Das Haarer Stadt-Echo im Gespräch mit Bürgermeister Dr. Andreas Bukowski

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Stadt geworden – jetzt beginnt die eigentliche Arbeit

»In der laufenden Amtsperiode sitzen wir nun das letzte Mal zusammen. Die Zeit begann schwierig, Ihr Amtsantritt war während der Pandemie. Viele Ideen und Projekte rückten erst einmal in den Hintergrund. Zwischendurch gab es recht turbulente Zeiten im Gemeinde-, nun Stadtrat. Wie blicken Sie auf die Zeit zurück?
Man kann die Zeit gut mit einer Achterbahnfahrt beschreiben. Wir sind mit einem Tief durch die Pandemie gestartet: Alle im Stadtrat haben sich das anders vorgestellt. Auf einmal war nichts mehr möglich. Die Sitzungen, damals noch als Gemeinderat, waren sehr erschwert, auch in der Verwaltung war die Arbeit ganz anders. Andererseits hat die Pandemie auch Entwicklungen beschleunigt, die sonst vielleicht länger gedauert hätten, beispielweise die Digitalisierung im Rathaus oder an den Schulen. Insgesamt war es ein erster Dämpfer. Politisch ging es ebenfalls auf und ab, bis sich der Rat zusammengerauft hat. 2023 hatten wir das große Glück, dass unsere 950 Jahr-Feier auf dem Programm stand. Obwohl die Vorbereitungen auch gelitten hatten, war der Jubiläumssommer großartig. Die Menschen konnten wieder zusammen feiern. Das erinnert ein wenig an den Ursprung des Schäfflertanzes. Dessen Tradition reicht bis ins 16. Jahrhundert nach der Pest-Epidemie zurück. Nach dem Leiden wollten die Schäffler den Menschen wieder Freude geben und Mut machen. Sie treten Ende Januar anlässlich unseres ersten Stadtjubiläums auf. Die Stadterhebung am 28. Januar 2025 war mein absoluter Höhepunkt – weil es ein einmaliges Erlebnis und Ereignis ist.

»Was ist aus Ihrer Sicht während der vergangenen sechs Jahre gut gelungen, an welcher Stelle haben Sie deutlich mehr erreicht als gedacht und wo ist aus Ihrer Sicht Nachbesserung erforderlich?
Wenn ich mir anschaue, was wir uns vorgenommen haben, kann ich sagen, dass einiges gelungen ist. Es sind kleine Dinge, wie die Sportlerehrung, mittlere wie der Bahnhofkiosk, beziehungsweise das Bahnhofsumfeld Süd, oder auch größere Dinge wie der Schulcampus, den wir anschieben konnten. Schwierig ist nach wie vor unsere Einnahmensituation, da müssen wir dranbleiben. Wir mussten lernen, dass sich die Bedarfe der Unternehmen geändert haben, daher müssen wir den Unternehmen neue Flächen anbieten. Ich hätte mir gewünscht, schneller voranzukommen, aber wir sind auf einem guten Weg.

»Das, was Sie sich lange wünschten, wurde vor einem Jahr wahr: Haar erlebte die Erhebung zur Stadt. Nach einem Jahr mit vielen Festen und der nun anstehenden Jahresfeier fragen sich immer noch viele: Was bringt es Haar?
Der Wunsch war originär nicht von mir, sondern kam im Zuge der 950 Jahr-Feier wieder auf. Ursprünglich hatte Horst Wiedemann bereits vor rund 25 Jahren die Idee. Wir haben uns das Thema genau angeschaut und uns gefragt, was für Vorteile es für Haar bringen könnte. Haar ist zwischen 2015 bis 2025 um 25 Prozent auf jetzt 25.000 Einwohner gewachsen. Die Stadterhebung war ein Moment, der zusammenschweißt. Positiv überrascht hat mich die große Menschenmenge zur Enthüllung unseres Stadtwappens und der anschließenden Feier. Aus meiner Sicht gibt es einen weiteren, wichtigen Aspekt bezüglich der weiteren Entwicklung, insbesondere fürs Gewerbe. Haar ist nun sichtbarer und hat mehr Strahlkraft, das Image hat sich verbessert. Ich bemerke, dass Haar als Stadt mehr wahrgenommen wird. Die Rückmeldungen von den Unternehmen sind anders, Haar hat deutlich mehr Gewicht. Deutlich spürbar war das auf unserem Wirtschaftskongress „Circular Summit“. Schlussendlich ist es auch eine Auszeichnung für die großartige Entwicklung des Ortes in den letzten Jahrzehnten.

