Wahl in Haar 2026

Kategorie: Politik

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Großer Jubel bei der CSU: Andreas Bukowski siegt mit großem Vorsprung.

Durchmarsch: Andreas Bukowski erhält Mandat für weitere sechs Jahre

In Haar sind die Weichen für die Zukunft gestellt: Nach wochenlangem, intensivem und kurz vor der Wahl turbulentem Werben um jede Stimme, steht nach einer spannenden Wahlnacht fest: Andreas Bukowski bleibt Chef im Rathaus. „Großartig, ich freue mich riesig. Natürlich hofft man immer auf gute Ergebnisse, aber das hier ist schon überwältigend“, strahlt Bukowski und jubelt noch ein wenig ungläubig: „Ich hatte mich ja schon über das Ergebnis der Jugendwahl mit 59% wahnsinnig gefreut, aber das hier ist wirklich phänomenal. Jetzt feiern wir richtig.“ Mit 65,1 Prozent der Stimmen setzt sich der 47-Jährige klar gegen seine vier Mitbewerber Peter Schießl (SPD 14,4%), Ulrich Leiner (Grüne 13,2%), Christoph Rätscher (AfD 5,3%) und Peter Siemsen (FDP 2,0 %) durch.

Inhalte treffen offenbar Nerv
Angesichts des großen Abstands vor den Mitbewerbern äußert sich sogar Haars CSU-Chef Dietrich Keymer überrascht: „Ich habe damit gerechnet, dass er über 50 Prozent liegt, aber das es so eindeutig ist, finde ich natürlich hervorragend.“ In einer ersten kurzen Analyse zum Wahlerfolg sieht Bukowski seine Themen für Haar bestätigt: „Ich denke das war entscheidend und dass die Menschen gesehen haben, was wir in den letzten Jahren geleistet, bereits umgesetzt und angeschoben haben.“ Einigen Mitbewerbern drückt Bukowski den „größten Respekt“ für deren Wahlkampf aus: „Kompliment an Peter Schießl, Ulrich Leiner und Peter Siemsen. Sie haben sich intensiv mit Haarer Themen auseinandergesetzt und vorbereitet. Es ist eine Ochsentour. Aber das weiß man erst, wenn man es selbst macht. Ich bin überzeugt, dass wir in Zukunft gut miteinander arbeiten werden.“

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Anerkennung von allen Seiten
Nur wenige Minuten nach der letzten Gewissheit, macht sich Schießl als erster aus den Vereinsräumen über dem Gasthof auf und setzt mit einem Händedruck ein Zeichen der Fairness: „Ich gratuliere Andreas Bukowski herzlich und bedanke mich für den fairen Wahlkampf und bei allen, die für mich gestimmt haben. Jetzt freue ich mich auf die Arbeit in der Opposition und hoffe auf konstruktive Zusammenarbeit.“ Auch Ulrich Leiner (Grüne) beglückwünscht den bestätigten Amtsinhaber zu dessen Erfolg: „Es war schon im Wahlkampf zu spüren, dass Andreas Bukowski viel Zustimmung hat und wohl gewinnen würde.“ Sein eigenes Resultat betrachtend, meint Leiner: „Wir hatten uns das letzte Mal verdoppelt. Insofern ist es toll, dass wir das wieder bestätigen können. Nun gilt es lösungsorientiert und produktiv zusammenzuarbeiten.“ Ähnlich sieht es Haars FDP-Chef Siemsen und betont Bukowskis „hervorragendes Ergebnis“. Das eigene Abschneiden liege im „Rahmen des Ergebniskorridors“: „Es steht eine „2“ vor dem Komma, das war für uns ganz wichtig. Die Umfragen im Vorfeld der Kommunalwahl hatten eine „1“ ergeben. Für uns ist es deshalb Erfolg und Bestätigung unserer Arbeit oberhalb des Landestrends zu liegen.“ Ebenso schließt sich AfD-Kandidat Christoph Rätscher den Glückwünschen an und sagt: „Von unserer Seite kann er in jedem Fall mit konstruktiver Zusammenarbeit rechnen.“


SPD-Kandidat Peter Schießl zeigt fairen Sportsgeist und gratuliert Bukowski umgehend zu dessen Wahlsieg



