus. Wir müssen auch gegenüber produzierenden Betrieben offen sein und hierfür geeignete Flächen ausweisen.
> Welche drei Themen sind für Sie die wichtigsten Brennpunkte, die Sie im Falle Ihrer (Wieder-) Wahl sofort anpacken wollen und wie sehen Ihre Lösungen dazu konkret aus?
Andreas Bukowski:
Im Falle meiner Wiederwahl werde ich die laufenden Projekte planmäßig weiterführen, die Gewerbeentwicklung zur Steigerung unserer Einnahmen forcieren und dafür sorgen, dass unser Freibad wieder vollumfänglich öffnen kann.
Dr. Ulrich Leiner:
Aus den zuvor skizzierten Defiziten, sind diese Projekt für mich besonders wichtig:
• Eine Initiative für bezahlbaren Wohnraum, in deren Mittelpunkt das stadteigene Wohnungsunternehmen stehen soll. Der neue Wohnraum wird dauerhaft im Besitz der Stadt bleiben, dies schafft Werte und sichert langfristig eine nachhaltige Rendite.
• Haar soll sich das Klimaziel „CO2-neutral bis zum Jahr 2035“ setzen und einen Maßnahmenkatalog, also einen „Klimafahrplan“ dafür erstellen. Zu den Maßnahmen gehören der weitere Ausbau der Geothermie, PV- und Speicherausbau und ein Ladesäulenplan.
• Mobilität für alle bedeutet für mich: Den Busbahnhof attraktiv umbauen, Radwege sicher, bequem und schnell machen statt die Radler in Haar auf einem Stelzenradweg „in die Luft zu jagen“.
Christoph Rätscher:
Bezahlbarer Wohnraum: pragmatische Planung, schnellere Genehmigungen und klare Prioritäten.
Finanzen stabilisieren: Ausgaben kritisch prüfen und Projekte nach Nutzen für die Bürger bewerten.
Stadtentwicklung: ideologiefrei planen und Verkehr, Bau sowie Infrastruktur für alle praktikabel gestalten.
Peter Schießl:
Sofort angehen würde ich den kommunalen Wohnungsbau, und zwar an der Johann-Strauß-Straße in städtischer Hand und unseres Grundstücks in Ottendichl. Kommunale Mieten müssen bezahlbar bleiben, deshalb Rücknahme der Steigerungsraten bei unseren Mieten. Ich würde die Stellen im Sozialamt wieder voll besetzen und eine qualifizierte Beratung anbieten.
Da unser Premiumstandort direkt an der S-Bahn nun ein Schulzentrum wird, ist es umso wichtiger, die innenliegenden Flächen und Gebäude zu vermarkten und alles dafür zu tun, dass Eglfing fürs Gewerbe nicht komplett aufgegeben wird. Auf der Finckwiese ist es unser Ziel, dass wir als Stadt in der Hand behalten, wer sich dort ansiedelt und im Vorfeld klären, wieviel Gewerbesteuer reinkommt.
Dr. Peter Siemsen:
Haar braucht eine Realschule, und der Schulcampus mit FOS/BOS muss endlich Realität werden. Als Kreisrat habe ich die Realschule in Au auf den Weg gebracht, als Bürgermeister werde ich das Gleiche für Haar tun. Ich will neue Gewerbesteuerzahler gewinnen. Marketing allein reicht nicht aus. Attraktive Firmen gewinnt man durch Verlässlichkeit und moderne Gewerbegebiete. Unser kommunales Wohnungsbauunternehmen muss gestärkt werden, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
> „Ohne Moos, nichts los!“ Welche drei Projekte oder Leistungen würden Sie als Erstes streichen, um den Haushalt zu entlasten?
Andreas Bukowski:
Wenn wir unsere Gewerbeentwicklung weiter forcieren und den Weg fortsetzen, werden wir keine Streichungen vornehmen müssen.
Dr. Ulrich Leiner:
Alle Ratsmitglieder gehen äußerst verantwortungsvoll mit den Stadtgeldern um. Das zeigen die langen Nachtsitzungen in denen buchstäblich um jeden Euro gerungen wird. Daher halte ich es nicht für sinnvoll, Einzelprojekte herauszugreifen. Ziel meiner Haushaltspolitik wird es weiterhin sein, den guten Stand, den Haar erreicht hat, zu erhalten und Akzente, z.B. im Umweltschutz, Wohnungsbau und Sozialen zu setzen.
