World Cleanup Day

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Fleißige Helfer räumen am World Cleanup Day in Haar auf

Die Grünen machen mit beim globalen Ramadama

Es ist ein traumhafter Tag im Urlaub mit Sonne, Strand und Meer und dann das: Igitt! Eine Welle spült getragene Windeln, „Coffee-to-go“-Becher und Zigarettenstummel an. Letztendlich ist das aber kein Wunder – pro Minute landet, laut Greenpeace, eine Lastwagenladung Plastikabfall im Meer. Der Plastikatlas der Heinrich-Böll-Stiftung weist weitere gigantische Zahlen aus. Seit 1950 produziere die Industrie weltweit mehr als 8,5 Milliarden Tonnen Plastik, das meiste als Einwegprodukte und Verpackungsmaterialien. Vor wenigen Jahren startet der World Cleanup Day oder einfach ausgedrückt: ein globales Großreinemachen beziehungsweise Ramadama. 2021 macht Haar mit rund 15 Freiwilligen ab drei Jahren das erste Mal mit. Primavera Centonza vom Ortsverband der Grünen/Bündnis 90 ist Initiatorin der Aktion: „Green Peace will damit ein Zeichen gegen Plastik setzen. Am Schluss dürfen alle ein Formular ausfüllen, in das man schreibt, wie viel Müll man gesammelt hat und die Daten übermitteln.“

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Brennpunkte in Haar

Immerhin helfen vergangenes Jahr elf Millionen Menschen in mehr als 160 Ländern, um Plastik aus Gewässern zu fischen, oder von Wegen und Plätzen aufzuheben. Auch in Haar liegt einiges dort, wo es nicht liegen soll. Um den Unrat nicht direkt anfassen zu müssen, leiht sich Centonza beim Bauhof Greifzangen. Gemeinderat Mike Seckinger kommentiert: „Die Kinder lernen nicht nur was, sondern schulen auch ihre Feinmotorik.“ Sorgt der Ausspruch anfangs noch für Lacher, ist schnell klar: die Feinmotorik ist wirklich gefragt. Denn es gibt regelrechte „Hotspots“ im Gemeindegebiet, die Umweltverschmutzer einzuladen scheinen, ihren Müll an Ort und Stelle zu entsorgen: „Immer da wo Parkbänke stehen oder auf Spielplätzen“, beobachtet Primavera Centonza. „Wir haben uns vom Bahnhof an den S-Bahnschienen zur Unterführung gearbeitet, bis zu Spielplätzen. Auch Waldbereiche sind für viele offenbar Müllabladestellen.“

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Kippen sind ekelhaft

In der rund dreistündigen Aktion findet der Aufräumtrupp große Mengen Korken, Flaschen, Plastikverpackungen von Süßigkeiten oder Joghurtbecher. Geduldig erklären die Erwachsenen den jüngsten Müllsammlern in verständlichen Worten, wie lange es dauert, bis der unterschiedliche Müll abgebaut ist: „Auch eine Bananenschale löst sich nicht einfach auf, sie braucht Kompost“, sagt Primavera Centonza. „Und Taschentücher zersetzen sich zwar, aber es dauert ewig. Vor allem Kindergartenkinder gehen aufmerksam mit dem Thema um, wenn man ihnen erklärt, dass sich der Vogel verschlucken kann oder dass es sich um den Lebensraum eines Tieres handelt.“ Geradezu empört reagieren die Kleinen auf die unzähligen Zigarettenstummel: „Das haben sie auch lautstark kundgetan. Da haben Raucher, die dort standen, schon geschaut“, erzählt Centonza, die mit einigen Haarern während der „Operation“ ins Gespräch kommt. „Toll fand ich die Rückmeldung der Leute und das Fazit der Kinder, die bei uns waren. Sie wollen beim nächsten Spaziergang einfach einen Müllsack mitnehmen und unabhängig von dem World Cleanup Day weiter Plastik aufheben.“

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Zur Belohnung gab es für die fleißigen Helfer zum Abschluss des diesjährigen Ramadamas

Neuauflage nächstes Jahr

Für Primavera Centonza ist der World Cleanup Day 2021 nicht der letzte, betont sie: „Es soll eine jährliche Aktion werden, ich habe da jetzt ein Auge drauf. Ich würde es gerne auf ganz Haar ausbreiten, vielleicht können wir es dann in einem Fest ausklingen lassen.“ Grundsätzlich gehe es ihr aber nicht nur darum, den Müll richtig zu entsorgen: „Wir müssen im Vorfeld umsichtig sein und überlegen, ob man Produkt x oder y wirklich benötigt, also bereits dort versuchen, Plastik zu vermeiden.“

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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