Bayerische Sicherheitswacht

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„SiWa” Silvia Jähnig, Stephan Jochim, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion in Haar und „SiWa” Ingrid Steinegger. „Wir freuen uns über weitere Mitglieder im Team!”

Das besondere Ehrenamt

Silvia Jähnig und Ingrid Steinegger streifen gerne im Team regelmäßig durch Haar, halten dabei in der Nachbarschaft Augen und Ohren offen und sprechen immer wieder mit Menschen auf der Straße oder an der Haustür. Ihre Bekleidung, Jeans, bequemes Schuhwerk und dunkelblaue Jacken, ist auf den ersten Blick eher unauffällig. Genaueres Hinsehen auf die „Accessoires“ jedoch weist die beiden als „SiWas“ – ehrenamtliche Sicherheitswächterinnen – aus. Zum einen macht es der deutlich sichtbare Aufnäher mit dem bayerischen Hoheitsabzeichen im Oberarmbereich des linken Ärmels ihrer Jacken deutlich, zum anderen führen beide sowohl ein Funkgerät mit Notrufknopf und ein Reizstoffsprühgerät mit sich.

Bindeglied von Bürger und Polizei
Stephan Jochim, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion in Haar, verantwortet als sicherheitswachtführender Beamter den taktischen Einsatz der Sicherheitswacht. „Wichtig ist: Bei den „SiWas“ handelt es sich nicht um „Hilfssheriffs“. Sie ersetzen die Polizei nicht“, betont Jochim ausdrücklich: „Wir wollen keine Rambos, die sich auf der Straße ausleben, sondern suchen normale Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren und als Bindeglied von Bürger und Polizei auftreten wollen.“ Das drücke sich unter anderem durch die Kleidung der Ehrenamtlichen aus. „Zivile“ Hosen zur „offiziellen“ Oberbekleidung, sagt Jochim: „Das macht sie sichtund ansprechbar und steigert gleichzeitig das Sicherheitsempfinden der einzelnen Bürger.“ Einfach mit den „SiWas” sprechen Bei vielen Themen, obwohl sie „sicherheitsrelevant sein könnten“, scheuen sich Bürger oft die Polizei „zu belästigen“, weiß Jochim aus Erfahrung: „Sie wollen eher mit den „SiWas“ sprechen.“ Ingrid Steinegger bekräftigt: „Hier ermutigen wir die Menschen es zu tun, gerade auch ältere. Sie zögern unter Umständen, weil sie beispielsweise nachts etwas beobachten, aber niemanden stören wollen. Gerade dann sollten sie die Polizei rufen.“ Oft gehe es um Fragen, ob und wann „die Hämmerei des Nachbarn erlaubt“ sei, meint Silvia Jähnig: „Da klären wir auf und wer ansprechbar beispielsweise bei nächtlichen Ruhestörungen ist. Manchmal kommen ältere Menschen, die nicht wissen, wie es zum Bahnhof geht. Da helfen wir gerne weiter.“

Sehen und gesehen werden
Die Sichtbarkeit der „SiWas“ ziele aber nicht nur auf die Bürger ab, erklärt Jochim: „Der „Böse“ oder potenzielle Täter, der eine Gegend auskundschaftet, überlegt es sich sehr wahrscheinlich zweimal, ob er genau in dieser Gegend einbrechen möchte.“ Meist suchen sich die „SiWas“ Routen selbst aus: „Wir versuchen die ehrenamtliche Tätigkeit auch dahingehend zu würdigen, dass die „SiWas“ sich aussuchen können, wann und mit wem sie unterwegs sein wollen“, erläutert Jochim. Silvia Jähnig fügt hinzu: „Manchmal gibt es konkrete Aufträge uns etwas genauer anzuschauen, wie beispielsweise im Herbst und Winter. Da geht es um die sogenannte „einbruchsrelevante Bebauung.“ Für Jochim ein sehr erfolgreiches Präventivkonzept: „Damit konnten wir unwahrscheinlich viele Menschen erreichen.“ Normalerweise sind die „SiWas“ pro Tour zwei bis drei Stunden unterwegs, meint die erfahrene Sicherheitswächterin: „Wir gehen langsam. Wenn wir im Stechschritt unterwegs wären, kann uns ja niemand ansprechen.“

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Positives Feedback motiviert
Silvia Jähnig und Ingrid Steinegger sind von ihrem Einsatz fürs Gemeinwohl überzeugt. „Die Leute spielen uns schon immer wieder zurück, dass sie sich sicherer fühlen. Das spornt an.“ Sie berichten von älteren Leuten, die sich inzwischen wieder trauen den Friedhof entlangzugehen. Manchmal müssen sie auch nur die richtige Bushaltestelle mit einem neu hinzugezogenen, kleinen Jungen suchen, der unbedingt pünktlich zur Schule kommen will. „Die „SiWas“ protokollieren ihre Einsätze kurz. Jede Meldung, die sie machen, wird in irgendeiner Weise abgearbeitet, soll heißen, sie landet nicht in einer Schublade“, verspricht Jochim und umreißt die „Broken windows“ Theorie: „Soziale Aufenthaltsräume verwahrlosen, wenn irgendwo ein zerbrochenes Fenster ist. Weitere werden eingeworfen, wenn sich niemand kümmert. Wer die Ansätze kittet, trägt dafür Sorge, dass das subjektive Sicherheitsgefühl in diesem Bereich gestärkt wird, weil der Mensch das angenehme Umfeld will.“

Weitere „SiWas” gewünscht!
In Haar gibt es derzeit zwölf Sicherheitswächterinnen und -wächter, darunter sieben Frauen, aus nahezu allen Altersklassen. In Bayern gibt es das Konzept seit 1994, ist direkt dem Innenministerium unterstellt und organisatorisch an Polizeiinspektionen angegliedert. „Allerdings müssen die Kommunen dafür den Anstoß geben, um eine Sicherheitswacht zu bekommen“, erläutert Jochim. „Für das besondere Ehrenamt erhalten die Freiwilligen eine Aufwandsentschädigung, die steuerlich über die Ehrenamtspauschale läuft.“ Jochim freut sich immer auf weitere Interessenten für das besondere Ehrenamt: „Wir suchen neue engagierte Bürger.“ Wer sich meldet, muss eine sicherheitsrechtliche Prüfung bestehen. Im Anschluss soll ein Gespräch die Erwartungshaltung mit den realen Gegebenheiten abgleichen. „Wenn der „Bewerber“ ein völlig falsches Mindset hat, kann es passieren, dass wir Abstand nehmen“, stellt Jochim klar. In einer 40-stündigen Ausbildung geht es um die Aufgaben, rechtliche Rahmenbedingungen, Gefahr in Verzug, Personenfeststellung, Platzverweise und dergleichen. Ein Erste- Hilfe-Training und Verhalten im Ernstfall runden die Vorbereitung ab. „Darauf folgt eine Abschlussprüfung. Wer sie besteht, erhält eine Urkunde, auch um die Befugnisse Befragung, Identitätsfeststellung und Platzverweis (alles ohne Durchsetzungsrecht) festzustellen“, so Jochim, der sich schließlich noch als „wahrscheinlich Münchens größter „SiWa“-Fan überhaupt“ outet: „Der Erfolg ist nicht messbar, aber ich glaube fest daran, dass diese Präsenz auf der Straße etwas bringt.“

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Interessenten für das besondere
Ehrenamt „SiWa“ können sich in
der Polizeiinspektion 27 melden.
Rufnummer: 089 462305-0

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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