Hand in Hand in Haar feiert seine fleißigen Mitglieder.
Geben mit Freude gegen Burnout
Karen Dietz lebt seit über 20 Jahren in Haar. Die gebürtige US-Amerikanerin aus Connecticut engagiert sich seit zehn Jahren im Verein Hand in Hand in Haar. „Ich dachte damals, es sei perfekt für, weil ich Hausfrau mit drei Kindern war. Es war mir nicht langweilig, aber grundsätzlich helfe ich einfach gerne“, erzählt sie von ihrer Motivation in dem Verein mitzumachen, der von den Begabungen, Lebens- und Berufserfahrungen seiner Mitglieder lebt. Sie alle leisten Hilfe in unterschiedlichster Form und erhalten dafür Punkte, die sie bei Bedarf einlösen können. „Ich mochte einfach die Flexibilität sich aussuchen zu können, was man wann machen möchte. Ich wollte neben meinem Alltag etwas anderes machen, mich ehrenamtlich engagieren und kann davon sogar selbst profitieren“, erklärt Karen. „Ich habe ursprünglich Psychologie studiert und das passt einfach zu mir, ich bin wahnsinnig begeistert.“
Ankommen in der Gemeinschaft
Vor allem begeistere sie die „Vielseitigkeit so viele unterschiedliche Sachen“ machen zu können mit Menschen aller Altersklassen: „Ich habe schon gebacken, irgendetwas mit dem Rad verteilt und das Kürbisfest ist für mich ein Stück Heimat. Man lernt unglaublich viel, man hört viele Geschichten, vor allem kann ich positive Gefühle verbreiten und das ist mein Ding.“ Es ist auch Astrid Herrmanns Ding. Ähnlich wie Karen lebt sie bereits ein paar Jahre in Haar, als sie Charlie Chaplin alias Vereinsvorstand Dagmar Richter in die Arme läuft: „Das war auf dem Gemeindefasching. Bis dato war ich noch nicht wirklich in Haar angekommen.“ Schnell stellt sie Übereinstimmungen mit ihrer eigenen Lebensphilosophie fest: „Meine Frau und ich helfen einfach gerne anderen Menschen. So etwas hatten wir gesucht: Anderen zu helfen ohne die Frage: „Wie viel Geld bekommst du dafür?“ Es geht mir vordergründig ums Geben, einfach zu schauen, was der andere braucht und was man geben kann.“
Sinnvolles Tun
Renate Fahmüller ist vom Beginn ihrer Mitgliedschaft durchgängig Lesepatin. Letztlich habe sie Kinder schon als Teenager betreut. Die einfache Erklärung der vierfachen Mutter, sechsfachen Großmutter und zweifachen Urgroßmutter: „Ich lebe einfach gerne mit Kindern zusammen. Für mich ist es eine Win-Win-Situation. Ich geh ohne Erwartungen dahin, lass das Kind kommen. Das, was es nicht versteht, erkläre ich.“ Renate Fahmüller erinnert sich an Kinder aus den sogenannten Übergangsklassen mit dramatischen Fluchtsituationen. „Da dauerte es, bis sie Vertrauen fassen konnten.“ Doch mit Geduld und Kreativität klappe jede Herausforderung, lacht die Lesepatin: „Manches konnten wir nicht erklären. Das haben wir dann pantomimisch gemacht und sind zum Beispiel auf allen Vieren gekrochen, um das Verb „ausspähen“ deutlich zu machen. Man bleibt einfach jung und das ist einfach schön.“
Man lernt unglaublich viel, man hört viele Geschichten,
vor allem kann ich positive Gefühle verbreiten
und das ist mein Ding.“
Karen Dietz
Jeder hat etwas zu bieten
Auch Männer bereichern das Team, so wie Gustl Mogl. Der ehemalige Schriftsetzer ist bekennender „Buchstaben-Junkie“: „Ich mache das einfach deshalb, weil ich kein Techniker oder Handwerker bin, daher bietet es sich an, dass ich in die Schule gehe.“ Es bereite ihm große Freude Kinder zu begleiten: „Wenn man dann sieht, wie gut sie Deutsch nach wenigen Monaten gelernt haben, stellt sich große Zufriedenheit ein.“ Alle vier sind nun zehn Jahre dabei und über die Sinnhaftigkeit ihres Tuns einig.: „Hier komme ich mit Menschen in einen lebendigen Austausch. Ich kann helfen, es kann für mich Hilfe sein und es ist die beste Verhinderung gegen Burnout“, ist sich Astrid Hermann sicher. „Als ich hierhergezogen bin, habe ich alle angelächelt und schnell gemerkt, dass das hier anders ist. Ich habe es dann zu meinem geheimen Ziel gemacht, Menschen, denen ich begegne, ein Lächeln zu entlocken. Hier kann ich das und Zusammenhalt ist heute wichtig und den hat man hier pur“, meint Karen Dietz. Renate Fahmüller sieht es ähnlich und stellt noch einen anderen Aspekt heraus: „Wir sind über den Verein versichert, denn wir wissen ja nicht, was in der Schule passiert.“ Gustl Mogl schließt sich an: „Es ist ein Verein, der auf Gegenseitigkeit beruht. Ich kann ohne ein schlechtes Gewissen andere um Hilfe bitten, ohne etwas bezahlen zu müssen, weil ich mich ja auch einbringe.“ Alle vier wollen weitermachen und freuen sich auf neue Gesichter im Verein.
hand in hand in haar e.V.
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Für Sie berichtete Manuela Praxl.









