Jochen Döring, 1. Vorstand von HA-ILE, berichtet über die täglichen Herausforderungen in der Partnergemeinde HA-ILE.
Für ein besseres Leben in der Partnergemeinde Ilembula
Ob zuhause, im Hort oder in der Schulkantine: In der Regel knurrt der Magen eines jeden Kindes nach dem Unterricht zur Mittagszeit. Entweder schmeißt Mama schnell den Herd an und zaubert innerhalb kürzester Zeit eine Mahlzeit oder die Kinder holen sich die Verpflegung aus modernen Großküchen der verschiedenen Einrichtungen und speisen gemeinsam in einer Mensa. Auch in Haars Partnergemeinde Ilembula in Tansania bekommen Kinder nach dem Unterricht etwas Warmes in den Bauch. Zwölf Grundschulen versorgen je 300 bis 700 Schüler täglich. Allerdings kann sich das dortige Kochpersonal nicht auf die Hilfe moderner Herde oder Öfen verlassen: Bisher müssen sie sich mit sogenannten „3-Steine-Herden und Feuerholz“ begnügen. „Das aber hat die Regierung jetzt verboten, um die Wälder zu schützen“, erklärt Jochen Döring. „Die Alternativen sind Gas, Strom oder Solar. Das ist alles viel zu teuer. Wer soll das bezahlen?“ Der 1. Vorsitzende von HA-ILE kennt die herrschende Armut der Eltern vor Ort: „Wir suchen jetzt umweltfreundliche, nachhaltige und kostengünstige Lösungen“.
Unüberwindbare Hürden
Der Klimawandel mit seinen starken Auswirkungen hat die Herausforderungen für die Menschen in Ilembula, die überwiegend von der Landwirtschaft leben, verschärft. Veränderte Regenzeiten mit viel zu wenig Regen oder teils erheblichen Wassermengen, erschweren das Leben zusätzlich, so Döring: „Die Menschen müssen in neue Getreide und Pflanzen investieren und von der Hand-Feldarbeit auf Maschinen umstellen. Das Regenwasser müsste viel besser genutzt werden, dafür wären Regenrinnen und Wassertanks eine Lösung.“ Dafür aber fehle an allen Ecken und Enden das Geld, betont Döring. Genauso für ein Gelände- geeignetes Auto für Ilembulas Dekan Mpimbi. „Mpimbi betreut und besucht seine Gemeindemitglieder in 70 Dörfern, für die seine Anwesenheit bei Hochzeits- oder Trauerfeiern unabdingbar ist“, sagt Döring. Zwar scheint der Umkreis von 35 Kilometern mit einem Motorrad machbar, aber die Straßenverhältnisse sind katastrophal. In Tansanias Krankenhäusern zählen Unfallopfer von Motorradunfällen zur stärksten Patientengruppe. Ein geeignetes Fahrzeug kostet 30.000 Euro – für die Menschen vor Ort eine gewaltige Summe.
Freiwilligendienst in Tansania
Seit über 20 Jahren engagiert sich der Verein mit seinen aktuell 30 Mitgliedern, um die Lebensbedingungen für die Menschen in Ilembula zu verbessern. „Gute Ausbildung ist wichtig, daher unterstützen wir die Ausund Weiterbildung an Schulen, Berufsschule und Krankenpflegeschule. Übrigens können sich hier junge Menschen im Freiwilligendienst melden. In Tansania gibt es Ausbildungszentren für junge Menschen mit Behinderung. Die Berufsschule würde sich über junge Freiwillige für den Kfz-, Schreinerei-, Elektround Haushaltsbereich freuen“, wirbt Döring.
Weg von Sachgütern
Über Jahre sammelt und schickt der Verein Notwendiges per Container in das afrikanische Land. Inzwischen sind die Kosten dafür mit 250 Euro pro Quadratmeter regelrecht explodiert. Dazu kommt der enorme Arbeitsaufwand. Inzwischen leistet der Verein hauptsächlich finanzielle Unterstützung, fragt nach den wichtigsten Bedarfen, um dann bei der Anschaffung zu unterstützen, wie bei einem Computertomografen für das Krankenhaus in Ilembula. Für die lebensnotwendige medizinische Versorgung bedeutet das einen wichtigen Meilenstein: „Es ist das einzige im Umkreis von 200 Kilometern“, erklärt Döring: „Das ist von enormer Bedeutung vor allem für die Ambulanz. Es gibt nur wenig niedergelassene Ärzte.“ Generell sei die Modernisierung vieler Einrichtungen notwendig und die Umstellung auf Solartechnik für die Stromversorgung geplant. „Aber am dringlichsten ist derzeit das Auto“, so Döring.
HA-ILE sucht Finanz- und Social Media-Asse
Für den Verein in Haar wünscht sich Döring neue Mitglieder. „Wir werden ja alle nicht jünger“, meint Döring und lächelt: „Wir brauchen beispielsweise Leute, die sich mit Finanzen auskennen oder die unsere Homepage (www.ilembula.de) pflegen können. Auch für den Aufbau einer Social Media-Präsenz und für die Öffentlichkeitsarbeit suchen wir. Wir freuen uns riesig über tatkräftige Interessenten.“
»Die Alternativen sind Gas, Strom oder Solar.
Das ist alles viel zu teuer. Wer soll das bezahlen?
Wir suchen jetzt umweltfreundliche,
nachhaltige und kostengünstige Lösungen.«
Jochen Döring, 1. Vorsitzender HA-ILE.
Für Sie berichtete Manuela Praxl.







