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Online Forum der FDP mit Diplom-Psychologin Nadja Hirsch

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 18. März 2021

Flexible pädagogische Konzepte sind gefordert
Menschen, die auf sehr engen Raum über Monate zusammenhängen, das Kind, das nicht in die Schule gehen kann und sich so wenigstens für ein paar Stunden die Situation entspannt, ist in der Pandemie beinahe unmöglich. „Man geht nicht zur Arbeit, hat keine Sozialkontakte draußen, man hockt den ganzen Tag aufeinander, das ist schon eine Herausforderung. Das sind natürlich keine neuen Erkenntnisse oder überraschende Wahrheiten, aber damit müssen wir umgehen", fasst Peter Siemsen die Gespräche aus dem virtuellen Forum mit Diplompsychologin Nadja Hirsch und Eltern die Auswirkungen der des Ausnahmezustands zusammen.

 


Aggression nimmt zu
Inzwischen ist es kein Geheimnis mehr, wie sehr Kinder und Jugendlichen während der Pandemie leiden. Viele entwickeln Waschzwänge durch die allgegenwärtigen Hygieneaufforderungen oder Schlafstörungen bis hin zu unkontrollierter Aggression. „Die Gewalt hat zugenommen. Ich habe einfach die Sorge, dass sich da keiner einen Kopf macht", bestätigt eine Mutter Hirschs Aussagen. „Der derzeitige Lernstress der Schulkinder ist mit dem eines Jurastudenten vor dem Staatsexamen vergleichbar", beschreibt ein anderer Forumsteilnehmer die Homeschooling-Situation. „Schwächere Jugendliche befürchten wohl, abgehängt werden zu können, die Schere zwischen Leistungsstarken und Leistungsschwachen nimmt deutlich zu", betont Peter Siemsen. Dabei gehe es aber nicht nur um den bloßen schulischen Leistungsnachweis: „Familien, die Eltern sind unheimlich wichtig, sind der zentrale Anker. Sozial schwächer Gestellte, bei denen einiges bereits vor Corona im Argen lag, trifft es derzeit doppelt hart", so Siemsen.


Resilienz erlangen
Nadja Hirsch gibt an dieser Stelle fünf einfache Tipps an die Hand, wie Familien durch die problematische Lebenslage ohne größere Schäden durchkommen können. Besonders wichtig sei es Homeoffice und die Freizeit eindeutig voneinander zu trennen, betont die erfahrene Expertin. Außerdem helfen klare Tagesstrukturen sich zu orientieren. Vor allem gehe es aber darum, sich mit den Kindern und Jugendlichen hinzusetzen und offen zu sprechen, auch über die eigenen Ängste, um sich dann ganz bewusst zusammen auf Gutes zu konzentrieren.

210209 FOTO Nadja Hirsch

Im virtuellen Forum Tipps für Resilienz: Diplom-Psychologin Nadja Hirsch


Die Zeit nach der Krise vorbereiten
Peter Siemsen hat auch die Zeit nach Corona im Blick. „Wenn jetzt das Homeschooling irgendwann vorbei ist und die Schüler dann wieder in ihre regulären Klassen gehen, darf man sich nicht vorstellen, dass dann alles wieder so weiter geht wie vorher", warnt Siemsen und befürchtet. „Das wird eine erneute Umstellung sein. Die Kinder bringen dann die Probleme, Stress und die Aggression mit." Bisher kümmere es noch zu wenige, was in den Jugendlichen vorgehe, so Siemsen: „Die Zunahme an Gewalt ist denkbar und da braucht es neue Konzepte für die Stabilisierung, mehr Schulpsychologen mit mehr Angeboten und Begleitung und vieles mehr."


Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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