Neuer Vorstand im Hospizkreis Haar

Kategorie: Vereine

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Heinz-Josef Reiser, neuer Vorsitzender des Hospizkreises Haar, informiert über die ehrenamtliche Hospizbegleitung und Unterstützung älterer Menschen.

Hospizbegleiter und neuer erster Vorstand des Hospizkreises: Heinz-Josef Reiser

Alles, was es braucht, ist ein wenig Zeit

Es ist eine nach wie vor zu wenig beachtete Wunde unserer Gesellschaft: Einsamkeit im Alter. Der Lebenspartner und vielleicht auch schon einige Freunde sind verstorben, die Kinder und Enkel leben weit weg. Die eigenen Kräfte schwinden zusehends, um hinauszugehen und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Der Aktionsradius verkleinert sich in einem scheinbar unaufhaltsamen Prozess. Ehrenamtliche Hospizbegleiter setzen genau an diesem Punkt an. Sie schenken denjenigen verlässlich Zeit, die sie so dringend benötigen, sind Zuhörer und wichtige Ansprechpartner. Zu ihnen gehört auch Heinz-Josef Reiser aus Ottendichl, der dieses Ehrenamt seit knapp einem Jahr ausübt. Damals traf Reiser auf dem Tag der Senioren eine ehemalige Kollegin: „So bin ich dazu gekommen. In der kurzen Zeit im Hospizkreis habe ich miterlebt, dass das, was Menschen am meisten fehlt, Zuwendung, Ansprache und Kontakt ist. Wir versuchen, das ein wenig aufzufangen.“

Kleine Gesten hinterlassen große Wirkung
Der 67-jährige ehemalige Geschäftsleiter einer Gemeinde besucht nun regelmäßig an einem bestimmten Wochentag einen betagten Senior im Maria-Stadler-Haus – in enger Absprache mit dessen Familie. Reisers Besuche entlasten nicht nur die Angehörigen, sondern auch das Pflegepersonal, das durch die vielen beruflichen Alltagsherausforderungen oft nicht die Extra-Zeit für den einzelnen Bewohner aufbringen kann. Als verlässlicher Begleiter schenkt Reiser das, was am Ende am meisten zählt: menschliche Nähe und Aufmerksamkeit. Sein Engagement begründet der Rentner sehr einfach: „Es ist zum einen die soziale Komponente, denn es ist unsere Aufgabe, im Rahmen unserer Möglichkeiten füreinander da zu sein. Andererseits kann es mir selbst im Alter auch passieren, dass ich froh bin, wenn jemand einfach Zeit für mich erübrigt und sich mit mir beschäftigt.“

»So bin ich dazu gekommen. In der kurzen Zeit im
Hospizkreis habe ich miterlebt, dass das, was Menschen
am meisten fehlt, Zuwendung, Ansprache und Kontakt ist.
Wir versuchen, das ein wenig aufzufangen.«

Heinz-Josef Reiser, erster Vorstand Hospizkreis

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Bestens gerüstet für die sensible Aufgabe
Menschen, die sich für die Hospizbegleitung interessieren, erhalten vorab ein intensives Grund- und Aufbauseminar. Das strukturierte Coaching lässt die Anwärter Schritt für Schritt die Besonderheiten der Tätigkeit kennenlernen und qualifiziert sie für die Aufgabe. „Unsere Koordinatorinnen Frau Springmann und Frau Marcel sind hervorragend auf diesem Gebiet tätig“, berichtet Reiser. „Sie coachen und bilden uns aus, stehen für Rücksprachen zur Verfügung und treffen eine feinfühlige Vorauswahl. Sie schauen genau, wie jemand tickt und wer menschlich gut zusammenpassen könnte.“

Neuer Vorstand: Beste Basis Ruhestand
Bekanntermaßen steigt in den kommenden Jahren die Zahl der pflege- und betreuungsbedürftigen Menschen stark an. Daher sucht der Hospizkreis kontinuierlich neue Ehrenamtliche. „Wir wissen, dass jüngere Menschen das oft nicht leisten können; der alltägliche Spagat zwischen Job und Familie ist ohnehin schon groß genug. Daher sind unsere Hospizbegleiter meist im Ruhestand. Der Vorteil: Sie bringen die nötige Zeit, Flexibilität und vor allem wertvolle Lebenskontinuität für dieses sinngebende Amt mit.“ Obwohl Heinz-Josef Reiser im Vergleich zu anderen noch nicht allzu lange im Hospizkreis tätig ist, hat er vor einigen Wochen bereits die Verantwortung als Erster Vorstand übernommen: „Unser Ziel ist es, Menschen zur Seite zu stehen, die ihren Lebensablauf nicht mehr eigenständig gestalten können – und für sie einfach da zu sein.“

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Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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