Steckerlfischen bei der BVO – ein Muss, nicht nur für Pescetarier!
Maritimer Überläufer beliebtes Schmankerl im Alpenraum
Sie ist in jedem bayerischen Biergarten ein Star auf dem Teller oder vielmehr am Steckerl: die Makrele. Denn die bayerische Biergarten-Küche kennt mehr als resche Brezn, herzhaften Obazdn und deftige Schweinshaxn. Dem rauchigen und aromatischen Duft der kulinarischen Majestät können nur hartgesottene Fischverweigerer widerstehen, in allen anderen Mündern läuft das Wasser schnell zusammen. Für das Schmankerl lohnt es sich anzustehen, insbesondere wenn die Bürgervereinigung Ottendichl (BVO) sie, wie jedes Jahr am letzten Schultag, anbietet. „Die Schlange ist bisher drei Halbe lang“, witzelt Haars Bürgermeister Andreas Bukowski bestens gelaunt im Biergartenzelt der BVO trocken. „Werbung müssen wir jedenfalls keine mehr machen“, meint Michael Brandmeier beim Blick über die Wartenden zum 30-jährigen Jubiläum der Veranstaltung.
Höchste Schweigepflicht am Glutbecken
Für den vollendeten Geschmack sorgen in Ottendichl erfahrene Grillmeister, die die besondere Gewürz-Rezeptur auch unter glutheißen Folterbedingungen direkt neben dem Grill während der investigativen Befragung nicht preisgeben: „Die bleibt top secret“, meint Michael Brandmeier eiskalt und lacht spitzbübisch. Brandmeier ist Steckerlmeister der ersten Stunde: „Schon zum Angrillen 1996 hatten wir 200 Makrelen“, erinnert sich Brandmeier und erzählt, wie hart in jenen Tagen der Job auf die Knochen ging: „Wir haben sie auf dem Boden zubereitet.“
Feuerfeste Magier am perfektionierten Hochleistungs-Brutzel-Altar
Im Laufe der Jahre wächst der Hunger auf das Grätentier, heuer sind es 550, die das gut eingespielte Team in Rekordzeit brutzelt. Um vor allem die Wirbelsäulen der Freiwilligen zu schonen, tüftelte Brandmeier mit anderen vor einigen Jahren an einer Spezialkonstruktion, um die Bandscheiben und Knie zu entlasten. Das Ergebnis ist ein vielbestauntes Unikat im XXL-Format: „Für die Kohle habe ich Spundwände genommen, die auf angefertigten Ständern liegen. Dazu haben wir noch ein paar Teile zusammengeschweißt, damit wir jetzt 160 Makrelen gleichzeitig aufspießen können.“ Der brandheiße Einsatz macht sich inzwischen nicht mehr im Rücken bemerkbar, nur manchmal lösen sich nach einer zwar feurigen, aber unfreiwilligen Epilation bei dem einen oder anderen die Unterarmhaare in Schall und Rauch auf.
Prüfung extrem, oder Wellness fürs Team
Die Spitzenqualität jeder Makrele prüft BVO-Kassenprüfer Martin Metzger, auch als dritter Bürgermeister Haars bekannt, höchstpersönlich, bevor sie über die Theke geht. Die Haut muss kross sein, mit einem geübten kleinen Schnitt direkt hinter dem Kopf des Fisches überzeugt sich Metzger außerdem von den saftigen inneren Werten des Leckerbissens. Trotz der extremen Wetterbedingungen mit 35 Grad vom wolkenlosen Himmel und den rund 180 Grad am Grill lässt sich die Mannschaft die Laune nicht verderben. Leicht verkohlt und sehr verschwitzt kümmern sie sich hingebungsvoll um jede Makrele. „Wir müssen genau schauen, damit uns bei dieser Hitze heute niemand wegkippt“, meint Brandmeier. Doch das Team hat wohlweislich vorgesorgt. „Wir haben eine Kühlbox mit Eiswasser und einem Schwamm, den wir den Leuten immer wieder im Nacken auspressen und wir haben eine kleine Dusche installiert.“
Ein Nordlicht im Bayernglück
So viel steht fest: Die Makrele hat eine beachtliche Karriere in Bayerns Küchenkultur hingelegt. Angeblich soll einst ein besonders abenteuerlustiges Exemplar in den nördlichen Meeresgefilden das Fernweh gepackt haben, und so machte sie Urlaub in Bayern. Von der bayerischen Gemütlichkeit und Tradition vollends überzeugt, so die bierselige Grill-Legende, tauschte sie salziges Meerwasser der Waterkant gegen süffigen Gerstensaft im Alpenland und blieb. Genau genommen handelt es sich um ein perfektes Match: Der fettige Fisch verträgt viel Salz, was wiederum den Durst erst richtig anfeuert. Wer also den Fisch genießt, kommt nicht umhin, noch ein weiteres „Masserl“ zu bestellen. Das Fischessen bei der BVO ist so gesehen von Anfang an in der Schlange bis zum letzten Norgerl eine runde Sache für Gaumen und Ke
Für Sie berichtete Manuela Praxl.





