» „ … Und die Haarer lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage“ wäre nach der Stadterhebung schön, doch angesichts der Probleme und Herausforderungen geht es nun darum, anzupacken. Welche sind Ihre „Top“-Themen für die nächsten Jahre?
Das Allerwichtigste, und das ist die Grundvoraussetzung für alles, was wir in die Hand nehmen wollen, sind die Einnahmen. Die Gewerbesteuer ist eine Stellschraube, die wir selbst in der Hand haben. Hier müssen wir besser werden. Momentan haben wir noch Rücklagen, können investieren, aber wir müssen mittelfristig schauen. Wir müssen Gas geben und Flächen wie die „Finckwiese“ oder Blumenstraße entwickeln. Denn durch das starke Wachstum Haars kommt ein Mehraufwand auf die Verwaltung zu, ein Beispiel sind die Kindergärten. In diesem Jahr wollen wir eine Kindertageseinrichtung mit sechs Gruppen eröffnen. Sobald das Wetter es zulässt, gehen die Bauarbeiten am Wieselweg los. Die Kindertageseinrichtung wird in Hybridbauweise errichtet und seriell gefertigt zu einem Festpreis, eine zweite Kindertageseinrichtung planen wir in der Rechnerstraße. Kinderbetreuung, auch die nachschulische Betreuung, ist allgemein ein großes Thema. Hier besteht, beziehungsweise entsteht, ein Rechtsanspruch. Auch Bildung steht nach wie vor im Fokus. Die Pandemie hat einiges beschleunigt, was wir weiter nutzen wollen, um die Schulen modern auszustatten. Außerdem steht der Schulcampus im Fokus, um der FOS Haar ein dauerhaftes und modernes Zuhause zu geben und die genehmigte Realschule errichten zu können.

»Es gibt eindeutige Gegenstimmen hinsichtlich der Entwicklung auf der „Finckwiese“, der Blumenstraße oder auf den Schulcampus bezogen. Sie haben sich stets für Lösungen ausgesprochen, die „für alle Seiten verträglich“ sein sollen. Bisher scheint die „Verträglichkeit“ für diese Projekte unmöglich zu sein.
Es kommt immer darauf an, wen man fragt. Die Verträglichkeit können wir sehr gut darstellen. Man sieht, wie früher Gewerbegebiete geplant worden sind, das stellt sich heute anders dar. Wenn man heute plant, hat man mit anderen Parametern zu tun und muss wichtige Aspekte berücksichtigen, dazu gehört etwa die Artenvielfalt oder die Grünfläche. Wenn sich aber jemand generell gegen eine Bebauung sperrt, wird es schwierig, einen Konsens zu finden. Aus vielen Gesprächen habe ich allerdings den Eindruck gewonnen, dass die meisten Bürger Verständnis haben. Sie sehen das Wachstum, den Bedarf und dass das, was Haar bietet, auch finanziert werden muss. Insofern geht es mehr um die Gestaltung der Fläche und wer sich künftig ansiedeln soll. Dass die direkten Anwohner das Thema kritisch sehen, verstehe ich.

