Neuwahlen in der Nachbarschaftshilfe (NBH)

Jetzt teilen:

Für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt: v.l.n.r.: Doris Uhlmann, Helga Schlüter, Ingeborg und Norbert Nömeier mit Blumen und Geschenk, dazwischen die Vorstandschaft Doris Keymer, Horst Aßmann (r), dahinter Christian Doerr.

Bewährtes Team bleibt an der Spitze

Die Aufgaben und Herausforderungen wachsen mit den gesellschaftlichen Veränderungen für die Nachbarschaftshilfe stetig. An dieser Stelle ergibt es Sinn mit einer routinierten und erfahrenen Mannschaft die nächsten Aufgaben anzupacken. So sehen das die Mitglieder der NBH und setzen auch künftig auf das eingespielte Vorstandtrio Doris Keymer, Christian Doerr und Horst Aßmann: „Nein, an den Grundfesten ändert sich nicht viel“, meint Doris Keymer lachend. Gerade erst wiedergewählt, lenkt sie den Fokus direkt wieder auf das, was wichtig ist: „Wir wollen uns noch stärker auf die Bedarfe der Haarer Bevölkerung einstellen und schauen uns sehr genau an, welche Angebote besonders gut angenommen werden, welche wir anschieben und welche wir auszubauen müssen.“

NBH Haar schafft Orte der Begegnung.
Gesamtgesellschaftlich steigt das Lebensalter der Menschen, die zunehmend allein leben. Familiäre oder auch nachbarschaftliche Strukturen sind oft nicht mehr vorhanden: „Hier geht es uns darum die Menschen aus der Vereinsamung zu holen, oft reicht es schon, wenn ein Ehrenamtler mit ihnen Kaffee trinken geht“, sagt Keymer. Auch NBH-Projekte wie das Seniorencafé sind eine gute Möglichkeit der Teilhabe. „Wir wollen den Menschen etwas bieten, die allein nicht mehr weiterkommen.“ Doch nicht nur die Einsamkeit im Alter sei Thema: „Die Zahl der Menschen mit Demenz steigt. Auch hier entwickeln wir immer wieder Angebote, wie das „Café mittendrin“. Das Feedback, gerade auch der Angehörigen ist großartig, wir versuchen das Angebot zu erweitern.“

Ausbau der Tagespflege scheitert aktuell an fehlenden Räumlichkeiten.
Genauso will die NBH versuchen die Tagespflege zu erweitern: „Bisher können wir pro Tag leider nur 14 Personen gleichzeitig betreuen. Insgesamt sind es etwa 50, die unterschiedlich während der Woche kommen“, erklärt Keymer. Die Einrichtung entlastet Angehörige, die dadurch die Möglichkeit für einen Frisörbesuch oder Shopping haben. „Grundsätzlich sind wir sehr motiviert die Tagespflege auszubauen, aber dazu benötigen wir weitere Räumlichkeiten, die es bisher nicht gab“, sagt Keymer. „Wir hatten schon vor einigen Jahren eine Betriebsberatung. Das Ergebnis: wir könnten deutlich kosteneffizienter arbeiten, wenn wir nicht nur 14 Leute pro Tag hätten, insofern wünschen wir uns weitere Räume, die uns die Stadt zur Verfügung stellen kann.“

Werbung

Zwischen Digitalisierung und Bürokratie
Ein weiterer Punkt, der die NBH derzeit beschäftigt ist die Öffentlichkeitsarbeit.Es gehe darum aktuelle Bedarfe anzupassen, gerade bei der Digitalisierung: „Die hat in den letzten Jahren ganz viel Fahrt aufgenommen hat. Jungen Familien im FAM beispielsweise, brauchen wir keine Papierzettel in die Hand zu drücken, die rufen alles im Internet ab.“ Entsprechend muss der Auftritt im Netz stimmen, betont Keymer: „Genauso können wir Social Media nicht mehr außer Acht lassen, um präsent zu sein.“ Um generell gute Arbeit leisten zu können, legt die NBH besonderen Wert auf das seelische Befinden ihrer Mitarbeiter: „Wir machen immer wieder Umfragen innerhalb des Teams, denn wir wollen, dass sie sich wohlfühlen und es ihnen gut geht.“ Denn die müssen sich zur eigentlichen Arbeit mit immer mehr Vorschriften und Auflagen auseinandersetzen: „Dadurch wächst der Arbeitsumfang für die Mitarbeiter, insbesondere für Datenschutz, Arbeitssicherheit oder Arbeitsmedizin ständig“, sagt Keymer.

Back to the roots
Um alle Bereiche gut abzudecken, braucht die NBH Ehrenamtler. „Hier schließt sich der Kreis zu den Anfängen der Nachbarschaftshilfe, als wir noch sehr viel mit Ehrenamtlern am Start waren. Jetzt müssen wir wieder verstärkt ans Ehrenamt denken.“ Die Gründe seien vielfältig, unter anderem gehe es darum Angebote kostengünstiger gestalten zu können: „Das ist notwendig, da es ja vielen Menschen nicht mehr so gut geht. Im Gegensatz zum medizinischen Bereich, für den wir topausgebildetes Personal benötigen, können wir in der Leseförderung, Kinderbetreuung oder Familienhilfe Ehrenamtliche einsetzen.“ Daher unterstützt seit vergangenem Jahr eine Ehrenamtskoordinatorin den Bereich: „Sie freut sich immer über neue Gesichter bei den Ehrenamtler“, meint Doris Keymer.

Bestleistung trotz wachsender Aufgaben
Rund 11 Prozent aller Arbeitsstunden (über 10 000) leisteten Ehrenamtler im vergangenem Jahr bei gleichbleibenden Verwaltungsstunden: „Trotz deutlicher Zunahme der Arbeit“, unterstreicht Keymer: „Das liegt an der hervorragenden Arbeit unserer Mitarbeiter. Die Motivation und Stimmung im Haus sind super. Das Team arbeitet mit großer Freude.“ Damit das so bleibt, setzt die NBH auf Personalmanagement: „Wir sind gerade dabei Job-Räder anzuschaffen, bieten den Well-Pass und versuchen die Einsätze für unsere Mitarbeiter möglichst individuell zuzuschneiden, beispielsweise für Mütter, in Zeiten, wenn ihre Kinder in der Schule sind.“

Werbung

Der wiedergewählte Vorstand mit Bürgermeister Andreas Bukowski. V.l.n.r. Andreas Bukowski, Doris Keymer, Christian Doerr und Horst Aßmann.

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

Jetzt teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Familie & Soziales

Bolzplatz als wichtiger Treffpunkt über Nacht verschwunden

Schulen

Inklusion hautnah erleben

Familie & Soziales

Der Sommer-Leseclub startet

Kindergärten

Richtfest für Kita am Wieselweg

Neueste Meldungen:

Vereine

Fünftagesfahrt der Gartenfreunde Haar zu den Perlen der Toskana

Vereine

Feuerwehr-Nachwuchskräfte meistern MTA-Zwischenprüfung im Ausbildungsverbund

Werbung

Verstärken Sie unser Haarer Stadt-Echo-Team!

weitere Infos