Christoph Rätscher:
Alle Projekte gehören auf den Prüfstand der Wirtschaftlichkeit. Maßnahmen ohne klaren Mehrwert oder mit hohem Haushaltsrisiko müssen neu bewertet werden. Entscheidend ist eine transparente Kosten-Nutzen-Abwägung.
Peter Schießl:
Uns geht es nicht ums Streichen. Wir hätten andere Prioritäten gesetzt und besser gestaffelt. Die mittelfristige Finanzierung zeigt, dass wir leistungsfähig sind. Die Kosten für die Realschule sind allerdings noch nicht beinhaltet, da werden Belastungen auf uns zu kommen. Aber natürlich müssen wir unsere Einnahmen erhöhen.
Dr. Peter Siemsen:
Unüberlegte Kürzungen würden Haar schwächen. Einsparpotenzial sehe ich bei der Grünflächenpflege durch aufwandsarme Bepflanzung sowie bei der Beleuchtung von Straßen und öffentlichen Gebäuden durch intelligente Steuerung. Bei konkreter Haushaltsnotlage würde ich beim DINO vom aktuellen Cradle-to-Cradle-Ansatz auf kostengünstigeren Holzsystembau umstellen. Der Ausstieg aus dem Geothermieprojekt wäre ein komplexer und schmerzhafter Vorgang.
> Haar zählt zu den zwei finanzschwächsten Kommunen im Landkreis – für potenzielle Investoren klingt das womöglich unattraktiv. Welche Ideen haben Sie für ein erfolgreiches Stadtmarketing?
Andreas Bukowski:
Wir haben unser Image in den vergangenen Jahren ordentlich steigern können – das Thema Circular Economy, die Digitalisierungsprojekte, eine eigene Wirtschaftsförderung und die Stadterhebung haben Sichtbarkeit und Gewicht auf der Landkarte ordentlich verstärkt. Diesen Weg werden wir weiter gehen.
Dr. Ulrich Leiner:
Haar ist finanziell stabil: über 50 Millionen € Rücklagen, kaum Schulden und ein ausgeglichener Haushalt, 90% aller Städte in Deutschland würden jubeln, wenn sie Haars Finanzen hätten. Daher ist jetzt Werben statt Jammern mehr als angesagt. Ich habe die Stadternennung unterstützt und befürworte die Entwicklung der Finckwiese, aber mit einer nachhaltigen Gesamtplanung und als Mischgebiet (Gewerbe, Wohnen, Naherholung).
Christoph Rätscher:
Haar sollte Geschichte und Identität stärker sichtbar machen. Das Wappen der Stadt Haar, verliehen 1951, zeigt zwei Bäume mit einem Rodungsbeil und verweist auf die Entstehung im „Hart“, dem einstigen Waldgebiet des Ebersberger Forsts. Tradition, regionale Identität und ein selbstbewusstes Auftreten nach außen können Stadtmarketing stärken. Dazu gehören auch sichtbare Zeichen staatlicher Identität wie Deutschlandfahnen vor öffentlichen Gebäuden sowie die Förderung des Mittelstands und moderner Infrastruktur.
Peter Schießl:
Märkte ändern sich – Standortfaktoren nicht. Kurze Wege – das ist Haars großes Plus. Damit meine ich die gute Verkehrsanbindung, das vielfältige Angebot für Mitarbeitende an Sport, Kultur, Einkaufsmöglichkeiten, die direkten Kontakte zum Rathaus. Innen- vor Außenentwicklung nehmen wir ernst, daher würden wir die Gewerbefläche Baseballfeld direkt an der S-Bahn ebenso offensiv angehen wie die 20.000 qm an der nördlichen Leibstraße. Vor allem würde ich aufhören, Haar schlecht zu reden.
Dr. Peter Siemsen:
Ich stehe für ein authentisches Stadtmarketing. Egal ob zum Supermarkt, ins Kino, Theater oder zum Arzt: Haar ist die Stadt der kurzen Wege. Unsere Schul- und Bildungslandschaft ist hervorragend. Mit der VHS haben wir einen starken Partner für mittelständische Unternehmen, um Weiterbildung und Fachkräftemangel zu bewältigen. Bei uns wird das Wohlergehen großgeschrieben. Meine Idee: Weg vom klassischen Stadtmarketing, hin zu einem echten Gemeinwohl-Ansatz. Das ist ein starker Haar-Ansatz.
