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Klare Anliegen, konkrete Vorschläge und ein starkes Signal für mehr Mitbestimmung
Rund 40 Jugendliche kamen am 09. Februar zur Jugendversammlung im Bürgersaal in Haar zusammen. Die Veranstaltung war die Fortsetzung des bereits im November 2025 durchgeführten Jugendworkshops und bot jungen Menschen erneut die Gelegenheit, ihre Anliegen direkt mit Politik und Verwaltung zu diskutieren. Mehrere Stadträte und Mitarbeiter aus dem Rathaus waren ebenfalls anwesend und stellten sich dem Austausch. Zu Beginn begrüßte Bürgermeister Dr. Andreas Bukowski die Jugendlichen und Gäste. Er betonte, dass Mitbestimmung ein grundlegender Bestandteil einer Demokratie sei und junge Menschen selbstverständlich ein Recht darauf hätten, ihre Stadt mitzugestalten. „Wir wollen gemeinsam unsere Stadt besser machen“, so Bukowski. Die Jugendversammlung solle ein weiterer Schritt auf diesem Weg sein.
Arbeit in Kleingruppen – intensive Diskussion an vier Stationen
Im Anschluss wurden die Jugendlichen in Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe wurde von jeweils zwei Ansprechpersonen aus dem Rathaus begleitet. An vier thematischen Stationen – basierend auf den Ergebnissen des Jugendworkshops – hatten die Gruppen jeweils 15 Minuten Zeit, ihre Ideen, Kritikpunkte und Lösungsvorschläge zu diskutieren und zu konkretisieren.
Die vier Schwerpunkte lauteten:
1. Toilettensituation an den Schulen
2. Mitbestimmung: Wobei und wie?
3. Öffentliche Räume und Treffpunkte
4. Weitere Themen, die Jugendliche in Haar bewegen
Nun hatten die Jugendlichen in Gruppen jeweils 15 Minuten Zeit, ihre Punkte zu den jeweiligen Themen zu diskutieren. Nachdem alle Gruppen sämtliche Stationen durchlaufen hatten, wurden die wichtigsten Ergebnisse zusammengetragen.
Toilettensituation an Schulen: konkrete Verbesserungsvorschläge
Das Thema Schultoiletten wurde besonders engagiert diskutiert. Neben der Kritik an Sauberkeit und Zustand brachten die Jugendlichen konkrete Vorschläge ein:
• Kontrollen durch Schülerinnen und Schüler
• Einsatz von „Türstehern“ oder Security
• Listen zur Dokumentation, wer wann die Toilette nutzt
• Verbesserung der Ausstattung
• Möglichkeit zur Mitgestaltung („Motto-Klo“)
Deutlich wurde: Die Jugendlichen wünschen sich nicht nur bessere hygienische Bedingungen, sondern auch Verantwortung und Beteiligung bei der Ausgestaltung.
Mitbestimmung: Wunsch nach festen Strukturen und klaren Kanälen
Beim Thema Mitbestimmung wurde intensiv darüber gesprochen, wobei Jugendliche konkret mitreden möchten. Besonders häufig genannt wurden:
• Freizeit- und Sportangebote
• Gestaltung von Treffpunkten und öffentlichen Plätzen
• Politische Themen
• Ebenso wichtig war die Frage nach geeigneten Beteiligungsformaten. Als konkrete Ideen wurden genannt:
• Ein Jugendparlament
• Pro Aktive Einladungen an jugendliche zu politischen Veranstaltungen und Abstimmungen
• Feste Ansprechpartner im Rathaus
• Kommunikation über Instagram, einen WhatsApp-Channel oder Newsletter Die Jugendlichen betonten, dass sie sich über moderne, direkte Kommunikationswege besonders gut abgeholt fühlen würden.
Öffentliche Plätze: Mehr Aufenthaltsqualität gefordert
Im Bereich öffentlicher Räume äußerten die Jugendlichen den Wunsch nach:
• Mehr Beleuchtung
• Öffentlichen Toiletten
• Mehr öffentliche Cafés für Jugendliche
• Zusätzlichen Mülleimern
• Mehr Veranstaltungen speziell für junge Menschen Ziel sei es, Orte zu schaffen, an denen sich Jugendliche willkommen fühlen und ihre Freizeit selbstbestimmt verbringen können.
Weitere Themen: Information und Freizeitangebote
Unter dem vierten Schwerpunkt wurden weitere Anliegen gesammelt. Viele Jugendliche wünschen sich: Mehr Informationen zum Stadtleben Mehr Transparenz darüber, welche Angebote es bereits gibt Mehr Partymöglichkeiten Gleichzeitig wurde auch Positives hervorgehoben: Besonders das Freibad, die Volkshochschule sowie die Musikschule wurden als wertvolle Einrichtungen genannt.
Wie geht es weiter?
Zum Abschluss der Veranstaltung erklärte Bürgermeister Dr. Bukowski die nächsten Schritte. Die gesammelten Ideen würden nun intern aufbereitet und geprüft. Anschließend werde beraten, welche Vorschläge gezielt umgesetzt werden können. Zugleich wies er darauf hin, dass es bereits zahlreiche Kommunikationskanäle gebe – auch offline, etwa über das Rathausblatt. Dieses habe den Vorteil, „dass man nicht vom Akkustand abhängig ist“, so der Bürgermeister mit einem Augenzwinkern.
Eine starke Stimme für die Jugend
Die Jugendversammlung am 9. Februar 2026 war eine gelungene Gelegenheit, jungen Menschen in Haar eine Stimme zu geben und sie aktiv in kommunale Prozesse einzubinden. Der offene Austausch zeigte deutlich: Die Jugendlichen sind engagiert, konstruktiv und bereit, Verantwortung zu übernehmen. Die Stadt Haar setzt mit diesem Format ein klares Zeichen für gelebte Demokratie und eine zukunftsorientierte Entwicklung der Kommune.
Für Sie berichtete Yvonne Baum.















