Ausgelassene Freude und gemütliche Stimmung trotz Kälte: Der Winterzauber im Kleinen Theater Haar lockt jedes Jahr mehr Besucher
Vorweihnachtlichen Markt in bezaubernder Gartenkulisse
Ines Heukäufer, Vorsitzende des Freundeskreises des Kleinen Theater Haar friert trotz der knackigen Temperaturen um den Gefrierpunkt kein bisschen. Zum einen lautet ihre Devise: „Sei stets bestens vorbereitet: Think pink!“ Entsprechend trägt sie wie alle Mitglieder des Vereins eine rosafarbene Nikolausmütze und komplettiert aber ihren Überlebens- Look mit nicht sichtbaren selbstwärmenden Sohlen. So gerüstet führen ihre Füße ein kuscheliges Dasein in den Schuhen. Außerdem spurtet sie im Dauereinsatz den ganzen Tag durch das Theater und drumherum, denn im Drehbuch des besonderen Schauspiels „Winterzauber“ wechseln sich kleine dramatische Szenen im steten Wechsel mit beinahe komödiantischen ab. „Unsere Würstl sind praktisch ausverkauft, woher bekomme ich jetzt noch welche?“, ruft sie laut aus, als sie das Café des Theaters betritt, und blickt für den Bruchteil einer Sekunde ratlos. Ob die leichte Schweißperle auf der Stirn gerade ihrem sportlichen Einsatz oder doch eher der aufsteigenden Panik zuzuordnen ist, bleibt ungeklärt, denn in diesem Moment dringt ein weiterer SOS-Ruf aus dem Helferteam: „Wir haben keine Servietten mehr!“
Freude, Lachen und Genuss
Im vierten Jahr des stattfindenden „Winterzaubers“ im Garten des Kleinen Theater Haar steht fest: die Begeisterung für den vor-vorweihnachtlichen Markt in bezaubernder Gartenkulisse wächst jedes Jahr. „Über den Tag verteilt kommen wir auf mindestens 500 Besucher“, rechnet Ines Heukäufer laut. Ganz offenbar muss es nicht immer das wärmende Plätzchen am Ofen oder unter der Decke auf der Couch kurz vor der Adventszeit sein. Das Open-Air-Konzept mit kleinen Verkaufsständen, gemütlichen Bierbänken und einer riesigen Feuerschale ist so simpel wie beliebt und entpuppt sich als Publikumsmagnet für Frischluftfanatiker. „Ich habe den Eindruck, dass die Magie unseres Winterzaubers darin liegt, dass sich die Mundwinkel der Besucher bei Betreten des Geländes automatisch nach oben ziehen, inklusive guter Laune“, erklärt sich Cornelia Fäth aus der Vorstandschaft den Erfolg der Veranstaltung: „Sie können wirklich den Moment genießen. Selten habe ich in letzter Zeit so viele, ehrlich glücklich wirkende, Menschen gesehen, die sich einfach an der Stimmung erfreuen.“
Backfreuden im Akkord
Cornelia Fäth steht mit weiteren Frauen nicht an irgendeiner, sondern an der „It-Station“: Zumindest für Kinder, denn Stockbrot ist ein Erfolgsgarant. Das Spiel mit dem Feuer ist vor allem für die u10- Gäste ein optisches und geschmackliches Vergnügen. Nach drei Jahren hat das Team nicht nur die Rezeptur des Teigs mit Zimt, sondern auch die Wickeltechnik um den Stock perfektioniert. Mit geschickten Fingern kleben die Mitstreiterinnen die Masse en masse blitzschnell an ein Ende jedes Stocks. So verziert erinnert er dann an ein Zündholz in XXXL-Format. Entzünden muss es sich nicht, lediglich den Flammen während der Rostprozedur über dem offenen Feuer standhalten. Cornelia Fäth strahlt über das ganze Gesicht: „Ich habe heute Morgen aus dem Fenster den Sonnenschein und leicht überzuckerte Landschaft gesehen. Da wusste ich, dass der Tag nur perfekt werden kann.“
Die Magie einer Veranstaltung
Kurz bevor der Spannungsbogen „to eat a Würstl or not to eat” zu zerreißen droht, verkündet Ines Heukäufer: „Es ist für alle da.“ Ein Pannendesaster bleibt also aus, dafür gewinnt die Erkenntnis Oberhand: „Man kann nie genug Stockbrot-Teig vorbereiten. Das nehmen wir mit in unsere Planungsoptimierung”, meint Cornelia Fäth. Ines Heukäufer zieht ebenfalls Bilanz: „Für acht Stunden halten die Wärmesocken, danach ist es vorbei.“ Den Einsatz des Freundeskreises honorieren die Besucher des Winterzaubers. Inzwischen betrachten viele das Event als „Soft-Opening“ für die Adventszeit.
Für Sie berichtete Manuela Praxl.































