Das Winterfest am See mit weihnachtlichem Flair lockt immer mehr Neugierige, um sich auszutauschen und gemeinsam zu feiern.
Zauberhaftes Winterfest am See
Fröhliches Juchzen und glückliches Kinderlachen dringt aus dem Bavarian MMA-Center am Jagdfeldsee und kündet bereits auf der Straße als auditiver Wegweiser ein besonderes Fest an. Dort, wo sonst Kampfsportbegeisterte an ihrer Körperhaltung und Technik feilen, auf der Rückseite zum See hin, haben an diesem ersten Adventswochenende vergnügte Kiddies den Trainingsraum erobert. Denn dort steht eine Hüpfburg. Sie ist Teil des Winterfests am See, zu dem das Jugendzentrum BONI nach dem erfolgreichen Start im vergangenen Jahr wieder lädt. Direkt vor der Sportstätte brennt Holz in einer Feuerschale für ein kleines Naschkatzen-BBQ. Drumherum stehen ein paar Bierbänke, die einladen sich hinzusetzen, um sich am Feuer zu wärmen oder miteinander zu reden, dabei einen Döner oder türkischen Tee zu genießen. Wer es chilliger und zuckersüß mag, macht es sich in einem Holzliegestuhl gemütlich und grillt halbliegend seinen Marshmellows-Spieß zur karamellisierten Vollendung.
Kein Weihnachtsmarkt, aber weihnachtliche Gedanken als Basis
„Dieses Jahr sind das erste Mal Kooperationspartner in den Hütten dabei, wie das MMA, Global Corner oder die Griechische Gemeinde“, erklärt Daniel Lais, Jugendreferent und geschäftsführender Leiter der BONI. Wenngleich der kleine Markt mit Lichterketten, Weihnachtsschnickschnack- und Tannenbaum vorweihnachtliche Gefühle weckt, versteht er sich eher als „Wintermarkt am See mit weihnachtlichem Flair“, so Daniel Lais: „Wir haben das Thema Interkulturalität aufgegriffen und beispielsweise türkische Standlbetreiber, die griechische Gemeinde ist am Start, auch kurdische Iraker. Deshalb gibt es hier auch nicht die typische Bratwurst, sondern verschiedene Dinge zu entdecken.“ Arif Koyuncu, Headcoach im MMA bestätigt: „Weihnachten ist einfach ein guter Aufhänger. Ich kann mir gut vorstellen, dass das hier ein Ritual wird. Wir wollen hier regelmäßig ein Sommer- und das Winterfest veranstalten.“ Wie Koyuncu sieht auch Lais das Potenzial der Veranstaltungen: „Unsere Vision ist es irgendwann das gesamte Areal zu bespielen, so eine Art Wander-Wintermarkt. Wir haben uns mit dem Vorstand der Griechischen Gemeinde und Stadtrat Apostolos Kotsis kurzgeschlossen und schauen, wo es 2026 hingehen kann.“
Treffpunkt für alle
Es sei ein „nettes Zusammensein“ im Viertel, das über das eigentliche Klientel des BONI hinausgehe, sagt Jugendreferent Philipp Steenbock: „Daniel und mein Credo lautet: wir wollen niederschwellig und mit Randgruppen arbeiten. Das ist manchmal herausfordernd und anstrengend, aber es funktioniert. Es kommt leider immer wieder zu Vorurteilen von außen, da können diese Feste entgegenwirken.“ Das Winterfest am See habe perspektivisch das Zeug die Gemeinschaft in dem Viertel stärken, stimmen die drei überein. „Man sieht ja, wie begeistert alle hier mitmachen und die ganze Zeit vor sich hinwurschteln. Damit machen sie die Erfahrung, dass es Spaß macht, sich sinnvoll einzusetzen“, so Lais. „Viele hier haben uns geholfen und ich finde es so schön, dass auch einige ältere Menschen den Weg zu uns finden und neugierig sind. Gerade von ihnen kam ein sehr positives Feedback vergangenes Jahr.“
Starkes Symbol Arif Koyuncu, dessen Mutter extra aus Köln angereist ist, um ihrem Sohn zu helfen, freut sich ganz besonders über eine Begebenheit: „Heute morgen kam sogar ein älterer Mann vorbei und fragte, was wir hier machen und will später noch vorbeischauen.“ Der See am Jagdfeld sei “einfach eine wunderbare Location” für Feste dieser Art, sind sich Lais, Steenbeck und Koyuncu einig: „Wir wollen, dass die Leute zusammenkommen, dass sie herauskommen aus den Hochhäusern, alte wie junge Menschen, Multi-Kulti und ganz einfach Gemeinschaft feiern.“ Ein sichtbares Zeichen dafür setzen viele Kinder. Mit zuvor selbstgebasteltem Schmuck verzieren sie zusammen einen Tannenbaum, der in der Mitte des Festes steht.
Für Sie berichtete Manuela Praxl.
