> Mit welchen Maßnahmen fördern Sie die Chancengleichheit aller Kinder unserer Gemeinde Welche Akzente setzten Sie in der Kinder- und Jugendarbeit?
Andreas Bukowski:
Die erste Haarer Jugendversammlung und der Jugendworkshop haben gezeigt, dass sich unsere Jugend für die Stadt interessiert und beteiligt werden möchte. Das werde ich weiterführen. Zudem errichten wir ab Herbst das Jugendfreizeitheim DINO neu, die Planungen sind nahezu abgeschlossen. Um mehr Chancengleichheit zu ermöglichen haben wir das Programm „Kindern Chancen geben“ auf solide finanzielle Füße gestellt und können so Kindern, die das ein oder andere Defizit beim Lernen haben, noch besser helfen.
Dr. Ulrich Leiner:
Mir ist eine hohe Qualität bei Krippen, Kindergärten und Angeboten der Nachmittagsbetreuung wichtig. Hier können wir durch gezielte Förderung die Chancen aller Kinder verbessern. Wir müssen bei der Förderung von Kindern mit einer Behinderung vorankommen. Für die Jugend wollen wir echte Beteiligung. Ich werde mich dafür einsetzen, dass es ein eigenes Budget geben wird, über das Jugendliche selbst entscheiden können.
Christoph Rätscher:
Jugendpolitik bedeutet für mich, echte Perspektiven zu schaffen. Schulen sollten sich stärker auf Leistung, Zukunftskompetenzen und praxisnahe Bildung konzentrieren. Wichtig sind Ausbildungsförderung, technische Angebote und sichere öffentliche Räume.
Peter Schießl:
Ganz wichtig ist uns hier, einen pädagogischen Rahmen für Nachmittagsbetreuung an unseren Schulen zu setzen. Qualität hat für die Bildung unserer Kinder oberste Priorität. Wir brauchen in unseren Kitas eine bessere personelle Ausstattung und mehr Sprachförderung. Auch wieder Ganztagsklassen an Grund- und Mittelschule. Der Erhalt der drei Jugendzentren ist hier zu nennen sowie des städtischen Zuschusses für die Intensivierungsstunden von „Kindern Chancen geben. Um zeitnah auf Herausforderungen reagieren zu können, brauchen wir wieder mehr Vernetzung aller Akteure.
Dr. Peter Siemsen:
Durch verlässliche Kinderbetreuung und beste Bildung für alle! Die Realschule steht wie keine andere Schulform für die Durchlässigkeit unseres Bildungssystems. Der Schulcampus ist daher mein zentrales Anliegen. Kinder- und Jugendarbeit wird bei mir Chefsache, professionell koordiniert durch einen Stadtjugendpfleger und eng verzahnt mit unseren Vereinen. Das DINO wird unter meiner Führung endlich umgesetzt. Ich werde das Projekt vom Kopf auf die Füße stellen.
> Haar ist bekannt für soziales Engagement und den Zusammenhalt. Welche Projekte fördern Sie, um Integration zu verbessern? Welche Angebote/Maßnahmen fehlen?
Andreas Bukowski:
Das bestehende Netzwerk bauen wir weiter aus, beispielsweise ergänzt um kostenlose Rechtsberatung für finanziell weniger starke Mitbürger oder spezielle psychologische Betreuung von Obdachlosen. Beides ist ehrenamtlich getragen. Dennoch sage ich ganz klar, ein soziales Netzwerk kann und soll auch immer Hilfe zur Selbsthilfe sein und, wo möglich, die Menschen so unterstützen, dass sie (wieder) auf eigenen Beinen stehen können.
Dr. Ulrich Leiner:
Ein bisher zu wenig beachtetes Thema ist die Weiterentwicklung der Angebote für Senior:innen. Einerseits werde ich die Möglichkeiten, sich im Rentenalter zu engagieren, weiter fördern und zu anderen müssen wir Angebote in der ambulanten Pflege, Tagespflege und stationären Pflege ebenso ausbauen wie die Unterstützung für pflegende Angehörige und Freunde.
