Ein Brückenbauer und ein Tüftler mit viel Herz für Haar. Horst Wiedemann (li) und Hans Stießberger (re) erhalten gemeinsam die Bürgermedaille von Haar.
Nach 18 Jahren ohne Auszeichnungen, dürfen sich zwei besondere Bürger auf dem diesjährigen Neujahrsemfang der Stadt über die Bürgermedaille freuen. Sie gehört zu den höchsten Ehrungen, die Haar vergeben kann. Horst Wiedemann (SPD), erst kürzlich aus dem Stadtrat ausgeschieden und der ehemalige, langjährige Gemeinderat Hans Stießberger. Für die rund 300 anwesenden Stadträte, Vorstände verschiedener Institutionen und Vereine, Vertreter der Partnergemeinde Ahrntal (Südtirol), Landrat Christoh Göbel (CSU) und Landtagsabgeordnete Claudia Köhler (Grüne), Grund genug sich zu erheben, um langanhaltend und laut zu applaudieren. Wer die beiden kennt, weiß: Beide haben Haar mit Ausdauer, Herz und der Offenheit über den Tellerrand hinausblicken zu wollen, wichtige und nachhaltige Stempel aufgedrückt.
Ein Brückenbauer und ein Tüftler
Mit 91 Jahren ist Wiedemann erst seit Herbst, nach jahrzehntelangem Engagement im Gemeinde- und Stadtrat, im „Ruhestand“. Freudig bewegt nennt er in seiner Dankesrede seinen Weggefährten Stießberger: „Mir lag die gute Zusammenarbeit immer am Herzen.“ Beide können miteinander, auch wenn sie unterschiedlichen Parteien angehören. Die Männer verbindet die Liebe und Leidenschaft zum Ort, in dem sie leben. Wiedemann, der nach dem Krieg in Haar Wurzeln schlägt und sich im Laufe der Jahre einen Namen als „Haars lebendes Gedächtnis“ macht und Stießberger, der aus einer alteingesessenen Familie stammt, und vor allem zum Tausendsassa der Gemeinde avanciert. „Hans kümmerst du dich?“ ist die Frage, die seine aktive Zeit am besten beschreiben. Gemeinsam wollen beide das Beste für Haar. Was viele, aber nicht alle wissen: Stießberger ist Wiedemanns ehemaliger Schüler am Grafinger Gymnasium. Erst Lehrer und Schüler im Klassenzimmer, dann Kollegen im Sitzungsaal und jetzt gemeinsam ausgezeichnet für ihre Leistungen für Haar.
Mit Fokus auf Habenseite in die Zukunft
Zuvor spricht Bürgermeister Bukowski in seiner Neujahrsrede vom Psychologen Martin Seligman und seiner Theorie, der Mensch sei kein Homo Sapiens (vernünftiger Mensch), sondern vielmehr Homo Prospectus. Der zeichne sich dadurch aus, stets die Zukunft vorwegnehmen zu wollen und dabei den Blick häufig auf Negatives auszurichten. Es sei verständlich angesichts vieler aktueller Herausforderungen, so Bukowski. Sich still zu ergeben, stellt für Bukowski keine Option dar. „Nur noch Probleme zu sehen und über Schwierigkeiten zu reden, hilft uns nicht weiter. Sie gehören angepackt und gelöst“, fordert Bukowski:“ Er warnt vor „Self-fulfilling Prophecy“ (sich selbsterfüllender Prophezeiung), die weit „wirkmächtiger sei, als viele glauben“: „Drehen wir den Spieß doch um, ändern wir die Perspektive und schauen mal, ob die Zukunft tatsächlich so düster vor uns liegt, wie ständig prophezeit wird. Wer genauer hinsieht, der entdeckt Trend um Trend und Chance um Chance.“
Für Sie berichtete Manuela Praxl.

































































