Neuer Stadtrat: CSU dominiert
Mit der neuen Sitzverteilung im Stadtrat verschieben sich die Machtverhältnisse. Als stärkste Kraft und mit nur knapp verfehlter ­Mehrheit (48%), kann die CSU mit 14 Sitzen künftig die politische Agenda maßgeblich prägen. Die Grünen (18,3%) verteidigen ihre sechs Mandate, die SPD (17,1%) verliert deutlich und erhält fünf Sitze. Sowohl die AfD (7%), als auch die UBH (6,2%) erhalten je zwei Sitze, die FDP (3,4%) komplettiert den Rat mit einem Sitz. Ulrich Leiner sieht es mit gemischten Gefühlen: „Gottseidank wird die CSU auch ohne Leihstimmen vom rechten Rand ihre Agenda meist durchsetzen können.“  Zum ersten Mal seien die Grünen zweitstärkste Fraktion in Haar. „Daraus leite ich die Aufgabe und den Anspruch ab, dass wir, wo nötig, inhaltliche Alternativen als erste ausarbeiten und präsentieren müssen, sei es beim sozialen Wohnungsbau oder beim Klimafahrplan“, so Leiner. Neu in der Fraktion ist Grünen-Ortsvorstand Claudia Koller, die vor einer Vernachlässigung sozialer Themen mahnt: „Die Fraktionen der CSU, UBH und FDP sind personell nahezu unverändert und haben gemeinsam eine deutliche Mehrheit. Es steht zu befürchten, dass die Sparpolitik auf Kosten der Schwächeren fortgesetzt wird. Hier werden wir aktiv dagegenhalten.“ Martin Metzger, Spitzenkandidat der UBH, wertet das erzielte Ergebnis von 6,2 Prozent für die neue gegründete politische Kraft als „großartigen Vertrauensbeweis der Bürger“ und hält dagegen: „Das ist für uns ein klarer Auftrag für eine neue, parteiunabhängige Sachpolitik in Haar. Für die kommende Amtsperiode setzen wir auf eine konstruktive, fraktionsübergreifende Zusammenarbeit.“

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Weitere Stimmen
Etwas erstaunt äußert sich Haars junger SPD-Chef Raul Würfl: „Auf Platz 11 rechnet man nicht damit, direkt gewählt zu werden. Mit 22 Jahren in den Stadtrat gewählt zu werden, ist ein großer Vertrauensbeweis. Von meinem persönlichen Ergebnis war ich also erstmal freudig überrascht.“ Insgesamt sei aber das schlechte Ergebnis für Haar SPD ernüchternd: „Für uns bedeutet das: Wir stellen uns jetzt neu auf, wir müssen uns das Vertrauen der Menschen wieder erarbeiten. Dabei wollen wir nah an den Leuten dran sein und unsere Themen neu aufstellen. Klar ist: Wir stehen für ein soziales Haar.“ Obwohl die AfD, die auf der Bürgermeisterkandidaten-Podiumsdiskussion angekündigten 13 bis 15 Prozent der Wählerstimmen klar verfehlt, gibt sich Rätscher unterm Strich zufrieden: „Ja, wir wollten mehr und haben alles gegeben. Aber wir haben aus dem Stand über fünf Prozent geholt und jetzt einen Fuß im Rathaus. Wir wollen für Transparenz sorgen.“ Die Brennpunkte seien klar gesetzt: „Wir lehnen Windkraftanlagen ab, denn wir benötigen keinen Flatterstrom. Genauso ist die Photovoltaik-Großanlage Richtung Salmdorf für uns Verschwendung der Ackerfläche. Hier sehen wir eher Wohnungen, Ackerbau oder „deutschen Wald“. Warum nicht aufforsten? Wir haben seit 2014 Klimanotstand und ich verstehe einfach nicht, dass geschützte Waldflächen in Haar verschwinden sollen.“ Siemsen (FDP) muss im Vergleich zur Kommunalwahl 2020 nur geringe Verluste einstecken und kann das Ergebnis als Erfolg verbuchen: „Mein hoher Anteil an Panaschierstimmen zeigt: Die Arbeit der vergangenen sechs Jahre hat über Parteigrenzen hinweg Vertrauen geschaffen. Das ist für mich keine Selbstverständlichkeit, sondern Auftrag und Ansporn zugleich, weiterhin zuzuhören, Brücken zu bauen und Verantwortung für unsere Stadt zu übernehmen. Haar braucht Entscheidungen, die dem Gemeinwohl dienen, nicht parteipolitische Reflexe.“

Abgestimmt haben 9349 Wähler (47 ungültige Stimmen) der insgesamt 16391 Wahlberechtigten. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von rund 57 Prozent. Die neue Amtsperiode startet am 1. Mai, wenn sich der Stadtrat zur konstituierenden Sitzung trifft.


Der neue Stadtrat

CSU
Andreas Bukowski
Dieter Liepold
Thomas Reichel
Dietrich Keymer
Stefan Dümig
Andreas Rieder
Gerlinde Stießberger
Anke Sitter
Christian Doerr
Martina Reul-Dietrich
Johannes Geiger
Alois Rath
Sonja Britt
Andrea Weber

Grüne
Ulrich Leiner
Mike Seckinger
Claudia Koller
Uwe Manns
Ulrike Girardet
Henry Bock

SPD
Peter Schießl
Katharina Dworzak
Raul Würfl
Astrid Herrmann
Sarah Schottlaender

AfD
Christoph Rätscher
Gerald Radloff

UBH
Martin Metzger
Nadine Metzger

FDP
Peter Siemsen


Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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