Wunschzettel ans Rathaus: Mehr Mitsprache

Kategorie: Politik

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Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) sucht den Austausch mit Haars  Jugendlichen.

Haars Jugend trifft Stadtvertreter

Rund 40 Jugendliche im Alter zwischen neun und 21 Jahren finden den Weg ins Bürgerhaus zur zweiten Jugendversammlung. Unter ihnen befindet sich Riad. Der Achtzehnjährige zählt zum sogenannten A-Team des Jugendtreffs Dino. Es besteht aus acht engagierten Mitgliedern, die zwischen 14 und 25 Jahre alt sind und sich aktiv mit Themen der Einrichtung auseinandersetzen, Entscheidungen anschieben und mittragen. Riad und seine Freunde wollen hören, was „konkret“ passiert sei nach der Premierenveranstaltung im vergangenen Jahr, aber auch ob es neue Ideen gibt oder inwieweit sich Haars Jugend an Prozessen, die sie betreffen, beteiligen kann. Gespannt verfolgen sie den Abend, den Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) moderiert.

 

Mit modernen Gimmicks an den Kern der Sache

Mithilfe eines QR-Codes, den die Teilnehmer herunterladen können, stellt Bukowski verschiedene Fragen. Antworten können auch die anwesenden Stadträte wie der jüngste Gremiumsvertreter und Fraktionsvorsitzende der SPD, Raul Würfl (22), Kulturreferentin Anke Sitter (CSU) oder Peter Siemsen (FDP). Neben beachtlich wenigen, nicht ernstzunehmenden Äußerungen, verdeutlicht die Abfrage verschiedene Wünsche der Jugendlichen. Eine Plattform mit Informationen über Veranstaltungen oder Minijobs steht auf der Liste, genauso kostenlose Angebote für Schüler wie Coupons auf der Künstlermeile, ein AfD-Verbot und häufigere Jugendtreffen. Vor allem mehr Mitbestimmung in politischen Entscheidungen und eine „regelmäßige Sprechstunde mit dem Bürgermeister“ gehören zu den dringlichsten. Für den WhatsApp-Kanal der Stadt, den mehrere Hundert Jugendliche nutzen, sehen die meisten Optimierungsbedarf und nennen konkret „lustigere Videos“ und „Cartoons“.

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Jugendzentren im Rampenlicht

„Euer Input ist uns wichtig“, betont Rathauschef Bukowski und reagiert aus einer Erkenntnis der ersten Veranstaltung: „Viele wissen gar nicht über die Existenz unserer Jugendzentren.“ Die jeweiligen Vertreter der Einrichtungen stellen sich und ihre Schwerpunktarbeit mit kleinen Videos vor. Im BONI, dem kirchlichen Jugendzentrum im Jagdfeld, stehen körperbetonte Aktivitäten wie Boxen und Fußball im Vordergrund, eine weitere Säule bilden die Vorbereitungskurse für den „Quali“ für Mittelschüler. Der offene Treff DINO steht vor allem für die mündige Mitbestimmung der Jugendlichen, außerdem gemeinsame Städtereisen oder Kochen am „Fresh Food Friday“, hingegen im Route 66 vor allem die Harmonie im Mittelpunkt steht: Nachwuchsmusiker können hier proben. „Dürfen Gymnasiasten eigentlich auch in die Treffs?“, ist wohl eine der überraschendsten Fragen des Abends.

 

Gen Z besser als ihr Ruf

Die Jugendlichen können im Laufe des Abends an verschiedenen Ständen mit unterschiedlichen Stadtvertretern zu Themen wie Wohnen, Umwelt oder Freizeit diskutieren. Meist geht es um Selbstbestimmung und politische Aufklärung, aber auch um die schwierige Wohnsituation in Münchens Speckgürtel. Dabei geht es nicht nur ums bloße Meckern, vielmehr steuerten die Jugendlichen interessante Lösungsansätze wie Jugend-WGs bei. Ebenso überrascht den einen oder anderen ihr Anliegen nach mehr Sauberkeit am Bahnhof, andere unterbreiten ihre Idee von einem Kulturpark mit Brunnen, Bühne, Bänken und einem Grillplatz. „Ich fand es wirklich gut, dass der Zusammenhang zur letzten Versammlung hergestellt wurde“, so Astrid Hummeltenberg vom KJR-München-Land: „Es ist wichtig, dass die anwesenden Jugendlichen eine Reaktion auf das erfahren, was sie machen. Es war gut, dass die Jugendzentren vorgestellt wurden. Manche trauen sich da nicht hin und wissen nicht, was drin passiert.“

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Lob mit Luft nach oben

Insgesamt kommt die Versammlung bei den Vertretern der Jugendzentren gut an, sie sehen aber noch Verbesserungspotenzial für die nächste Veranstaltung: „Sie sollte bei uns stattfinden, wir könnten das idealerweise abwechselnd anbieten und wir könnten die Jugendlichen in die Organisation einbinden, das zieht sicherlich noch mehr.“ Einige Jugendliche kritisieren „eigentlich nur“ einen Punkt: „Die Abfragen dürften nur für die Jugendlichen sein ohne die Stadträte.“ Riads Bilanz fällt ähnlich aus: „Ich fand die zweite Veranstaltung besser als die erste. Jugendarbeit ist etwas Schönes, was mir gefällt und anderen gefallen könnte. Deshalb wünsche ich mir einfach mehr Aufmerksamkeit und Aktionen.“

Ich fand es wirklich gut, dass der Zusammenhang zur letzten Versammlung hergestellt wurde, es ist wichtig, dass Jugendliche eine Reaktion auf das erfahren, was sie machen.“

Astrid Hummeltenberg, KJR-München-Land

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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