Der Baustart war im September 2024 und sollte bis September 2026 dauern. Diesen Zeitplan hat das Bau- und Handwerkerteam klar unterboten.
Erster Bauabschnitt im Turbogang
Deutlich schneller als vorgesehen ist ein erstes Etappenziel des ambitionierten Großprojekts am EMG geschafft: Noch vor Beginn der großen Ferien ist der erste Bauabschnitt nach der Schulerweiterung und umfassender Sanierung bezugsfertig. „Der Baustart war im September 2024 und sollte bis September 2026 dauern. Diesen Zeitplan hat das Bau- und Handwerkerteam klar unterboten“, stellt Studiendirektor Andreas Dauscher bei einer Begehung der Westseite des Gebäudekomplexes kurz vor den Sommerferien im vergangenen Juli fest. „Ein Gewinn auch für die Lehrerschaft, die durch den vorgezogenen Umzug ihren Urlaub nicht verkürzen muss.“
In die Höhe gewachsen
Die umfassenden Maßnahmen beinhalten neben der abgeschlossenen Generalsanierung mit versetzten Wänden und dem Austausch sämtlicher Leitungen in den unteren Räumlichkeiten die Aufstockung um ein drittes Obergeschoss. Finanziell handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt. Während sich für die Generalsanierung Haars Zweckverband die Kosten mit dem Landkreis teilt, muss der Landkreis die Investitionen für die Aufstockung allein tragen. Die allerdings sollen sich für die Schülerschaft auszahlen. Im neu gestalteten Gebäudetrakt sorgen die kluge Umstrukturierung und Neuaufteilung unter anderem für acht hochmoderne Klassenzimmer und verschiedene Fachräume für beispielsweise naturwissenschaftliche Fächer. Ein integrierter Raumpuffer bietet weitere flexible Möglichkeiten. „Ein Zimmer mehr schadet schließlich nie, so können wir auf zukünftig schwankende Schülerzahlen perfekt reagieren“, erklärt Dauscher.
Die Schule der Zukunft: Lerninseln nach modernem Vorbild
Eine neue Ära des Lernens läuten zwei konzeptionelle Neuerungen ein. Nach dem Vorbild des Freiflächenkonzepts im Gymnasium Trudering ist am EMG nun nicht mehr jeder Quadratmeter starr als klassisches Klassenzimmer definiert. Vor allem im neuen dritten Stock können Lehrer stattdessen ihre Klassen auf sogenannte „Lerninseln“ aufteilen, die sich jeweils vier Klassen teilen. Dabei handelt es sich um offene und flexibel nutzbare Freiflächen im Flurbereich, um unkompliziert eigenständige Gruppenarbeit zu ermöglichen. Durch große Glasfenster können die Lehrkräfte auch weiterhin ihre Schüler beaufsichtigen und gegebenenfalls einschreiten. Im Gegensatz zum Bestandsbau aus den 1970er- Jahren, der häufig an bauliche Grenzen stößt, kann das Konzept hier eine Brücke zwischen Selbstständigkeit und Sicherheit schlagen. Für eine Erleichterung im Alltag der Lehrer hat Michael Koopman gesorgt, der unter anderem auch mit schultechnischen Fragen betraut ist und das Schaltpult an den Lehrertischen entwickelt hat. „Hier hat er das, was sonst an vielen Orten liegt, zentral auf nur 15 Zentimetern gebündelt. Das hilft insbesondere Lehrkräften, die vielleicht nicht ganz so technikaffin sind“, lobt Dauscher.
Schulerweiterung: Mehr Platz für Schüler Die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium macht einen Ausbau des EMG notwendig. „Zwar bleibt die Schüleranzahl in den Eingangsklassen recht stabil mit fünf oder seltener sechs Parallelklassen, dennoch wächst die Zahl der Schüler von 1.100 auf über 1.200 an. Das liegt an den etwa 140 Schülern, die ja nun erst im 13. Schuljahr ihr Abitur machen“, verdeutlicht Dauscher die Dringlichkeit. Gleichzeitig gehe es nicht nur um die wachsende Schülerzahl, so Dauscher: „Die heutigen Lehrpläne verlangen andere Raumkonzepte, besonders im MINT-Bereich. Es entstehen drei neue, modern ausgestattete Fachräume, zweimal für Natur und Technik sowie einmal für Chemie. Die Baumaßnahme sichert die Zukunftsfähigkeit unseres Schulstandorts.“
Statt Kreidestaub High-Speed
Darüber hinaus fordere die fortschreitende Digitalisierung Anpassungen, betont Dauscher. „Für einen modernen, appbasierten Unterricht im Klassenzimmer bedarf es einer hochmodernen digitalen Infrastruktur, die ein leistungsstarkes WLAN und verlässliche Backup- Systeme beinhaltet.“ Nur mit diesen Voraussetzungen können Programme flüssig laufen oder die reibungslose Teilnahme am Pilotprojekt „Digitale Schule der Zukunft“ des bayerischen Kultusministeriums möglich sein. „Das neue Netz bildet das Fundament für diesen digitalen Wandel“, unterstreicht Dauscher. „Wir haben im Bestandsbau einen Haufen Leitungen nagelneu machen müssen, genauso wie Abdichtungen, mussten bei der Statik nachspritzen, den Aufzug verlängern und Notausgänge erneuern. Das hat auch mit den heutigen Brandschutzanforderungen zu tun.“
Bisher alles im Griff
Voraussichtlich beläuft sich das Gesamtbudget für den G9-Ausbau und die Digitalisierung auf rund 55 Millionen Euro. Bisher sind über die Hälfte der Mittel ausgegeben oder fest beauftragt – die große Abrechnung folgt in zwei Jahren. Allerdings zeigt sich ein positiver Trend bei den Ausschreibungen: Nach Corona hat sich die Situation auf dem Baumarkt spürbar entspannt, aktuell liegen die Vergaben sogar unter den ursprünglich veranschlagten Kosten. Da der Bau im Zeitplan liegt, bedeutet das im Vergleich zu anderen Großprojekten ein Riesenglück. „Einen maßgeblichen Anteil daran hat Bürgermeister Bukowski, der das Projekt mit enormem persönlichem Zeitaufwand in allen Sitzungen eng begleitet und vorantreibt“, hebt Dauscher hervor.
v.r.n.l. Schulleiter OStD Matthias Flurl und StD Andreas Dauscher, Mitarbeiter der Schulleitung freuen sich über den gelungenen Um- und Erweiterungsbau des EMG.
Für Sie berichtete Manuela Praxl.







