Wie bei den Kindern möchte ich, dass Haar inklusiver wird, weshalb ich gemeinsam mit dem Behindertenbeirat Wege finden werde, wie dieser in seiner Rolle gestärkt werden kann.
Christoph Rätscher:
Integration braucht klare Regeln, gegenseitigen Respekt und funktionierende Strukturen. Aus meiner Sicht gehört auch die konsequente Remigration im Rahmen des geltenden Rechts zu einer ehrlichen Debatte über Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Peter Schießl:
Im Wesentlichen aufgebaut von SPD-Bürgermeistern. Interkulturelle Angebote fehlen. Das Fest „Haar United“ war ein Ansatz, aber es fehlt an wirklicher Begegnung und gemeinsamen Projekten, auch zwischen den Generationen. Aufsuchende Sozialarbeit für Jugendliche und Senioren. Haar hat hochmotivierte Ehrenamtliche, mit mehr fachlicher Begleitung seitens des Rathauses könnten wir unterstützen und entlasten.
Dr. Peter Siemsen:
Ich bin in einem sozialen Brennpunkt mit hohem Ausländeranteil aufgewachsen. Integration ist dort bis heute Thema Nummer 1. Aus dieser Erfahrung weiß ich: Ohne Konzept entfalten Projekte selten volle Wirksamkeit. Haar braucht ein Integrationsmanagement, das Bedarfe erfasst, Maßnahmen steuert und Wirkung überprüft. Gemeinsam mit BONI, VHS, KJR und allen, die sich mit starken Ideen einbringen wollen, werde ich in Haar Vielfalt für das Gemeinwohl gestalten.
> Wie wollen Sie das Ehrenamt, die Vereine und das kulturelle Leben in Haar stärker unterstützen?
Andreas Bukowski:
Die Gründung unsere Kulturamts und unseres Sportamts vor wenigen Jahren hat zwei Plattformen geschaffen auf deren Basis gesellschaftliches Engagement noch besser unterstützt werden kann. Darauf wollen wir weiter aufbauen, aber auch dazu braucht es entsprechende finanzielle Ausstattung, für die wir in ausreichendem Maße sorgen müssen.
Dr. Ulrich Leiner:
Ich werde eng mit den Haarer Vereinen zusammenarbeiten und die Anlaufstelle für Vereine wieder etablieren. Auch mit mir wird Haar das Feiern nicht verlernen. Mein Ziel ist es, dass wir über die ganze Stadt verteilt viele Orte der Begegnung und des fröhlichen Austausches schaffen und dabei mit vielfältigen Formaten experimentieren. Nur so erreichen wir, dass möglichst viele Haarer:innen daran teilhaben.
Christoph Rätscher:
Ehrenamtliche Vereine tragen das gesellschaftliche Leben in Haar. Ich möchte Bürokratie abbauen, Genehmigungen vereinfachen und Vereine stärker unterstützen sowie lokale Traditionen fördern.
Peter Schießl:
Kulturell macht die Stadt schon viel richtig. Kleines Theater, Kino, Konzerte, unsere städtischen Feste. Unser Ziel ist Teilhabe für alle, heißt niedrigschwelliger Zugang. Unsere Vereine brauchen für ihre Arbeit eine verlässliche Unterstützung. Kein Kaputtsparen unserer vhs, denn sie ist ein wichtiger Baustein zum Erhalt unserer Demokratie. Über eine Online-Plattform für ehrenamtliche Tätigkeiten wollen wir eine Art „Jobbörse“ aufbauen.
Dr. Peter Siemsen:
Ohne Ehrenamtliche gäbe es unsere beeindruckende Vereins- und Kulturlandschaft nicht. Sie sind die Träger des Gemeinwohls. Damit das Ehrenamt nicht zur Mangelware wird, setze ich neben Fördermitteln und öffentlicher Anerkennung auf Koordination, Information und Beratung. Unser hervorragendes Kulturamt wird hierfür zur Stabsstelle für Kultur und Ehrenamt weiterentwickelt.
> Politiker genießen den zweifelhaften Ruf es mit der Wahrheit nicht immer so genau zu nehmen. Prominente Beispiele gibt es viele, das verunsichert die Wähler. Wie wollen Sie Menschen vom Gegenteil überzeugen?
