Bundesverdienstkreuz für Franz Meier-Dini

Kategorie: Veranstaltungen

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Franz Meier-Dini erhält von Ulrike Scharf (Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales) an seinem 42. Hochzeitstag das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Fotoquelle: StMAS / Schäffler

Ein besonderer Tag mit speziellen Herausforderungen

Es war eine tolle Veranstaltung. Mich hat einfach gefreut, dass die Inklusion in der Jugendarbeit, ob es um Menschen mit Migrationshintergrund oder mit Beeinträchtigungen geht, gesehen wird.“ In Franz Meier- Dinis Stimme schwingt die Freude über die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes unüberhörbar mit. Doch wie es dem ehemaligen Leiter des Jugendkulturhauses Route 66 eigen ist, nimmt er die Auszeichnung nicht nur für sich selbst entgegen: „Ich habe ihn stellvertretend für alle, die in dem Bereich tätig sind und dem Team des Route 66 Johannes Leitner und Doris Mayer angenommen. Sie haben mir immer den Rücken freigehalten, um die viele Zeit und Energie, investieren zu können, um das voranzutreiben.“ Den Vorschlag für den Erhalt des Bundesverdienstkreuzes reicht Tim Kappler im Herbst 2023 ein. Er ist Musiker, der regelmäßig im Keller des Route 66 probt. „Ich wusste lange von nichts. Tim hat uns immer fleißig mit Tatkraft und Spenden unterstützt“, erzählt Meier-Dini. Erst im „April oder Mai dieses Jahres“ erfährt er von Kepplers Einsatz: „Die Sekretärin des Staatsministeriums rief an, um mir zu sagen, dass ich Freunde und Familie mitbringen könne und erwähnte nebenbei, dass Familie Kappler auch zugesagt habe. Erst da wurde mir bewusst, dass er es war.“

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Wenn viele Winke mit dem Zaunpfahl nicht helfen
Der Tag der offiziellen Auszeichnung am neunten Oktober hat es in sich. Zum einen können Meier-Dinis Kinder nicht teilnehmen, zum anderen geht es um so wichtige Nebensächlichkeiten wie die angemessene Kleiderwahl. Was sonst eher Frauen den Schweiß auf die Stirn treibt, sorgt auch bei Meier-Dini für Runzeln auf dem oberen Frontalbereich seines Kopfes: „Das Schöne in meinem Beruf war, dass ich nie Anzug und Krawatte brauchte. Eine bayerische Tracht fand ich irgendwie übertrieben, ich habe mich dann für ein weißes Hemd und einen Pullunder entschieden.“ Eine viel größere Schwierigkeit allerdings stellt das Datum an sich dar. „Vor lauter Preisverleihung habe ich meinen 42. Hochzeitstag übersehen“, gibt Meier-Dini seinen Fauxpas lachend zu. Selbst das Dauerklingeln des Handys seiner Frau am Frühstückstisch löst bei dem Sozialpädagogen nichts aus. „Wir habe eine familieninterne WhatsApp-Gruppe „Big Family“, meine Frau ist Italienerin. Irgendwann habe ich selbst reingeschaut und lese „Gratulazione“ und frage meine Frau, wer aus der Familie Geburtstag habe und bin nicht draufgekommen.“ Sein großes Versäumnis bemerkt er schließlich und baut kurzerhand eine Entschuldigung in die Dankesrede zur Auszeichnung ein: „Ich dachte: „Um Gottes Willen“. Aber es war der große Lacher und hat die Veranstaltung richtig aufgelockert, wobei ich sagen muss, dass es Ulrike Scharf (Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales) das wirklich toll gemacht hat.“

»Ich habe ihn stellvertretend für alle, die in dem Bereich tätig sind
und dem Team des Route 66 Johannes Leitner und
Doris Mayer angenommen. Sie haben mir immer den Rücken
freigehalten, um die viele Zeit und Energie, investieren zu können,
um das voranzutreiben.«

Franz Meier-Dini, Bundesverdienstkreuzträger

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Ein Meister der leisen, der lauten und der Zwischentöne
Das sozialpädagogische Urgestein kommt 1987 für den Kreisjugendring nach Haar und bleibt 37 Jahre. Franz, wie er schlicht überall heißt, übernimmt das Freizeitheim „Vocke“, schon damals mit dem Anspruch eines „Behinderten- Nichtbehinderten-Treffs“. Der Unermüdliche entwickelt das Konzept weiter und macht daraus das angesagte Route 66, das seit Jahren Kultstatus genießt. Berührungsängste von Jugendlichen ohne Handicaps verschwinden schnell, vor allem auch Freizeitausflüge helfen den Heranwachsenden etwaige Unsicherheiten abzulegen. Dabei hilft vor allem eins: Franz´ unbedingte Liebe zur Musik. Sie ist nicht nur Steckenpferd, das er in seiner Freizeit auslebt. Vielmehr verwendet er es als kraftvolles Instrument, um Brücken zwischen den Menschen zu bauen und ein Miteinander zu schaffen. „Ich bin mir sehr sicher, dass diese Auszeichnung etwas bewirken kann. Mein Handy läuft gerade heiß, auch aus Italien. Das Thema Jugendliche mit Migrationshintergrund und Beeinträchtigungen durch Musik und Kultur zu verbinden ist angekommen und wird durch solche Preisen sichtbar gemacht“, stellt Meier-Dini fest und betont: „Die Stadt Haar hat mich immer parteiübergreifend in allem unterstützt, sie lädt mich weiterhin zu verschiedenen Veranstaltungen ein und ich merke, dass das Interesse nach wie vor groß ist.“ Einen Wunsch offenbart Bundesverdienstkreuzträger Franz Meier-Dini zum Schluss: „Was ich in meinem beruflichen Wirken nicht geschafft habe und ich sicherlich auch nicht mehr erleben werde ist, dass wir das Wort „Inklusion“ gar nicht mehr brauchen und es einfach selbstverständlich wird, Menschen, die etwas anders sind, zu sehen, zu akzeptieren und einzubinden. Daher glaube ich schon, dass diese Auszeichnung eine wichtige Außenwirkung hat.“

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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