Schlechtes Wetter hält wahre Laternenfreunde nicht ab.
Jung trifft Alt und teilt
Ein großes blaues gemaltes Papppferd mit einer Satteldecke, die eine Mondsichel ziert und an dessen Hals goldene Sterne funkeln, wartet auf der großen Wiese im Jugendstilpark geduldig auf seinen Einsatz. Der Geräuschpegel auf dem ansonsten sehr ruhigen Plätzchen steigt, denn immer mehr Kinder und Eltern treffen ein, um im Laternenumzug des Familienzentrums (FAM) mitzulaufen. Mitunter sind die Kinder schon „groß“, genau genommen sehr groß, beziehungsweise übertreffen deren Lebensjahre das der Jüngsten um ein Vielfaches: „Es war einfach total schön, dass auch Publikum ohne Kinder da war“, freut sich Natascha Heidemann. Die Leiterin wisse sogar von einer rund 60-jährigen Laternenträgerin: „Sie war einfach dabei, weil sie es schön findet, genauso wie ein Paar. Das finde ich total sympathisch.“ Ganz besonders sei auch die Teilnahme einiger Tagesmütter, die die Gelegenheit nutzen, nicht nur ihre aktuellen, sondern auch ehemaligen Familien zu sehen: „Die standen in Grüppchen zusammen und haben ausgiebig geratscht.“ Auch Anke Sitter kann sich dem Zauber der tanzenden Lichter nach Jahren nicht entziehen: „Meine Jungs sind ja schon groß, aber es ist hier immer so schön, dass ich nach wie vor gerne helfe.“
Ich geh´ mit meiner Laterne …
Aufgeregt und mit Stolz auf ihre selbstgebastelten Lichtquellen, warten die Kleinen und Kleinsten und mit leuchtenden Augen auf das Einsetzen des Gesangs. erklärt Heidemann, bevor es dann losrabimmelt und rabammelt. Notenmäßig gelingt das sogar beinahe einstimmig. Als schließlich oben die Sterne leuchten und unten hell die Helfergruppe und rund 150 Teilnehmer, heißt es für die Pferdattrappe „Hopp“ und los geht´s. Es setzt sich wie von Zauberhand an die Spitze und ist das Zeichen zum Aufbruch. Langsam ziehen die Kinder, Babys, Mamas, Papas, Tanten, Onkel, Omas und Opas los und finden sich schließlich im Hof der Maria-Stadler-Hauses ein
Neues Konzept: Die Jüngsten teilen mit den Ältesten
Auf die „Erschöpften“ warten dort nicht nur Punsch und Kekse, sondern auch die traditionellen kleinen Martinsgänse. „Die Kinder konnten dort das Gebäck mit den Senioren teilen. Das hat so gut funktioniert, dass die Senioren irgendwann nichts mehr essen konnten“, meint Natascha Heideman lachend. Sie selbst sei noch nicht so lange im „St. Martins- Geschäft“: „Ich hatte damit eigentlich nichts zu tun, aber nun habe ich selbst ein Kindergartenkind und bin voll involviert. Es hat einfach etwas Besonderes im Dunkeln mit den Laternen zu gehen. Am liebsten würde ich unseren Garten im FAM gerne mal mit Laternen dekoriert.“ Obwohl sich das FAM an den Grundgedanken des katholischen Festes zu Ehren des Heiligen Martins hält, mit anderen zu teilen, veranstaltet es „ganz bewusst ein Laternenfest“. “Im Grunde ist jeder eingeladen zu kommen”, so Natascha Heidemann. In diesem Jahr kommt erstmals der Gedanke auf „Jung und Alt“ miteinander in Kontakt zu bringen, erklärt Natascha Heidemann: „Für uns war es eine Veränderung, weil wir ja früher immer vom EMG aus losgegangen sind. Jetzt haben wir uns zu einer „Kooperation“ mit dem Maria-Stadler-Haus entscheiden. Das ist ein Mehrgewinn für beide Seiten. Wir wollen diese Zusammenarbeit im FAM stärker in den Fokus rücken, dann leuchten nicht nur die Kinderaugen.“
Für Sie berichtete Manuela Praxl


















