Haar goes Surrealismus: Wenn die Gondeln Frohsinn bringen.
Massen strömen zur Künstlermeile
Ein venezianischer Gondoliere, stilecht im weiß-blauen Hemd zur schwarzen Hose und Strohhut gekleidet, bahnt sich mit seiner prachtvollen Gondel langsam und laut singend den Weg durch einen Menschenstrom. Plötzlich erblickt er rechts von Haars Canale Grande hawaiianisch anmutende Frauen mit Blütenketten um den Hals beim schwungvollen Hula-´Auana- Tanz vor dem Gasthof zur Post und sieht übergroße Blumenfeen und eine Faunin auf Stelzen vorbeiziehen – keine Sorge! Obwohl die Szenerie ein wenig an ein lebendig gewordenes Gemälde von Salvador Dalí erinnert, handelt es sich um die Künstlermeile in der Stadt. „Unsere Straßenkünstler kamen riesig an“, bilanziert Organisatorin Veronika Gerstacker sehr zufrieden. Wie jedes Jahr setzt die Leiterin des Kulturamts auf einen bunten Mix aus bewährtem und neuem Angebot: „Wir hatten unter anderem einen Künstler, der riesige Seifenblasen machte – ein Spaß für Kinder, Clown Pippo war dabei, das Straßentheater „Die Wolken“, es gab Vorführungen der VHS, der Capoeira- Gruppe und den Kampfsport vom Bavarian MMA Center“, zählt Gerstacker nur einige Highlights auf.
Konzentration auf Ortsmitte
Durch die Sperrung in der Leibstraße verteilen sich in diesem Jahr rund 100 Stände auf das Areal zwischen Kirchenplatz, entlang der Kirchenstraße und Haarer Anger bis in die Gronsdorfer Straße hinein. Das wirkt im Gegensatz zur früheren Aufteilung kompakter: „Die Bühne hatten wir erstmals auf den Haarer Anger aufgebaut und dort auch viele gastronomische Angebote angesiedelt. Das bot den Besuchern viel Platz, um an Biertischen Platz zu nehmen oder in einem Stoff- Liegestuhl zu sitzen, während die Kinder toben konnten.“ Das neue Konzept kommt sichtbar an. So findet Stadtrat Alois Rath (CSU): „Mich überzeugt die Idee, die Veranstaltungen auf mehrere Örtlichkeiten im Straßengebiet auszuweiten. Dieses Konzept belebt unsere Ortsmitte, schafft neue Begegnungsräume und macht das Event noch attraktiver.“ Veronika Gerstacker freut sich über das allgemein positive Feedback der neuen Aufteilung: „Die Präsentation des Bühnenprogramms fand ich dort besser, es ist überall etwas los, aber allgemein sehr entspannt.“
Wenn alle anpacken und keiner meckert
Stadträtin Sarah Schottlaender (SPD) hilft tatkräftig bei den Schützen mit, schenkt im Akkord Getränke unterm schweißtreibenden Zeltdach aus und schwärmt: „Ich mache das unwahrscheinlich gerne. Es ist einfach eine ganz tolle Veranstaltung und ein schönes Zusammenkommen in Haar. Wunderbar, dass sich wieder so viele Vereine beteiligen.“ Henry Bock, Stadtrat für die Grünen, steht am ökumenischen Stand der Kirchen und hilft: „Die Künstlermeile ist eine gute Gelegenheit für die Haarerinnen und Haarer, die örtlichen Vereine und Institutionen kennenzulernen. Die Menschen kommen schnell ins Gespräch, das fördert das soziale Miteinander. Durch die Musik und die kommerziellen Anbieter wird das Ganze hervorragend ergänzt. Ein Gewinn für Haar!“ Nicht nur für die Stadt, sondern offenbar auch für die Händler, weiß Veronika Gerstacker: „Sie waren sehr zufrieden mit dem Umsatz, es wurde auch viel Essen und Getränke verkauft. Insgesamt waren wir mit dem Konzept extrem erfolgreich, so jedenfalls war das Feedback. Wie wir es im nächsten Jahr machen, werden wir sehen.“
Für Sie berichtete Manuela Praxl.




























































































