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A-Cappella-Quintett amarcord Tosender Beifall im randvoll besetzten Haarer Bürgersaal

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 10. April 2017

Laute Jubelrufe und schallenden Beifall erntete das Leipziger Vokalensemble „amarcord" für seinen Auftritt am Sonntag, den 9. April im Haarer Bürgersaal. Mit seinem facettenreichen Repertoire von der Europäischen Romantik bis hin zu Volksliedern aus aller Welt, sang sich das Erfolgs-Quintett sofort in die Herzen seiner Zuhörer.

Die von Erfolg gekrönte Gruppe wurde unter anderem bereits zweimal mit dem Klassik-Echo und sechsmal mit dem Contemporary A-Cappella Award, dem sog. "A-cappella-Oscar" ausgezeichnet.

Ihr Album "Folks & Tales" erhielt die höchste Ehrung in diesem Genre, die internationale Auszeichnung Best Folk/World Album 2014, verliehen auf einer Gala in Boston, USA. Entstanden ist die Musiksammlung während zahlreicher Konzerte in über 50 Ländern auf fast allen Kontinenten, in denen die fünf Sänger die weltweit schönsten Folksongs gesammelt und in diesem Meisterwerk vereint haben.

Die ehemaligen Sänger des Leipziger Thomanerchores verzaubern rund um die Welt ihr Publikum. Diesmal durften sich die Haarer von der Klasse der Musiker überzeugen.
Als die fünf Künstler die Bühne betraten war es plötzlich mucksmäuschenstill. Wie ein Magnet zogen
schon die ersten Takte des Chors die faszinierten Blicke der Klassik-Fans auf sich.

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Die ehemaligen Thomaner bei ihrem Auftritt am 9. April im Haarer Bürgersaal: Das A-Cappella-Quintett amarcord mit von links Wolfram Lattke (Tenor), Robert Pohlers (Tenor), Frank Ozimek (Bariton), Daniel Knauft (Bass) und Holger Krause (Bass), deren Leben sich schon immer um die Musik drehte

Auf dem Programm der ersten Hälfte standen Lieder von Robert Schumann, die man noch von Dietrich Fischer-Dieskau gesungen im Ohr hat, genauso wie Werke von Edvard Grieg, Edward Elgar und Camille Saint-Saëns.

Sichtlich bewegt lauschte die Menge den Klängen von Schumanns Liebesliedern „Die Minnesänger", „Die Lotusblume", „Rastlose Liebe" und „Frühlingsglocken" aus „Sechs Lieder für vierstimmigen Männerchor op. 33".

Lediglich das ausgiebige Glockenläuten der gegenüberliegenden St. Konrad-Kirche sorgte um 20 Uhr für eine ungeplante Unterbrechung. Die Zuhörer konnten sich ein Lachen nicht verkneifen und die Musiker improvisierten so gekonnt humorvoll und charmant wie sie auch durch den Abend führten.

Mit einem „geschickt herausgesucht der Ort in Haar, wo ist die versteckte Kamera?", pointierte Holger Krause die Situation und hatte damit die Lacher auf seiner Seite.
„Haar bleibt unvergesslich", witzelte der schlagfertige Bass weiter, ehe es mit vier Kompositionen aus dem Album „for Mandssang op. 30" des Norwegen Edvard Grieg weiterging.

Nach einer nicht weniger beeindruckenden Klassik-Auswahl aus Liedern von Edward Elgars Werk „From the Greek Anthology op. 45", ging es in eine kurze Pause. Die Begeisterung für die Einzigartigkeit der musikalischen Raffinesse der fünf Herren war deutlich spürbar.

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Die zweite Hälfte wurde mit ausgewählten Liedern aus dem gleichnamigen Album "Folks & Tales" multikultureller. Traditionen und Geschichten verschiedener Nationen war das Motto.

Mit „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach" zogen amarcord den Saal auch nach der Pause sofort wieder in ihren Bann. Die Anwesenden sollten in den nächsten Minuten „auf eine musikalische Reise rund um die Welt mitgenommen werden", wie Holger Krause treffend einleitete.

Von Australien über Dublin, Schweden und sogar Südkorea ging die Reise, ehe einer der Höhepunkte „Dry Bones" aus den USA präsentiert wurde. Vollen Körpereinsatz zeigten die fünf Herren bei ihrer Darbietung zur menschlichen Körperknochenkunde.

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Vollen Körpereinsatz zeigten die fünf Herren bei ihrer Darbietung zur menschlichen Körperknochenkunde bei dem Stück „Dry Bones" aus den USA aus ihrem Album "Folks & Tales"

Bei ihrem letzten Stück aus Ghana „Da Onyame Ase" (Gott sei Dank) rückte das Publikum in den Mittelpunkt der Veranstaltung und wurde zum Mitsingen aufgefordert. „Da na se, da naa ase, da Onyame ase" lautete die Anweisung von Wolfram Lattke. „Sehr schön, brummen sie einfach weiter", witzelte er süffisant über die Stimmen der Haarer Herren, wohingegen er sich mit „die Damen haben´s mal wieder schneller" beim weiblichen Teil der Zuhörer beliebt machte.

Harmonische Stimmen, mal kraftvoll und mal sensibel, ließen den lauen und stimmungsvollen Frühlingsabend auf künstlerisch höchstem Niveau zu Ende gehen. Amarcord wickelte charmant und humorvoll das Haarer Publikum um den Finger und so blieben schallende Jubelrufe mit der Aufforderung zur Zugabe am Ende des Konzerts nicht aus. Den Klassiker und Ohrwurm „Hit the Road Jack" dürfte so Mancher noch auf dem Nachhauseweg fröhlich und beschwingt gesummt haben.

Für Sie berichtete Karin Otto.

 

 

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