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Resümee zum Jahresende

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 11. Dezember 2017

Bürgerversammlung am 6. Dezember 2017 im Bürgersaal

Zum Nikolausabend kamen nicht ganz so viele interessierte Bürger in die Bürgerversammlung im Vergleich zu den Jahren davor. Oder mag es daran gelegen haben, dass die Haarer in diesem Jahr rundum gut unterrichtet sind durch die zuvor veranstalteten Info-Abende?

 

Im Foyer präsentierte sich die Gemeinde mit den Themen des Jahres. Modelle zeigten die Planungen für die südliche B304 oder die Erweiterung der Jagdfeld-Grundschule. Die Polizei war mit einem Info-Stand vertreten sowie die Gemeindeverwaltung, die Gemeindewerke Haar und die Bürgerstiftung Haar. Kirsten Stahmann vom Gemeindearchiv erläuterte an einem Stand den Interessierten ihre Exponate. Zudem gab es einen Tisch für den Haarer-Zehner wie für die Jugendreporter, die nach dem Zamma-Festival weiterhin aktiv sind.

Im Bürgersaal gewährte Gabriele Müller einen Einblick hinter die Fassaden des Rathauses und trug die Zahlen, Daten und Fakten vor, welche die gemeindliche Entwicklung widerspiegeln. Alljährlich stellt Bürgermeisterin Müller bei dieser Gelegenheit namentlich Personen aus der Verwaltung vor. Sie informierte über die personellen Veränderungen im Gemeinderat wie in der Verwaltung. Als Neuheiten im vergangenen Jahr präsentierte sie das Rathaus-Blatt sowie den Service der Gemeindewerke, die in allen Fragen der Energie den Bürgern beratend zur Seite stehen.

Feststeht, dass die Pro-Kopf-Verschuldung in der Gemeinde steigen wird, denn die Verwaltung muss Kredite für die größeren Bauvorhaben der nächsten Jahre aufnehmen. Die Kinderbetreuung nimmt zudem einen großen Posten in den Ausgaben ein. Das basiert auf der Tatsache, dass einerseits die Betreuung immer mehr und auch immer früher angefragt wird. Ausführlich ging Müller auf die wachsenden Zahlen in der Krippe, im Kindergarten sowie im Hort ein. Parallel würden die Schülerzahlen ansteigen, die Konrad-Grundschule sei überbelegt und so führte sie zum Thema Grundschulerweiterung im Jagdfeld über. Sie betonte, dass derzeit den Kindern eine Außenfläche weit über dem Doppelten der gesetzlichen Vorgabe zur Verfügung stehe. Dies solle auch zukünftig so bleiben, weshalb das Dach des Erweiterungsbaus genutzt werden soll.

Hinsichtlich Wohnen und Verkehr als Themenkreis kam die Bürgermeisterin auf den Wohnungsbau in Gronsdorf zu sprechen sowie auf die Verkehrsbefragung. Die Ergebnisse sind im Januar zu erwarten. Doch schon jetzt ergab eine Messung einen Transitverkehr von 11.700 Fahrzeugen pro Tag an der Kreuzung B304 und B471 von Süden her kommend. Eine Lösung könnte darin bestehen, einen seit Langem vorliegenden Plan wieder aufzugreifen: die Verlegung der B471 parallel zur Autobahn.

Erfreulich ist, dass der Bahnhofsumbau läuft, eine Fertigstellung erfolgt allerdings wohl erst im Jahr 2019. Zukünftig soll Haar aus der 10-Minuten-Taktung der S-Bahn herausfallen. Die Bürgermeisterin teilte mit, dass sie bereits Einspruch gegen diese Abkopplung erhoben hat. Ein weiterer Punkt ist das Verleih-Rad-System, an dem sich die Gemeinde beteiligen wird.

Gabriele Müller begrüßte die verkehrlichen Veränderungen für den Ortsteil Ottendichl. Ottendichl ist nun im 2-Streifen-System integriert. Gleichzeitig wurde einem Tempolimit vom 30 km/h vor dem Kindergarten zugestimmt, obwohl die Strecke auf der B471 liegt. Eine Gesetzesänderung hat die Geschwindigkeitsbegrenzung trotz Bundesstraße zugelassen.

Zur baulichen Entwicklung ging sie auf die Gewerbeansiedlungen von attocube und das Beschwerdeamt des Europäischen Patentamtes ein, auf den Rahmenplan südlich der B304, auf das Einzelhandelsgutachten, das die Gemeinde in Auftrag gegeben hat, und sprach das derzeitige Sorgenkind von Haar an: die geplante Gewerbeansiedlung von Grasbrunn vor den Toren Haars an der B471.

Die Bürgermeisterin stellte die weiteren Baumaßnahmen im Jugendstilpark vor und die damit verbunden Verkehrsbeeinträchtigungen durch die erforderlichen Erschließungsmaßnahmen.

