Bestens gerüstet, wenn der Alarm wieder losgeht
Standing Ovation für einen Mann der sich nach 48 Jahren aus dem aktiven Dienst der Freiwilligen Feuerwehr aus dem Dienst verabschiedet. Der Rahmen ist mit der traditionell stattfindenden Floriansmesse würdig. Sichtbar gerührt und um Fassung ringend, kommentiert Werner Böhm seinen jahrzehntelangen Einsatz im Ehrenamt: „Es hat total Spaß gemacht und zum Teil auch gefordert.“ Böhm, der sich auf seine kommende Zeit als passiver freut, erinnert sich kurz an seinen ersten Einsatz: „Es ging um eine Bahnleiche. Damals war das nicht so organisiert wie jetzt. Seither durfte ich viele Alarme mitfahren und habe mir überlegt heute meinen Abschied zu nehmen, weil in wenigen Wochen ohnehin altersmäßig nichts mehr geht.“ Blicke er aber in die Runde, könne sich Haar glücklich schätzen, meint der erfahrene Feuerwehrmann und lobt die “tolle, junge und dynamische” Mannschaft: „Sie schaut zwar sehr gerne und oft ins Handy, aber sie hat nicht vergessen miteinander zu kommunizieren.“ Sein bisheriger „Dienstchef“, der erste Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Haar, Arne Seifert lobt den langgedienten Kameraden: „48 Jahre Dienst – Hut ab, für die, die sich die Zeit nehmen wollen.“ Natürlich wachse man auch in die Gemeinschaft hinein, so Seifert: „Man fängt ganz klein an und übernimmt dann immer mehr Aufgaben. Es geht ganz schnell, wenn man das mag. Allerdings braucht man auch die Familie im Hintergrund und eine berufliche Situation, die das zulässt, um es so zu gestalten, wie man möchte.“
Aufgaben nehmen zu
Die jährliche Floriansmesse ist bereits seit vielen Jahren Tradition in der Wehr: „Es ist einfach ein schöner Anlass, um zusammenzukommen und bietet gleichzeitig einen gewissen Rahmen, um beispielsweise Mitglieder zu ehren und würdigen“, erklärt Seifert: „Wir wollen den ökumenischen Segen mitbekommen, dann sind wir neben der vernünftigen Ausbildung gut gerüstet, mehr kann man nicht machen. Das ist einfach ein Bestandteil mit der Geistlichkeit, den wir gerne mitnehmen und ein bisschen innehalten. Dadurch kommt ein wenig Ruhe rein.“ Ein guter Start und notwendig, Obwohl das Löschen von Bränden in der heutigen Zeit in Feuerwehren kaum noch eine Rolle spielt, müssen die Einsatzkräfte stets auf dem neuesten Stand der Dinge sein. Statt mit dem Schlauch in der Hand gegen Feuer zu kämpfen, sind die Aufgaben inzwischen sehr vielfältig. Ein besonders Thema spielt in diesem Zusammenhand der Klimawandel, der immer häufiger zu immer extremeren Starkwetterereignissen führt. „Wir müssen schauen, was uns erwarten kann. Wir haben das Glück keinen großen Fluss, der über die Ufer treten könnte, in der Nähe zu haben. Vom Hochwasser bleiben wir also sehr wahrscheinlich verschont. Allerdings sind wir von anderen Starkwetterereignissen nicht gefeit“, verdeutlicht Seiffert. „Wir müssen uns auf den Wandel einstellen, das geht los mit Notstromaggregaten, über entsprechende Fahrzeuge bis zur Manpower. Es fällt kein Thema weg, aber es kommt ständig etwas Neues dazu.“ Glücklicherweise sei die Wache derzeit tagsüber gut besetzt: „Das ist allerdings eine Wellenbewegung und müssen daher die Nachwuchsgewinnung immer im Auge haben“, betont Seiffert. Entsprechend startet die nächste Ausbildungsgruppe im Herbst, neue Gesichter sind immer gerne gesehen.
Florian – die historisch belegte Person
Florian ist eine historisch belegte Person. Er erblickt um 250 in Cannabiaca (Heute Zeiselmauer bei Tulln in Österreich) das Licht der Welt. Die Römer herrschen in jenen Tagen. So tritt Florian als junger Mann in die römische Armee ein. Er macht Karriere, zunächst als Offizier, schließlich leitet er eine Abteilung im Büro des römischen Statthalters in der Provinz Noricum. Während der Christenverfolgungen nehmen Soldaten in der Nähe von Lorch in Österreich 40 Christen gefangen. Florian, ebenfalls Christ, steht den Gefangenen bei und bliebt auch nach Folter seinem Glauben bis zu seinem Martertod am vierten Mai 304 treu. Soldaten werfen Florian mit einem Stein um den Hals in die Enns. Die Legende erzählt von einem Adler, der Florians Leichnam bewacht bis Valeria, eine fromme Frau, den Leichnam auf ihren Ochsenkarren abtransportiert. Die Tiere quält irgendwann der Durst. Valeria betet, worauf eine Quelle, heute der Floriansbrunnen, entspringt. Außerdem soll Florian zu Lebzeiten ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben. Der Schutzpatron der Feuerwehr gilt als Symbol für Mut, Selbstlosigkeit und Schutz vor Feuer.
Ehrungen und Beförderungen:
Ehrungen:
Martin Moritz und Anton Struger für 25 Jahre Dienst, Karl-Heinz Schleifer für 40,
Andreas Geßler für 50 und Werner Lechner für 60 Jahre Treue.
26 Kameraden erhalten die Fluthelfer Nadel des Freistaates Bayern.
Beförderung:
Philip Hanke, Isabella Zöbisch, Regina Estermann,
Leonhard Gentner, Stefanie Jacob, Benedikt Jähnel,
Julian Troppmann, Tobias Weber, Jonas Winter, Alexandra Wolff,
Robert Reitwiesner und Christian Röber
Für Sie berichtete Manuela Praxl.




















