Ein Mann mit Herz und Weitblick: Hans Wehrberger verstarb am 2. Januar 2026. Foto: Familie Wehrberger
Ein Mann mit Herz und Weitblick
Er galt als Menschenfreund und Mann des Fortschritts. Nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb Haars ehemaliger Bürgermeister Hans Wehrberger am 2. Januar im Alter von 84 Jahren. In seiner Amtszeit von 1984 bis 1992 hat die Entwicklung des Ortes entscheidend geprägt.
Von Beginn engagiert
Hans Wehrberger wächst in Haidhausen auf und beginnt nach der Lehre seine berufliche Laufbahn bei Siemens. Schnell arbeitet er sich zum Abteilungsleiter des Rechenzentrums hoch, leitet ab 1976 das Rechenzentrum des Landesverbands der Betriebskassen. 1973, zieht Hans Wehrberger mit seiner Ehefrau Gisela und drei Töchtern nach Haar in das Neubaugebiet am Jagdfeldring. Damals zählt die junge Familie zu den Pionieren im neuen Ortsteil, der zu dieser Zeit noch weitgehend einer Baustelle gleicht. Sofort packt das Ehepaar im Ort mit an, Hans im Jagdfeld-Ausschuss und als Elternbeirat, Gisela als gewählte Gemeinderätin. Nach dem großen Scheitern der Wahl 1978 wechselt Hans Wehrberger, trotz seines beruflichen Erfolgs, konsequent in die Kommunalpolitik. In jenen Jahren spricht sich Haars SPD klar dafür aus, das Rathaus in der Ortsmitte zu erhalten – ein Umstand, der Hans Wehrberger überzeugt, gegen den CSU-Kandidaten Michael Pinker anzutreten und schließlich zu gewinnen.
Mit Tatkraft gegen die Herausforderungen
Nur vier Monate nach Amtsantritt zeigt Hans Wehrberger seine Qualitäten als bürgernaher Rathauschef und organisiert nach einer Hagelkatastrophe mit tennisballgroßen Hagelkörnern, Hilfe für jene, die von den Schäden ungeheuren Ausmaßes betroffen sind. Die Sanierung des Ortskerns fällt in seine Amtszeit, darunter der Um- und Ausbau des Rathauses, die Errichtung des Maria- Stadler-Haus, die Sanierung der „alten Schule“, der Bau des Bürgerhauses, der Erwerb der Dragoni-Villa für die Bücherei und das Familienzentrum und die Neugestaltung des Kirchen- und des Bahnhofplatzes. Hinzu kommt der Sportund Freizeitpark und die Gewerbe- und Siedlungsgebiete in Eglfing. „Hans Wehrberger ist es städtebaulich gelungen, die Identität des Ortes zu bewahren und zugleich Raum für Neues zu schaffen“, sagt sein späterer Amtskollege Helmut Dworzak.
»Ohne ihn hätten wir heute kein Rathaus in der Ortsmitte, keinen Sportpark
und kein Gewerbegebiet in Eglfing. Er war ein Wegbereiter für eine
zukunftsfähige und sinnvolle Ortsentwicklung. Dabei hatte er immer die
Menschen und Familien im Blick.«
Peter Schießl, Stadtrat (SPD)
Wehrberger erkannte kommende Herausforderungen früh
Gleichzeitig setzt sich Hans Wehrberger gegen Mieterhöhungen im Jagdfeld und für den Erhalt von Sozialwohnungen ein. Unter seiner Führung bekommt Haar als erste Kommune im Landkreis eine Umweltreferentin und übernimmt eine Vorreiterrolle mit der ersten Kinderkrippe im Landkreis. Park-and-Ride- Plätze am Haarer S-Bahnhof und die Ortsteile entstehen, ebenso Tempo 30 Zonen in allen Wohnstraßen. Auch Stadtrat und amtierender Bürgermeisterkandidat Peter Schießl würdigt Hans Wehrbergers Schaffen: „Ohne ihn hätten wir heute kein Rathaus in der Ortsmitte, keinen Sportpark und kein Gewerbegebiet in Eglfing. Er war ein Wegbereiter für eine zukunftsfähige und sinnvolle Ortsentwicklung. Dabei hatte er immer die Menschen und Familien im Blick.“ Die Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt.
Für Sie berichtete Manuela Praxl.




