Nahbar, herzlich und immer ein offenes Ohr: Drei Patres feiern ihre Priesterjubiläum in der bis auf den letzten Platz besetzen Kirche St. Konrad mit einem Festgottesdienst.
Ein Seelsorger mit Herz und breitem Kreuz
„Ich empfinde vor allem Dankbarkeit für die unzähligen Begegnungen und Erfahrungen, die ich in den vergangenen zwei Jahrzehnten machen durfte.“ Pater Gabriel Budău feierte vor wenigen Wochen sein 20-jähriges Priesterjubiläum – Zeit, um kurz innezuhalten: „Ich habe klein angefangen in Rumänien, bevor ich an verschiedene Orte in Deutschland kam“, sagt Pater Gabriel. Dabei seien Freundschaften „im Glauben und der Verkündigung“ entstanden: „Ich habe die Menschen in schönen, aber auch in schweren Situationen des Lebens erlebt, von der Tauffeier bis zur Beerdigung – eben alle Bereiche, die die Seelsorge mit sich bringt.“
Nicht zu übersehen: Ein Riese, der Herzen öffnet
An diesem Mann ist kein leichtes Vorbeikommen, sowohl wörtlich als auch sprichwörtlich. Zum einen liegt das an seiner imposanten Größe – hünenhaft ragt er beinahe aus jeder Menge heraus –, zum anderen, und das ist das Herausragende, an seiner herzlichen, offenen und zugewandten Art. Wo immer er sich in Haar bewegt oder steht, versammeln sich schnell Menschen um ihn herum, die ihn „einfach nur kurz“ grüßen, mit ihm sprechen oder sich anvertrauen wollen. „Die besondere Nähe zu den Menschen kenne ich von meiner großen Familie mit vielen Tanten, Onkeln, Cousins und Cousinen“, erzählt Pater Gabriel: „Wir haben viel gemeinsam erlebt, fröhliche Zeiten, aber auch die traurigen Momente im Leben. In einer großen Familie aufgewachsen zu sein, hat meine Einstellung, Menschen nah sein zu wollen – egal ob in der Kirche, auf dem Volksfest, auf der Straße oder beim Einkaufen –, geprägt.“
Grenzenlose Seelsorge verbindet
Pater Gabriel will „für alle“ da sein, unabhängig von deren Religionszugehörigkeit oder Nationalität: „Wir sind alle eine große Menschheitsfamilie, egal ob katholisch oder nicht, denn ich verstehe mich als jemanden, der Brücken bauen will.“ Er wolle sie zwischen Menschen und Kulturen bauen, gerade jetzt in „kritischen Zeiten der Spaltungen“: „Es ist bedeutsam hinzuschauen auf das, was uns verbindet und was uns weiterbringt, was wir brauchen, um für die Gemeinschaft Gutes zu bewirken. Jeder Mensch, egal wie eingestellt, braucht das.“
Drei Jubiläen und ein Abschied
Aus seinen unzähligen Momenten, mit Menschen gemeinsam zu weinen, zu lachen und mit ihnen zu tanzen, ergibt sich für Pater Gabriel „eine große Vielfalt an Gefühlen“: „Ich durfte sie nicht nur selbst erleben, sondern auch meine beiden anderen Patres.“ Bei den „beiden anderen“ handelt es sich um Pater Mihai Ciprian Hortolomei, der seit Kurzem im Chiemgau wirkt, und Pater Dan-Ciprian Vătămănelu. Da sie zum gleichen Zeitpunkt ihr 10-jähriges Jubiläum begehen, konnten die drei vor einigen Wochen das für jeden einschneidende Ereignis gemeinsam in einem Festgottesdienst feiern.
Mit Zuversicht, Schritt für Schritt
Für Pater Mihai zieht bald ein neuer, junger Pater nach Haar: „Er kommt auch aus Rumänien aus unserem Orden und muss nur noch den Sprachkurs bestehen, dann kann er Ende Oktober anfangen“, erklärt Pater Gabriel. Wie es für ihn selbst weitergeht, nimmt er mit Gelassenheit und Gottvertrauen: „Ich lebe im Jetzt und Hier, darauf liegt mein Fokus, ich nehme mir nichts Festes für die Zukunft vor. Ich weiß und vertraue auf Gott. Wo immer er mich hingeführt hat, war es richtig. Ich habe mich jeder neuen Herausforderung und Aufgabe gestellt.“ Pater Gabriel weiß nicht, ob ihn sein Orden irgendwann versetzen wolle. „Vor vier Jahren wusste ich nicht, was mich hier in Haar Wunderschönes erwarten würde mit all den Menschen, die ich hier kennengelernt habe. Die Erfahrungen haben mein Leben als Pater und Mensch bereichert. Ich bin so froh, hier zu sein. So lebe ich und bin gespannt, wie es sich weiterentwickelt, was wir in Haar und im Pfarrverband gestalten und wie die Bereiche zusammen- und weiterwachsen. Das ist schön und darauf lasse ich mich zu hundert Prozent mit Leib und Seele ein.“
„Es ist bedeutsam hinzuschauen auf das, was uns verbindet
und was uns weiterbringt, was wir brauchen, um für die Gemeinschaft
Gutes zu bewirken. Jeder Mensch, egal wie eingestellt, braucht das.“
Pater Gabriel Budau.
Für Sie berichtete das Haarer Stadt Echo.






