Abschließend kam Müller auf das ehrenamtliche Engagement der Bürger zu sprechen, benannte die diesjährigen Jubiläen von Institutionen und Einrichtungen. Großen Applaus spendeten die Zuhörer der Aufführung »Spurensuche« der EMG-Schüler, die dafür mit dem Münchner Bürgerpreis ausgezeichnet worden waren. Näher widmete sie sich der Partnerschaft, die zwischen dem EMG und der Secondary School in Ilembula, Tansania, beurkundet wurde. Mit eindrücklichen Bildern bezeugte sie Haars Hilfestellung in diesem afrikanischen Land. Viele Fotos zeigte sie auch zum Ereignis des Jahres: das Zamma-Festival. Zudem stellte Bürgermeisterin Müller in Aussicht, sich als Gemeinde um das Fairtrade-Siegel bewerben zu wollen.

Ein Lob dem Engagement der Bürger aus Haar schloss sich anschließend der stellvertretende Landrat Ernst Weidenbusch an. Ausführlicher ging er auf die Steigerung des Landkreisanteils von 50 Prozent auf 70 Prozent zum Bau von weiterführenden Schulen ein. So brauche eine Gemeinde nur noch 30 Prozent zu tragen, was den Anreiz, weiterführende Schulen zu bauen, erhöhen solle. Zugunsten der Gemeinden wird der Landkreis die Finanzzuweisungen bis auf 20 Jahre zurückliegend gestückelt leisten. Er berichtete von der Flüchtlingssituation im Landkreis und warnte vor sozialen Ungleichgewichten, weshalb mehr in den Wohnungsbau investiert werden soll. Weidenbusch wies nochmals darauf hin, dass es ab 10. Dezember zu einer Änderung der Abfahrtszeiten der S-Bahnen kommt. Das hängt mit der Umbenennung der Linien S4 in S6 und S6 in S4 zusammen.

Den Vortragsreigen beschloss Karl Heinz Schilling, Leiter der Polizeiinspektion. Nach den Statistiken zu Verkehrsunfällen, Kriminalitätsfällen und anderen polizeilichen Einsätzen informierte er über die neuesten Betrugsmaschen. Die Betrüger geben sich als BKA-Beamte aus oder als Handwerker. Im ersten Fall bitten sie die Opfer, Bargeld abzuheben, im zweiten Fall suchen sie die Wohnungen auf lohnenswertes Diebesgut ab und lassen dies mitgehen.

Die anschließende Möglichkeit, in der Bürgerversammlung an die Verantwortlichen direkt Fragen zu stellen, nutzte Reinhard Kunert. Er sprach die Infrastruktur generell an und lobte die gemeindliche Planung insgesamt. Jedoch gab er zu bedenken: »Wir planen weiter Expansion, aber ich glaube, das geht nicht!« Gabriele Müller bestärkte ihn: „Sie sprechen eine große Frage, ein großes politisches Thema an." Gleichzeitig räumte sie ein, das in diesem Rahmen nicht zu ende diskutieren zu können. Zudem könne sich Haar nicht aus der Gesamtentwicklung herausnehmen.

Franziska Buchner beklagte das private Böllern an Silvester, das den Genuss des Gemeinde-Feuerwerks doch sehr beeinträchtige. Anschließend richtete sie sich mit einem Appell, mehr Nachsicht bei älteren Menschen im Straßenverkehr walten zu lassen, an Karl Heinz Schilling. Es ging beispielsweise um die Anschnallpflicht. Sie warf den Polizisten „Abzocke" vor. Der Leiter der Polizeiinspektion verteidigte seine Beamten. Er bot an, erneute Vorkommnisse direkt an ihn zu melden, um sich darum kümmern zu können.

Zuletzt meldete sich Gabriele Dotzel zu Wort als Vertreterin einer gegründeten Initiative, die sich gegen die Erweiterung der Jagdfeldschule als dritte Grundschule ausspricht. „Der angedachte Standort Jagdfeld für diese dritte Schule ist nicht zukunftsweisend", so zitierte sie den Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München. Als Alternative käme Eglfing infrage, zumal der Bezirk Oberbayern dort ein Grundstück angeboten hätte. Weitere Diskussionspunkte sind Fragen zur Schülerentwicklung, zur Leitung und zur Berechnung der Freifläche. Bürgermeisterin Gabriele Müller lud sie zur eingehenden Erörterung der Punkte ins Rathaus ein.

Für Sie berichtete Reinhild Karasek.

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Haarer Einrichtungen präsentieren sich im Foyer des Bürgersaals zur Bürgerversammlung.

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Bürgermeisterin Gabriele Müller präsentierte Zahlen zum Finanzhaushalt der Gemeinde.

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Ernst Weidenbusch, Stellvertreter von Landrat Christoph Göbel, berichtete aus dem Landkreises München.

 

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Karl Heinz Schilling, Leiter der Polizeiinspektion, informierte über Delikte und Polizeieinsätze in Haar.

 

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Gabriele Dotzel stellte Fragen zur dritten Grundschule am Jagdfeld.

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