Die Parabel des persischen Sufi-Dichters Farid Ud-Din Attar als Musiktheater auf die Bühne gebracht.
Vermächtnis gegen den Hass
Sie ist schmerzhaft, hoffnungsvoll und bewegt – letztlich handelt es sich um eine Geschichte, wie sie das Leben schreibt. Die Aufmerksamkeit des Publikums im Saal des Kleinen Theater Haar hat eine besondere Qualität bei der Premiere der „Konferenz der Vögel“, denn die Erstaufführung des Projekts hätte bereits im Juli stattfinden sollen. Doch kurz vor dem Ziel verstummt die wichtigste Stimme der Produktion: Die Komponistin, Regisseurin und Chorleiterin Eva Lücking stirbt nach kurzer, schwerer Krankheit. Was Monate später folgt, ist kein gewöhnlicher Theaterabend, sondern ein Akt der Liebe, des Respekts und der Vollendung. Eva Lückings Kinder Anna und Jakob sowie ihr Bruder Ernst Hofmann übernehmen die Leitung des Werks.
Ein uraltes Thema bis heute hochaktuell
In Zeiten von globalem Neid, Missgunst und kriegerischen Auseinandersetzungen spricht das Musical die Herausforderungen der aktuellen Zeit an, obwohl das Musiktheater auf einer nahezu 1000 Jahre alten Gedichtsammlung des persischen Sufi-Dichters Farid Ud-Din Attar basiert. Die Parabel erzählt von den Vögeln der Welt, die sich gegen die Zerstörung ihrer Gemeinschaft auflehnen wollen. Mit ihrem Anführer, einem Wiedehopf, nehmen sie eine beschwerliche Reise auf sich, um mit dem weisen Vogelkönig Simurgh zu sprechen. Dabei müssen sie verschiedene Täler, Symbole für den spirituellen Werdegang, durchqueren.
Einzigartige Zusammenarbeit
Rund zwei Jahre arbeiten mehr als 50 Schauspieler, Musiker, Chöre der VHS Haar und ein Jugendchor aus unterschiedlichen Kulturen im Alter zwischen 15 und 70 Jahren an der Umsetzung, die existentielle Reise der Vögel auf die Bühne zu bringen. Das Besondere: Es ist eine Inszenierung, die orientalische Mystik und europäische Musiktradition mixt und so die Zuschauer in die Welt der Vögel und ihre Reise entführt. Die „Konferenz der Vögel“ ist kein klassisches „Wohlfühl- Happy End-Musical“, sondern emotional fordernd. Was bleibt ist die Selbstreflexion.
Für Sie berichtete Manuela Praxl.


























