Wenn Rosenblätter fallen
Taschentücher gehören zur Grundausstattung für den Besuch, überall sind Schluchzer während der Vorstellung des Kammermusicals „Wenn Rosenblätter fallen“ im Kleinen Theater Haar zu hören. „Das Besondere an dem Musical ist die Emotion. Katja Berg verkörpert die Mutter großartig und schafft es wirklich die Gefühle auf das Publikum zu übertragen. Mich hat die Darstellung der Schauspieler total mitgenommen und so ergriffen, dass ich auch weinen musste“, gesteht Premierengast Dennis Steinke. Die Geschichte von Autor Kai Hüsgen und Musik von Komponist Rory Six wagt sich an ein schwieriges Thema heran und behandelt das menschlich wie politisch brisante Problem Sterbehilfe.
Der Schmerz loslassen zu müssen
Till ist 19 Jahre alt und beginnt ein Studium. Direkt am ersten Tag lernt er die ebenso alte Kommilitonin Iris kennen. Schnell entdecken die beiden Gefühle füreinander. Dabei stellt der junge Student immer mehr Übereinstimmungen und Berührungspunkte zu seiner erst kürzlich verstorbenen Mutter fest. „Das Musical besteht und lebt aus und von Rückblicken. Noch immer erhält Till Briefe seiner Mutter. Sie verfasst die Zeilen, als ihr bewusst wird bald sterben zu müssen. So schreibt sie ihm zum Einzug, zum Beginn des Studiums und weitere Male. Das ist sehr ergreifend“, erzählt Dennis Steinke. Till erlebt in seiner Erinnerung noch einmal die kurze Zeit, die ihm und seiner krebskranken Mutter Rose bleiben, um sie langsam in den Tod zu verabschieden. Bereits die Uraufführung 2010 des in Amsterdam des zwischenzeitlich ausgezeichneten Musicals ist ein großer Erfolg, genau wie Vorstellungen in Hamburg und Wien.
Die Kunst Gefühle zu transportieren
„Die Leistungen der Darsteller Katja Berg als Rose, Raphael Binde als Till und Larissa Hartmann als Iris sind phänomenal muss man sagen, dazu die nahegehende Story“, stellt Musicalfan Steinke fest: „Sie schaffen es die Distanz zwischen Publikum und Schauspieler zu überwinden und bringen dieses überaus menschliche Geschichte nah. Es war auf jeden Fall ein sehr emotionaler Abend, so viel steht fest.“ Regie führt in der Neuinszenierung erneut der Saarländer Lukas Gerber, die Musik verantworten Stefan Delanoff, Anna Zimmermann, Rei Kondakciu und Sebastian Mosquera. Bereits in der Vorsaison brilliert Gerber mit der Aufführung „Die letzten fünf Jahre“ Jason Robert Brown mit Florian Soyka & Bianca Basler: „Wir sind sehr glücklich, dieses berührende Musical mit starkem Aktualitätsbezug ab Herbst in unserem Haus spielen zu dürfen“, so Intendant Matthias Riedel-Rüppel
Für Sie berichtete Manuela Praxl.






