»Wie wollen Sie Firmen generell dazu bringen, nach Haar zu kommen? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Aus der Sicht eines Projektentwicklers oder Unternehmers merkt man schnell: Niemand wird etwas bauen, was keiner braucht. Über die Jahre hatten wir regelmäßig Anfragen: das Interesse an der „Finckwiese“ ist groß, kühlt aber relativ schnell wieder ab. Grund hierfür ist der stramme Zeitplan der Firmen bei Neuansiedlungen, den wir ohne Vorbereitung nicht schaffen können. Das hat mit dem Baurecht zu tun. Unzählige Prüfungen beinhalten im Vorfeld Themen wie Umwelt, Verkehr, Emissionen und mehr. Das Prozedere dauert bis zu zwei Jahren, um Baurecht zu schaffen. Bisher war das allen zu lang, die Unternehmen steigen ganz schnell wieder aus. Ein prominentes Beispiel, das noch vor meiner Zeit stattfand, ist BMW. Ein weiteres Beispiel ist Isar Aerospace. Dieses Unternehmen hätte sogar mehr Zeit mitgebracht, allerdings hat der Gemeinderat gegen die Ansiedelung gestimmt. Es gibt aber nach wie vor Firmen aus den Bereichen Biotech, Life-Science oder Raumfahrt, die im Ballungsraum München Flächen wie die „Finckwiese“ suchen. Wir hatten im Zuge Isar Aerospace noch zwei weitere Anfragen aus dem Bereich Raumfahrt. Diese haben uns gezeigt, dass es einen Magnet braucht, der weitere Interessenten nachzieht. Aus meiner Sicht hätte dort ein Cluster entstehen können. Nun wollen wir das Pferd anders aufzäumen, die Schaffung von Baurecht optimal vorbereiten und warten nicht darauf, bis jemand irgendwann kommt. Diese Zeit hat niemand. Obendrein soll das Projekt architektonisch ansprechbar sein. Insofern muss man sich über eine Struktur der Fläche, über Höhenentwicklung, mögliche Anordnung der Gebäude und Grünflächen Gedanken machen, bevor eine Anfrage kommt. Ende Januar wird es dazu einen Bürger-Workshop im Bürgersaal geben.

»In den nächsten etwa sechs Jahren wird keine Gewerbesteuer fließen. Den meisten ist das vielleicht gar nicht bewusst. Selbst wenn recht zeitnah nach der Baurechtvergabe ein Unternehmen kommt, dauert es Jahre, bis Gelder fließen. Was können Sie machen, damit die Gewerbesteuer, abgesehen von der „Finckwiese“, wieder fließt? Das klingt nach einer Mammutaufgabe.
Nicht unbedingt. Es ist möglich, das innerhalb von fünf, sechs Jahren zu schaffen. Wenn sich beispielsweise ein großes Unternehmen aus der Medizin- oder Biotechnologie hier ansiedelt, könnte das eine positive Sogwirkung nach sich ziehen. Außerdem haben wir nicht so viel Leerstand. Es geht um ein großes Bürogebäude mit 20.000 Quadratmeter von einem, wie es heute heißt, „Single Talent“, der das Gebäude damals genau auf seine Bedürfnisse zuschneiden ließ. Das ist heute sehr schwierig zu vermarkten. Ansonsten haben wir hier noch 2.000 Quadratmeter Leerstand, dort noch 500 – insgesamt gar nicht so viel. Selbst wenn sich dort schnell etwas ansiedeln würde, fließen nicht sofort Millionen. Mittel- und langfristig brauchen wir neu entwickelte Flächen. Haar ist stark gewachsen und hat seit 40 Jahren kein großes Gewerbegebiet neu entwickelt. Wir hatten Glück, dass wir durch Nachzahlungen in den letzten Jahren unsere Rücklagen aufstocken konnten. Das bringt uns in die glückliche Lage investieren und überbrücken zu können, ohne auf irgendwelche Stabilisierungshilfen angewiesen zu sein.

