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Spieleerfindermesse in Haar

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 11. März 2017

Zum 20. Mal wurde die Messe mit internationalen Teilnehmern ausgerichtet

Die einzigartige Möglichkeit, ihre Ideen und Erfindungen wie auf einer Börse den Produktmanagern und Redakteuren der Spielverlage vorzustellen, hatten Spieleerfinder in Haar am Freitag, 10. März 2017, und am Samstag, 11. März 2017.

Die weiteste Anreise unter den Spieleautoren hatte Sanan Mahmudov aus Aserbaidschan. Er lernte, wie er erzählte, 2016 auf der Spielmesse in Essen Tom Wernek kennen, der wiederum verantwortlich für die Spieleerfindermesse in Haar zeichnet. Tom Wernek lud den 32-Jährigen nach Haar ein, eine Chance, die der Spieleerfinder aus Aserbaidschan gerne annahm, um auf dem deutschen Markt Spieleverleger zu kontaktieren und vielleicht auch zu finden. Die Messe in Haar sei zwar kleiner als die in Essen, aber er schätze hier die guten Perspektiven, weshalb er seine Spiele nun hier zeige, wie Sanan Mahmudov erläuterte.

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Spieleerfindermesse vom 10. bis 11. März 2017 in Haar – die Börse zwischen Verlagen und Autoren, wie hier zwischen Haba mit Redakteur Markus Mahns und Spieleerfinder Sanan Mahmudov, der die weiteste Anreise hatte; er kam zur Messe in Haar extra aus dem 3.000 km entfernten Aserbaidschan angereist

Markus Mahns, Spieleredakteur von HABA, ein Unternehmen aus Bad Rodach, interessierte sich für den Prototyp von "Flag Runner", ein strategisches Brettspiel. Nationenführer in den vier Farben Blau, Rot, Grün und Gelb erobern das Hauptquartier der gegnerischen Nation und wollen dort ihre eigenes Banner aufstellen. Sie bauen Mauern zum Schutz des eigenen Standorts und entdecken auf ihrem Weg zum Ziel gleichzeitig versteckte feindliche Elemente, sodass jeder die Bewegungen, sprich die Spielzüge des anderen erschwert. Während Spieleredakteur Mahns mit Sanan Mahmudov spielte, machte er sich Notizen auf seinem Protokollbogen. Der Aserbaidschaner ist kein Unbekannter in der Spieleszene. Bereits 2015 erschien sein Spiel "Grand Bazar". Ein Spiel für die ganz Familie, in dem es darum geht, dass die "Händler" ihr Startkapital durch Kauf und Verkauf von Edelsteinen vermehren. Mittlerweile verschreibt sich der studierte Naturwissenschaftler sowie ehemalige Marketing- und Kommunikationsdirektor einer Bank in seinem Heimatland voll und ganz dem Erfinden und Entwickeln von Spielen. Demgemäß hatte er noch zwei weitere Prototypen im Gepäck, die nun ebenfalls auf dem Tisch lagen, ein Wort- und ein Kartenspiel. Auch diese ließ sich Markus Mahns zeigen.

Die Internationalität ist Tom Wernek, der mit sicherer Hand zum 20. Mal diese Messe organisierte, sehr wichtig. Aber nicht nur die Spieleautoren kamen von weit her, sondern auch die Spieleverleger selbst.

So hatten Gabriele und Wilhelm Rost aus Eiselfing bei Wasserburg Besuch von einem Australier, der sich für einen koreanischen Spieleverlag auf dieser Fachmesse umsah. Wilhelm Rost hat ein taktisches Würfelspiel entwickelt: "Das Spiel. Spring drauf und lauf." Es geht um Läufer, die zu Reiter mit Ross werden, wenn zwei Läufer auf demselben Feld zu stehen kommen, wobei das Ross wieder zum Läufer oder Reiter werden kann. "Das Spiel" hat der Spieleentwickler in Schulen getestet und auch schon selbst verkauft. Und das Besondere daran: Das Würfelspiel kann auf Wunsch – beispielsweise als Geburtstagsgeschenk – ganz leicht personalisiert werden.

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_Professionell aufbereitet stellten Gabriele und Wilhelm Rost ihre Spielidee vor, denn sie waren bereits letztes Jahr auch in Haar auf der Spieleerfingermesse, die dieses Jahr vom 10. bis 11. März 2017 in Haar im Bürgersaal ausgerichtet wurde

"Je länger ein Redakteur sitzen bleibt, desto höher ist das Interesse", so Tom Wernek. Enkel Ben Wernek machte gerade diese Erfahrung. Der 11-Jährige hatte ein Jahr zuvor hier in Haar sein Projekt "Ladenkette" erstmalig vorgestellt. Zwei Verlage interessierten sich damals für einen Prototypen und gaben dem jungen Erfinder Rückmeldung, in der sie genauso die Schwachstellen des Spiels aufzeigten. Daraufhin hatte Ben Wernek sein Spielkonzept verbessert und nun saß Bärbel Schmidts von Kosmos – einer der großen Verlage – bereits eine ganze Zeit lang da und spielte intensiv mit ihm.

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Ben Wernek, der jüngste Spieleautor auf der Messe, und Bärbel Schmidts, Redakteurin eines großen Verlags, spielten konzentriert auf der Spieleerindermesse am Freitag, 10. März 2017, im Bürgersaal in Haar

Und wenn sich dann die Halle leert, ist das durchaus positiv zu sehen. Der Grund ist, so erläuterte es Organisator Tom Wernek: Je weniger Spiele auf den Tischen, desto mehr wurden von Redakteuren und Produktmanager mitgenommen. Schließlich sind die Präsentationen ja Vorlagen und oftmals nur in einmaliger Ausfertigung in Haar auf der Messe. Am Freitagnachmittag lichtete sich denn auch schon gegen Abend der Bürgersaal.

Für Sie berichtete Reinhild Karasek.

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