Ein akustisches Erlebnis – der Chor der Mittelschule mit Günter Busta (Projektleiter, li.) und Valentin Drost (2.v.l. hintere Reihe). (Hintere Reihe r.) Johannes Eckes (Bratschist, Direktor der Internationale Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation), Bariton Thomas Schütz (2.v.r. letzte Reihe), Pianist YoungSeob Jeon (3. v.r. letzte Reihe) und Chorlehrer Christoph Heuberger (4. v.r. letzte Reihe).
Von „Miss Bauch Beine Po“ bis Bizet
Darum lasst uns streiten, an uns zweifeln, heute geh‘n wir Crashout, für die meisten bin ich Miss Bauch Beine Po, doch mir selbst sag ich jeden Tag: ‚Bleib einfach du‘, Du bist gut genug“ – Wenn Bariton Thomas Schütz den Empowerment- Song „Gut genug“ von Kitschkrieg feat. Blumengarten interpretiert, klingt das ungewohnt für seine Zuhörer in der Mittelschule. Es ist das Auftaktkonzert des Projekts „Musik für Schüler“ der von Erich Fischer gegründeten Internationalen Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation: Sie fördert Musikunterricht an Schulen, um Kindern durch das gemeinsame Musizieren wichtige kulturelle Werte und soziale Kompetenzen zu vermitteln.
Keine „red flag“: Wenn das Rindvieh für Lacher sorgt
Der klassische Gesang berührt die Zehn- bis Zwölfjährigen der fünften und sechsten Klasse. „Das war wirklich toll“, schwärmt Ahsen, „und das mit dem Stier war wirklich sehr lustig“. Berat unterstreicht Ahsens Urteil mit einem kräftigen Kopfnicken: „Ich musste beim Stier so lachen.“ Die beiden meinen damit die Arie des Escamillo „Votre toast, je peux vous le rendre“ aus der Oper Carmen von Georges Bizet. „Da zwei Schüler als Stiere spontan mitwirken sollten, kommt das bei den Kindern anders an“, wissen Günter Busta, Projektleiter und Klassenlehrer der Musikganztagsklasse 5, und Valentin Drost, Klassenleiter der Musikganztagsklasse 6.
Sogar anspruchsvolle Klänge finden Gehör
Gemeinsam hören die Schüler weitere, zum Teil sehr anspruchsvolle Stücke wie „Noctuelles“ aus „Miroirs“ von Maurice Ravel oder „Sure on this shining night“ von Samuel Barber und eine Sonate für Viola von Dmitri Schostakowitsch. „Letzteres ist sogar für den geübten Hörer nicht einfach. Jetzt habt ihr schon einen guten Eindruck über die Spanne der klassischen Musik erhalten“, erklärt Johannes Erkes, den Fans gelegentlich als „David Garrett der Bratsche“ bezeichnen. Gemeinsam mit dem Bariton und dem südkoreanischen Pianisten YoungSeob Jeon nimmt er sich die Zeit für das besondere Konzert.
Nur Fliegen scheint schöner
„Singen gefällt mir, besonders auch die hohen Stimmen“, meint Berat. Der Schüler aus der fünften Klasse setzt seine Stimme mit großer Begeisterung im Chor ein, genauso wie Anna: „Ich habe schon im bayerischen Opernchor mitgesungen, aber jetzt halt nicht mehr. Da dachte ich, wenn es hier in der Schule diese Gelegenheit gibt, mache ich das.“ Der Lohn für das intensive Üben ist der erste große Auftritt zum Schuljahresanfang. „Wir durften heute gleich zu Beginn singen, ich war schon sehr aufgeregt“, stellt Christina nach der Bühnenpremiere fest. „Ja, war ich auch, aber es war schon toll, dass wir zusammen gesungen haben“, meint Arsema. Überhaupt sei es „super“ und mache „richtig Spaß mit Herrn Heuberger“, würdigt das Quintett unisono das Engagement ihres Chorlehrers Christoph Heuberger. „Der ist total cool. Er zeigt uns, wie man mit der normalen Stimme wie ein Flugzeug erstmal hochfliegen kann und dann runter.“
»Es macht richtig Spaß mit Herrn Heuberger.
Der ist total cool. Er zeigt uns, wie man mit der normalen Stimme
wie ein Flugzeug erstmal hochfliegen kann und dann runter.«
Arsema, Christina, Anna, Berat und Ahsen, Chormitglieder.
Für Sie berichtete Manuela Praxl.