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»Ein Thema, das Ihnen von Beginn an sehr am Herzen lag und liegt, ist „Circular City“. Was hat sich in diesem Zusammenhang in den vergangenen sechs Jahren konkret in Haar getan? Was sollen die nächsten Schritte sein?
Da tut sich einiges. Wir, also die Abteilungen, tauschen sich regelmäßig mit „Circular Wien“ aus. Die blicken tatsächlich ein wenig neidisch auf Haar, weil wir innerhalb einer kurzen Zeit viel bewegen konnten. Das wollen München und Berlin auch, sind aber „riesige Tanker“ mit kleinen Abteilungen. Hingegen können wir, als Schnellboot, Projekte relativ rasch auf die Beine stellen. Beispielsweise in Sachen „Mehrweg“. Haar hat hier ein deutschlandweites Pilotprojekt durchgeführt. Die Initiatoren haben sich bewusst Haar ausgesucht, so wurden wir mehrere Monate zum Zentrum der europäischen Mehrweg-Szene. Prompt tagte hier der deutsche und europäische Mehrwegverband und besichtigte das Projekt vor Ort. Wir sind in vielen Bereichen inhaltlich weiter als Großstädte, können allerdings nicht so viel investieren. Aber wir können Projekte anschieben, wie beispielsweise unser kreislauffähiges Jugendzentrum DINO, das wir in diesem Jahr umsetzen wollen. Damit sind wir als Innovationskraft ganz weit vorne. Wir wollten auf den „Trend“ Kreislaufwirtschaft aufspringen, um ganz vorne dabei zu sein. Immer mehr Unternehmen, vor allem produzierende, schreiben sich das nicht nur auf die Fahne, sondern es ist wesentlicher Teil ihrer Strategie, Rohstoffe möglichst im Kreislauf zu halten. Das geschieht nicht nur aus Umweltgesichtspunkten, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen. Rohstoffe von bis dato zuverlässigen Handelspartner sind nicht mehr sicher zu bekommen, Russland allen voran ist schwierig, die USA haben sich von einem absolut verlässlichen zu einem unsicheren Partner entwickelt und China geht seinen eigenen Weg. Deutschland ist ein rohstoffarmes Land und Unternehmen, die hier weiter produzieren wollen, achten nun darauf, möglichst kreislaufstabil entwickeln. Ein gutes Beispiel hierfür geschieht in der Rüstung mit kreislauffähigen Schutzwesten. Das hat klar nicht nur einen wirtschaftlichen, sondern auch einen geopolitischen Hintergrund. Wir hatten erst kürzlich eine Anfrage eines Unternehmens, das kreislaufwirtschaftlich produziert und sich bewusst Haar angeschaut hat. Vor einigen Jahren haben sich nur sehr wenige mit dem „Cradle-to-Cradle“- Prinzip beschäftigt, das sah beim letzten Kongress in Berlin ganz anders aus. Die Umweltministerin anwesend, ebenso Staatssekretäre aus allen Fraktionen. Alle Überlegungen zusammen zeigen mir, dass wir auf das richtige Pferd setzen. Wenn man sich in der Szene umhört, bekommt man mit: Haar ist ein Begriff.

»Ein zentrales Thema betrifft die Fernwärmeversorgung. Können Sie hierzu den jeweils aktuellen Stand umreißen und wie es weitergehen soll?
Einleitend möchte ich sagen, dass sich durch das Geothermie- Projekt die Chance ergibt, Fernwärme im nennenswerten Umfang zu nutzen. Durch den Anstoß ist bereits einiges entstanden, etwa die Wärmeplanung, die die Stadtwerke zusammen mit Bayernwerk umsetzen. Geplant ist, bestehende Fernwärmenetze, wie in Eglfing und im Jagdfeld, zu verbinden und auf dem Weg dorthin weitere Fernwärmenetze zu errichten beziehungsweise Nutzer anzuschließen, wie die Schulen, das Rathaus oder das Bürgerhaus, um von Beginn an einen entsprechenden Absatz zu haben. Weitere kleine Fernwärmenetze, wie in der Beethovenstraße, wollen wir in den nächsten Jahren verbinden. Dazu müssen wir enorm viel aufgraben, da neue Leitungen verlegt werden müssen und wir nichts Bestehendes nutzen können. Entsprechend müssen wir einmal in den sauren Apfel beißen. Ausgehend von Eglfing soll das Netz in mehreren Abschnitten bis ins Jagdfeld geführt werden, der Abschluss ist bis Ende 2026 vorgesehen. In diesem Zug können wir prüfen, wen wir noch anschließen können, beziehungsweise welche weiteren Anschlüsse möglich sind. Parallel geht es um die wichtige Frage, der Versorgung des Fernwärmenetzes. Wir haben die große Möglichkeit, unser Geothermie-Projekt zu nutzen. Ein weiterer großer Aspekt, der in der Wärmeversorgung eine Rolle spielt und die Spitzenlast abfangen soll, ist das Blockheizkraftwerk in Eglfing. Die große Photovoltaik-Freiflächenanlage mit 18 Megawatt auf 20 Hektar entlang des Höglwegs soll idealerweise die Grundwasserpumpen mit Strom versorgen. So können wir die Preise für die Wärme aus den Grundwasserwärmepumpen weiter senken. Das ist für mich eine runde Sache. Danach müssen wir sehen, wie wir das Thema weiterentwickeln und beispielsweise auch Einzelanschlüsse für Häuser realisieren können.

