Wer kann zu Kinderaugen schon „nein“ sagen – der Nikolaus bestimmt nicht.
Gaben für Gabenbringer
Wie alle Jahre wieder überzeugt sich Frau Nikola, aka Stadträtin Sarah Schottlaender, höchstpersönlich mit Argusaugen vom angemessenen Erscheinungsbild ihres Gatten. Denn das muss würdevoll sein und gleichzeitig die Herzen rühren. Ihr Mann ist kein geringerer als der Gabenbringer Nikolaus, der seinem Umfeld im bürgerlichen Leben unter dem Pseudonym „Mark Brassinga“ bekannt ist. Der frisch gewaschene Bart bekommt von Frau Nikola durch lockeres Herumzupfen und der zurecht geschobenen Mitra den perfekten Ausgeh- Look. Ein letzter weiblichprüfender Blick bestätigt: „So kannst du unter die Leute gehen.“
Auf der Jagd
Gesagt, getan! Es dauert nur wenige Minuten bis zwei Jungen auf den Nikolaus zustürmen und außer Atem rufen: „Wir haben dich überall gesucht, weil wir dir ein Bild gemalt haben.“ So geht es weiter, immer wieder eilen Kinder herbei, um den Nikolaus mit eigenen Augen zu sehen und mit ihm zu sprechen und in Zeiten von Social Media das obligatorische Selfie mit ihm oder von Mama machen zu lassen. Manche sagen gar ein kleines Gedicht auf, um den Nikolaus von ihrer Artigkeit zu überzeugen – unter Einsatz großer, unwiderstehlicher Kulleraugen, versteht sich von selbst. Das sind Momente, die für einen geübten und unbestechlichen Nikolaus bewegend sind: „Ich freue mich jedes Jahr darauf als Nikolaus durch Haar zu streifen. Damit kann ich Groß und Klein, Alt und Jung Freude bereiten. Was mich immer wieder aufs Neue überrascht ist, wie toll die Aktion ankommt“, meint Nikolaus Mark Brassinga gerührt.
Beliebt bis ins hohe Alter
Jedes Kind, egal ob ein Jahr alt oder eher 87 Lenze zählt, bekommt eine schokoladige Miniatur des echten Nikolaus´. Den bekleben zuvor seine Frau und seine beiden Weihnachtsengelchen Samuel und Sophia in mühsamer Kleinarbeit. Ganz umsonst ist deren Einsatz nicht. Nikolaus-Unterstützer Peter Schießl verteilt an die beiden jüngsten Helfer eine kleine Extrabelohnung. Um was es sich handelt, bleibt unklar, aber wenn es um kleine Gaben in der Vorweihnachtszeit geht, ist ein bisschen Geheimniskrämerei schließlich nichts Ungewöhnliches. Nikolaus und sein Gefolge schauen auch beim Seniorenclub in der Alten Schule vorbei. „Sie haben ihr Weißwurstfrühstück unterbrochen, um dem Nikolaus ein Lied zu singen“, freut sich Schottlaender über den gelungenen Abstecher. „Das hat wirklich etwas ganz Besonderes“, meint der Nikolaus.
Für Sie berichtete Manuela Praxl.












