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Klein, aber laut

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 14. Juni 2016

Böllerschützen feiern Jubiläum

Wer kennt sie nicht? Sie gehören zum Jahreswechsel der Gemeinde, ließen ihre Böller zur 1.000-Jahrfeier von Salmdorf los und sind aus dem bayerischen Brauchtum nicht mehr wegzudenken: die Böllerschürzen. Jetzt feierten die Haarer Böllerschützen ihr 40-Jähriges.

Zum Gründungsfest am Samstag, 11. Juni 2016, kam sogar eine Abordnung von vier Schützen aus Sand in Taufers, Südtirol. Sie übergaben den Haarer Böllerschützen unter großem Hallo und Oh eine aus Holz geschnitzte Tafel zur Erinnerung.

In einem kurzen Rückblick würdigte Böllerwart Günter Barisch die Geschichte der Haarer Böllerer, die er einleitend als »kleinsten, aber lautesten Verein« der Gemeinde vorstellte. Vor 40 Jahren kam Gründungsmitglied Toni Schwarz mit der Idee von einem Besuch in Berchtesgaden zurück. Seine Begeisterung für dieses verschollene Brauchtum steckte andere an, so dass am 17. November 1976 der Verein gegründet werden konnte. Soweit den Haarern Böllerern das bekannt ist, waren sie damals der erste und einzige Verein in ganz Oberbayern.

Im Rückblick erinnerte der Böllerwart an Einsätze in ganz Deutschland, von Bonn bis Lübeck, aber an Besuche in Österreich und Südtirol. Der Anklang war enorm und selbst im Fernsehen machte das Brauchtum mit Gastauftritten bei »Verstehen Sie Spaß« und den »Rosenheim-Cops« von sich Reden. Bereits 1986 zählte Oberbayern beim Böllerschützentreffen knapp 1.000 Schützen.

Die Mitgliedschaft haben die Haarer Böllerer von vornherein nach oben begrenzt - 20 Mitglieder sind genug. Heute zählt der Verein 17 Aktive. Vereinsziel ist ausschließlich die Pflege eines alten Brauchtums zu besonderen Anlässen. In Haar kann man sich inzwischen Silvester ohne die Böllerschützen nicht mehr vorstellen.

boellerschuetzen bild 3

Die Haarer Böllerschützen feierten mit einer Schützenabordnung aus Südtirol (im Hintergrund) und Gratulant Sepp Hohenleitner (vorne rechts), Referent für Böllerschützen im bayerischen Sportschützenbund e.V. (BSSB), ihr 40-jähriges Vereinsjubiläum

Die Zunahme des Interesses hat allerdings auch zur Folge, dass die behördlichen Genehmigungen und Auflagen immer umfangreicher werden. Schon zu Beginn war einiges dafür erforderlich, wie beispielsweise die amtliche Prüfung der selbstgebauten Böller, eine Prüfung der Schützen und eine sprengstoffrechtliche Erlaubnis. Für alle Wege durch den Dschungel der Paragraphen, für alle Behördengänge konnte sich über alle Jahre hinweg der Verein auf ein Gründungsmitglied vertrauensvoll verlassen: Leo Picha.

Leo Picha, seit 1976 aktiv dabei und 34 Jahre ununterbrochen 1. Vorstand der Böllerschützen Haar, wurde im Rahmen dieses Jubiläums für sein Engagement vom derzeitigen 1. Vorstand Peter Gröger und 2. Vorstand Ralf Brandmaier geehrt. Erst dieses Jahr hatte Leo Picha auf eine erneute Kandidatur verzichtet und das Amt an Peter Gröger übergeben. »Er ist die Mutter des Vereins«, so Günter Barisch, über das neuen Ehrenmitglied des Vereins, der mit fester Hand die Geschicke des Vereins geleitet habe. Der Geehrte konnte bedauerlicherweise seine Ehrung nicht persönlich entgegennehmen.

Auf die Zukunft des Vereins blickend, schloss Günter Barisch mit den Worten: »Der letzte Schuss ist noch nicht gefallen.« Die Böllerschützen werden weiterhin das bayerische Brauchtum, auch in Haar, in Ehren halten.

Für Sie berichtete Reinhild Karasek.

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