»Stimmen aus den anderen Parteien werfen Ihnen vor, Haars Haushalt stehe nicht so schlecht dar, wie von der CSU dargestellt. Für den Bürger, die sich nicht mit jedem Detail des Haushaltsplans beschäftigt, sind das sehr gegensätzliche Aussagen: Ohne ein Horrorszenario beschreiben zu wollen: Steht Haar tatsächlich vor dem Bankrott?
Im Grunde ist es sehr einfach, und deshalb verstehe ich auch nicht, dass dieses Thema immer wieder falsch dargestellt wird. Seit Jahren ist unser Verwaltungshaushalt nicht ausgeglichen, weshalb wir auf unsere Rücklagen zurückgreifen müssen. Noch haben wir Glück, aber die Rücklagen werden weniger. Daher laufen wir auf eine Situation zu, bankrott zu sein, wenn wir nichts tun. Sicherlich sind wir morgen nicht pleite, aber je nachdem, was wir wollen, läuft es darauf hinaus, Dinge künftig schlechter gestalten zu müssen als bisher. Das betrifft beispielsweise freiwillige Leistungen der Stadt Haar. Das ist der Punkt, den man verstehen muss: Wir leben über unsere Verhältnisse, denn wir haben mehr Ausgaben als Einnahmen. Für mich ist die Aussage „Wir haben einen ausgeglichenen Haushalt“ völlig unverständlich, denn sie stimmt nicht. Dazu muss ich mir nur die „Aktiv-“ und „Passivseite“ anschauen. Im Verwaltungshaushalt haben wir ein klares Defizit. Daraus ergeben sich zwei Möglichkeiten: Entweder sparen wir so radikal, dass wir das einigermaßen in den Griff bekommen, oder wir generieren neue Einnahmen. Deshalb werde ich nicht müde, das immer wieder zu betonen. Wenn sich ein Weg derzeit als schwierig erweist, etwa die Vermarktung von Gewerbeflächen, muss ich einen anderen gehen. Hier spielt die Wirtschaftsförderung, die bereits Erfolge hat, eine wichtige Rolle.

»Immer wieder äußern Bürger ihre Besorgnis bezüglich der schwächelnden Demokratie und des wachsenden Drucks von rechts, zuletzt deutlich auf der Bürgerversammlung im Dezember. Hier wünschen sich die Bürger eine klare Haltung. Wie wollen Sie im Falle Ihrer Wiederwahl und des Einzugs von Vertretern der AfD in den Stadtrat damit umgehen?
Die Diskussion der letzten Monate zeigt, dass die AfD vor allem vom Thema „Migration“ lebt. Da wird die Partei nicht müde und beackert das Thema rauf und runter. Ja, wir haben in dem Bereich Probleme und wir wissen, dass auf Bundesebene etwas getan werden muss. Allerdings stehen auf kommunaler Ebene andere Themen im Vordergrund, all diejenigen, die wir hier besprochen haben, von der Gewerbeentwicklung über die Wärmeversorgung bis zur Kinderbetreuung. In der Kommunalpolitik geht es nicht um bundespolitische Themen, diese würde ich als Bürgermeister auch nicht zulassen. Gefragt sind hier alle Stadträtinnen und Stadträte. Wir stehen vor großen Herausforderungen und tragen Verantwortung. Die Bürgerinnen und Bürger dürfen von den Stadträten, egal welcher Couleur, erwarten, dass sie im Sinne der Kommune arbeiten und handeln. Sollte jemand der AfD in den Rat gewählt werden, ist er gefordert. Da reicht es nicht, mit irgendwelchen Parolen zu kommen. Ich habe schon bei der Bürgerversammlung gesagt: „Mit Sprüchen wie „Ausländer raus“, bekomme ich kein Kita- Personal.“

Das Interview führten Heiko Schmidt und Manuela Praxl.

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