Andreas Bukowski:
Ich denke, meine Mitbürger haben mich als jemanden kennengelernt, der offen und transparent über alle Themen spricht, Fehler zugeben kann und vor keiner Diskussion zurückweicht.
Dr. Ulrich Leiner:
Offen gesagt, mir missfällt Ihre Suggestivfrage, die Politikverdrossenheit eher verstärkt statt ihr entgegenzuwirken. In der Kommunalpolitik arbeiten wir miteinander, ehrenamtlich mit persönlichem Einsatz und haben immer Zeit und ein offenes Ohr für Fragen, Kritik und Ideen unserer Bürgerinnen und Bürger. Genau so geht gelebte Demokratie in einer aktiven, vielfältigen Zivilgesellschaft. Das ist das beste Mittel gegen die Angriffe von außen und innen auf unsere weltoffene Gesellschaft.
Christoph Rätscher:
Vertrauen entsteht durch Transparenz, nachvollziehbare Entscheidungen und ehrliche Kommunikation. Bürger müssen frühzeitig informiert und beteiligt werden, statt erst nach abgeschlossenen Beschlüssen davon zu erfahren. Klare Zahlen, offene Diskussionen und eine verständliche Sprache sind für mich entscheidend, damit Politik wieder glaubwürdig wird.
Peter Schießl:
Es gibt einzelne schwarze Schafe, aber ich wehre mich entschieden gegen dieses Pauschalurteil. Gerade auf der kommunalen Ebene, bin ich als Stadtrat nahbar und jederzeit, auch beim Einkaufen ansprechbar. Was wir machen, wird relativ schnell sichtbar. Da können sich die Haarerinnen und Haarer ein gutes Bild machen.
Dr. Peter Siemsen:
Wahrheit ist für mich das Streben, die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind – frei von Ideologie und Parteibuch. Ich sehe es als meine Pflicht, auch unangenehme Tatsachen offen und sachlich anzusprechen. Nehmen Sie meine Haushaltsreden. Hier schildere ich die Finanzlage so, wie sie ist und nicht so, wie wir sie alle gern haben möchten. Durch fakten- und gemeinwohlorientiertes Handeln werde ich Vertrauen schaffen.
> Was möchten Sie den Haarer Bürgerinnen und Bürgerinnen noch gerne persönlich mitteilen?
Andreas Bukowski:
Ich bin bereit auch für die kommenden sechs Jahre wieder Verantwortung für unsere junge Stadt zu übernehmen. Es steht viel an: große Infrastrukturvorhaben, die Fortführung der Projekte im Bereich Energie, die weitere Steigerung unserer Einnahmen, der Ausbau der Kinderbetreuung und vor allem auch die Sanierung von Straßen und kommunalen Gebäuden. All das packe ich gerne weiter für Sie an und führe fort, was ich begonnen habe.
Dr. Ulrich Leiner:
Ich freue mich darauf, Ihr Bürgermeister zu werden und mit Ihnen zusammen Haar zu einer richtigen Stadt zu machen.
Christoph Rätscher:
Ich stehe für sachliche, verantwortungsvolle Politik mit klaren Prioritäten, Transparenz und Remigration im Rahmen des Rechtsstaats. Haar hat großes Potenzial, wenn Entscheidungen pragmatisch und bürgernah getroffen werden.
Peter Schießl:
Gehen Sie zur Wahl, denn diese Wahl ist eine echte Richtungswahl. Informieren Sie sich ausführlich über die Ideen der jeweiligen Bewerber und schauen Sie genau, wer auf Grundsätze schaut, die Haar zu dem gemacht haben, was es ist.
Dr. Peter Siemsen:
Ich stehe für eine Politik, die Ihnen ein selbstbestimmtes Leben in einer starken Gemeinschaft mit sozialer und ökologischer Verantwortung ermöglicht. Eine funktionierende, moderne Infrastruktur und eine stabile Wirtschaft sind dafür ebenso entscheidend wie Demokratie und Freiheit. Lassen Sie uns das gemeinsam anpacken. Denken Sie daran: Nicht Parteibücher, sondern gute Ideen bringen Haar voran.
Für Sie berichtete das Haarer Stadt Echo.








