Steckerlfisch in Ottendichl

Kategorie: Vereine

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Grilllegende gibt Schürze und Zange weiter

Sie sind heiß, sogar sehr! Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Die Männer am meterlangen XXL-Selfmade- Grill der Bürgervereinigung Ottendichl. Traditionell und sehr verheißungsvoll knistert die glühende Kohle zum Ferienauftakt. Der aufsteigende Rauch brennt in den Augen, auf der Haut der Unterarme und im Gesicht der Männer bilden sich Schweißperlen durch die Hitze nicht nur von unten, sondern dank Petrus auch von oben. Gleichzeitig kitzelt der köstlich-würzige Geruch der aufgespießten vor sich hin brutzelnden Fische die Nase und wirkt vor allem anregend. Schnell brummelt der Magen ungeduldig vor sich hin. Wenn die Bürgervereinigung Ottendichl ihre legendären Steckerlfische anbietet, sind drei Sachen sicher: Michael Brandmeier schwingt die Grillzange, die Ausstattung lässt garantiert keinen Freund der archaischen Garmethode kalt, niemand verrät die einzigartig leckere Rezeptur.

Loslassen, damit es weitergeht.
Seit 29 Jahren zeigt Michael Brandmeier als Obergrillmeister im Verein, wo die Zange die Zacken hat. 2025 soll es nun der letzte Leckerbissen sein, den der 63-Jährige zubereitet: „Man muss einfach irgendwann die Jungen ranlassen. Die bringen neue Ideen mit rein. Ich geh auch raus aus dem Vereinsausschuss“, stellt Brandmeier fest und bekräftigt noch einmal: „Man muss irgendwann Platz machen und in den Hintergrund treten können und nicht immer vorne mitmischen.“ Aber ich werde bei Fragen ansprechbar bleiben, das ist klar.“ Zukünftig müsse aber niemand auf seinen heißen Tipps in Sachen kulinarischer Hochgenuss verzichten. „Ich habe Dominik vor zwei Jahren gefragt, ob er übernehmen will und ihn eingearbeitet.“ Generell wolle der Verein verstärkt den Nachwuchs in die Vereinsarbeit einbinden, so Brandmeier: „Die 17- und 18-Jährigen sollen mit ins Boot, indem sie Aufgaben übernehmen wie im Ausschank. Und es gibt schon die ersten die am Grill

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Erfahrung wächst mit den Jahren
Dort geht es inzwischen wie im Akkord zu. Beinahe im Sekundentakt landen nun die fertigen Fische vor Martin Metzger, zweiter Kassenprüfer des Vereins, der jeden einzelnen mit geübtem Blick auf den richtigen Garpunkt untersucht. Danach geht es zu Nadine Metzger, die die bayerische Delikatesse geübt in Papier einschlägt und dem nächsten Hungrigen in der Schlange aushändigt. Wer einen ergattert verschwindet umgehend im Zelt. Jeder der am und um den Grill hilft, kennt seine Aufgabe, wirklich jeder Handgriff sitzt: „Das war nicht immer so“, lacht Helfer Thomas Herbert vom Trachtenverein d´Ammertaler und erinnert sich: „In grauer Vorzeit war das beim Gehweg zum Kindergarten, da sind wir rumgekrochen. Aber wir haben das in den Jahren perfektioniert und jetzt einen super Grill, den wir sogar schon ausgeliehen haben.“

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Fast wie Magie und das letzte Geheimnis
Ja, der Grill ist wirklich besonders. So gibt es ihn nirgends zu kaufen: „Der ist aus Spundwänden. Normalerweise sind die acht Meter lang“, erklärt Thomas Herbert. „Wir haben sie abgeschnitten, geteilt und so wie wir es brauchen zusammengefügt. Dann haben wir noch geschweißt und alles ist stabil. Der Grill ist flexibel zum Stecken, so geht der Aus- und Abbau ganz schnell. Das läuft bei uns Hand in Hand.“ In der Tat: Direkt nachdem der letzte Fisch vom Stecken geht, beginnt der Abbau. Das geschieht in Windeseile, kaum dreißig Minuten später ist der Grillzauber vorbei. Bleibt die Frage nach der so-lecker-zubereiteten-fingerabschleckenden Würz-Mixtur der 400 Fische, die restlos ausverkauft sind, worüber sich auch der Vorsitzende des Vereins Alexander Gremm rundum freut. Indes zeigt sich Martin Metzger unbestechlich. Es hilft kein Betteln oder treuer Augenaufschlag, weder der Schmollmund zieht noch wortreiches Schmeicheln: „Das Rezept wird nicht verraten, ist top-secret“, meint Metzger trocken und grinst: „Kannst ja beim nächsten Mal wieder einen essen.“

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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