Lukas Matusch (2.v.r.) freut sich auf eine spannende Zeit im Rathaus. v.l.n.r. Ausbildungsleiterin Alicia Frey, Geschäftsstellenleiter Günter Rudolf, Bürgermeister Andreas Bukowski.
Wenn Organisation begeistert
Lukas Matusch aus Zorneding scheint den Überblick zu haben. Zumindest trifft das wegen seiner beachtlichen Körpergröße zu. 16 Jahre ist der freundliche Hüne alt. Seit wenigen Wochen hat der junge Mann seine Mittlere Reife in der Tasche und erlebt gerade die ersten Tage seiner Ausbildungszeit zum Verwaltungsfachangestellen: „Der erste Tag war halt wie überall, denke ich. Alles ist neu. Ich habe alles erklärt bekommen und die Leute kennengelernt, alle sind sehr nett. Es war sehr entspannt, jetzt geht´s darum, dass ich mich hier hineinfinde.“ Seine direkte Chefin im Rathaus ist die erst 27-jährige Leiterin des Amts für Innovation, Wirtschaftsförderung und zentrale Dienste Alicia Frey. „Ich denke ich bin noch nah genug dran altersmäßig, auf er anderen Seit habe genug Erfahrung“, sagt die junge Vorgesetzte: „Zu Beginn geht es ums Kennenlernen und Informationsaustausch mit den Azubis, die schon weiter sind in den Lehrjahren. Jetzt soll sich Lukas sich zurechtfinden, die Verwaltungsprozesse und Abläufe kennenlernen und welche Aufgaben auf einen Verwaltungsfachangestellten zukommen.“
Schritt für Schritt
Verwaltung ist vielfältig, weiß Lukas bereits, ob Bau,- Umwelt-, oder Einwohnermeldeamt. „Es gibt ja zig verschiedene Bereiche. Lukas steigt jetzt Stück für Stück ein, um erste Aufgaben zu übernehmen und dann steigern wir uns langsam“, meint Alicia Frey. Der neue Azubi will erst einmal alles auf sich zukommen lassen: „Die Ausbildung dauert drei Jahre, darauf will ich mich jetzt erst einmal konzentrieren. In Haar habe ich nach der Ausbildung viele Möglichkeiten, um das zu machen, was mir dann Spaß macht. Wie es danach konkret weitergeht, sehe ich.“ Einstweilen erwartet Alicia Frey von ihrem Azubi vor allem viel Motivation: „Azubis sollten neugierig sein und so viel Fragen wie möglich stellen, um möglichst viel Wissen aufzusaugen. Je mehr sie aus der Ausbildung mitnehmen können, desto besser. Dumme Fragen gibt es nicht, wir sind dafür da, um sie für das Berufsleben vorzubereiten und ihnen viel Input zu geben.“
Verwaltung im neuen Licht
Gar nicht so einfach in einem Berufsfeld, das ein sehr angestaubtes Image genießt: „Ja, leider“, weiß Alicia Frey und stellt klar: „Das ist total schade, denn es ist ein unglaublich spannendes und vielseitiges Arbeitsumfeld.“ Voraussetzung sei die Mittlere Reife und ein Interessent müsse grundsätzlich Spaß daran haben, sich in verschiedene Themen einzuarbeiten. „Gerade wenn man noch gar nicht weiß, wohin man tendiert, ist es eigentlich perfekt. Man kann später in alle Bereiche einsteigen.“ Wer gut mit Zahlen könne, sei gut in der Kämmerei aufgehoben, wer Stadtratssitzungen spannend finde, könne im Hauptamt mit dem Schwerpunkt Kommunalrecht einsteigen: „Man muss nur ein grundlegendes Interesse an Gesetzestexten mitbringen, denn damit arbeiten wir sehr viel und man besucht, neben der klassischen Berufsschule, auch die Bayerische Verwaltungsschule. Das sollte man sich im Vorfeld klarmachen.“ Selbst sei sie direkt ins Studium eingestiegen, sagt Alicia Frey, bemerke aber: „Das Wissen, was die Azubis mitbekommen, ist viel tiefer, breiter und fundierter. Die Ausbildung bietet die ideale Basis, um später aufbauen zu können und Führungspositionen übernehmen zu können.“ Azubi Lukas jedenfalls hat bereits nach kürzester Zeit eine gute Seite seines Berufs entdeckt: „Ich finde, dass hier alles so schön organisiert ist, das bin ich nicht so gewohnt von der Schule. Das finde ich sehr angenehm.“
Für Sie berichtete Manuela Praxl.












