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Ein Ort für Schmetterlinge, Molche und Bienen

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 03. Juli 2018

vhs Haar lädt zum Tag der offenen Gartentür ein

Das Gartentor steht offen. Dort, am Ende der Ferdinand-Kobell-Straße, hinter den Hochhäusern, wo es keiner vermutet. Den Besucher erwartet ein Naturgarten, der einer der Ersten seine Art war.

 

Eingeladen hatte die vhs Haar, die den Ökogarten seit mehr als 35 Jahren betreibt, anlässlich des Tags der offenen Gartentür am 24. Juni 2018. Die Anfänge sahen damals noch ganz anders aus. Wo heute dichtes Buschwerk und Bäume stehen, standen in den 70er-Jahren Baumaschinen, als das Jagdfeld gebaut wurde. Danach bildete sich dort ein Sumpf. Plötzlich fand man schützenswerte Tiere in diesem Areal. Als die vhs Haar 1980 ein spezielles Ökologieprogramm auflegte, stellt die Gemeinde der Bildungseinrichtung das Gelände für einen Ökogarten zur Verfügung. Heutzutage ist das Thema in der Gesellschaft angekommen und fest verankert. „Da sehen Sie, wie wichtig Volkshochschule ist", meint schmunzelnd Alfred Pfeuffer, Geschäftsführer der vhs Haar.

Heute wird die Fläche von 15 bis 17 Gärtnern bewirtschaftet, von denen jeder sein eigenes Beet hat. Doch das allein ist es nicht. Vor allem die Gemeinschaft und das Hegen und Gestalten des Naturgartens in all seiner Entwicklung stehen im Vordergrund. „Es gibt vier oder fünf Arbeitstage im Jahr, wo wir alle gemeinsam den Garten pflegen. Beispielsweise müssen immer mal wieder die Hecken geschnitten werden oder der Teich braucht Pflege. Da arbeiten wir alle zusammen", so Margarete Frommherz, die über 30 Jahren dabei ist und den Ökogarten seit fast acht Jahren leitet.

Neu ist dieses Jahr die Schmetterlingsspirale. Der schneckenförmige Bau aus Steinen und unterschiedlichen Erden wird aufsteigend mit speziellen Pflanzen angelegt, sodass Nahrungspflanzen für Raupen und später Saugpflanzen für ausgewachsene Falter attraktiv sind. So werden Schmetterlinge wie der Admiral angelockt.

Aber auch andere seltene Tiere sind im Ökogarten zu beobachten. Zum Beispiel leben Molche im Teich. Das ist eine Attraktion, die die Leiterin Margarete Frommherz gerne Kindern näher bringt. Denn wer sieht heutzutage schon einen Molch in seiner natürlichen Umgebung? Deswegen waren die Enten, die dieses Jahr den Teich für sich entdeckt hatten, ungünstig. „Die Enten fressen die Kaul¬quap¬pen und wir wollen aber, dass sich hier die Kröten und die Frösche entwickeln", so Frommherz. Für Kinder haben sie sogar ein Naturklassenzimmer eingerichtet, sodass von Zeit zu Zeit Kindergartengruppen sowie Schulklassen kommen und sich durch den Ökogarten führen lassen.

Am Tag der offenen Gartentür stehen gleichfalls die Imker den Interessierten bei Fragen zur Verfügung. Insgesamt gibt es drei Bienenzüchter im Naturgarten, die hier ihre Bienen pflegen. Ein kleines Zelt, Bänke und Biertische laden ein, Kaffee zu trinken, Kuchen oder etwas Herzhaftes zu essen. Zur musikalischen Unterhaltung trägt eine Gitarren-Gruppe der vhs bei. Die Gäste schlendern durch den Garten, erfreuen sich an dem satten Grün und den bunten Farben der Blumen. Sie können sich ebenso in Führungen über die Obststräucher und über das Gemüse im Hochbeet erkundigen. So ist der Tag der offenen Gartentür nicht nur zum Schauen und Kennenlernen, sondern ganz im Sinne der Volkshochschule auch zum Informieren und Lernen da.

Für Sie berichtete Reinhild Karasek.

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Neu im Ökogarten ist seit diesem Jahr die Schmetterlingsspirale, die Margarete Frommherz, Leiterin des Ökogartens der vhs Haar, und Alfred Pfeuffer, Geschäftsführer der vhs Haar, am Tag der offenen Gartentür präsentierten.

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Hochbeete für Gemüsepflanzen werden im Ökogarten gebaut, bepflanzt und langfristig gepflegt. Denn die schnelle Ernte ist hier nicht das Ziel. 

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Ein kleines Biotop am Rande des Jagdfelds ist der Ökogarten der vhs Haar nicht nur mit Blumen- oder Gemüsebeeten, sondern auch mit einem kleinen Teich, seltenen Tieren, Sträuchern und Bäumen.

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