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Welches Gemüse darf es sein?

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 21. Februar 2016

Das Bürgergarten-Projekt „Haar zum Anbeißen" startet dieses Jahr zum dritten Mal. Der Wille, eine Gemüsefläche für alle anzubauen, basiert auf dem Engagement von Freiwilligen. Deshalb kam zur Auftaktveranstaltung am Donnerstag, 18. März 2016, ein Profi ins Rat-haus, um Tipps und Tricks den Hobbygärtner mit auf den Weg zu geben.

 

Umweltreferent Michael von Ferrari begrüßte die zahlreichen Interessierten, darunter allein zehn Neulinge, im kleinen Sitzungssaal des Rathauses. Das Projekt „Haar zum Anbeißen" gab es bisher auf drei Flächen der Gemeinde: Dianastraße, an der St.-Konrad-Straße und in Eglfing bei der Richard-Reitzner-Allee. Dieses Jahr kommt eine Parzelle im Osten von Eglfing hinzu, die für Sozialpädagogen und ihren Patienten in der benachbarten Klinik als Teil der Betreuung vorgesehen ist.

Das eigenständige Anbauen bedarf nicht nur des zeitlichen Engagements, sondern es ist wichtig, dass sich die Hobbygärtnerinnen und -gärtner absprechen, welches Gemüse und welche Kräuter sie auf ihrer Fläche ziehen wollen. Mit der Aussaat legen sie den Jahresrhythmus fest und wie intensiv die Pflege mit Jäten und Gießen sein wird. Ein Grund, weshalb die ersten Schritte jetzt im Frühjahr auch gleich so wesentlich sind.

Zur Auftaktveranstaltung der Gartensaison hatte Michael von Ferrari eine Fachfrau eingeladen, die genau auf diese Punkte einging. Christine Nimmerfall aus Perlach, Kräuterpädagogin und Permakultur-Praktikerin, referierte über „Quer durchs Gemüsebeet" mit zahlreichen nützlichen Tipps für die interessierten Hobbygärtnerinnen und -gärtner. Sie bedachte die Besonderheit des Haarer Bodens der öffentlichen Grünflächen, weil er sehr viel Kies enthält. Zudem hatten die Hobby-Gemüseanbauer bisher mit dem Problem zu kämpfen, dass Unkundige zu früh oder unsachgemäß ernteten.

Haar zum Anbeißen abb 3

Christine Nimmerfall referierte im Rahmen der Auftaktveranstaltung „Haar zum Anbeißen“ über die Möglichkeiten, wie und mit welchen Gemüsesorten ein Beet auf den öffentlichen Haarer Grünflächen zu bepflanzen ist

Die Expertin erläuterte die Unterschiede zwischen Bio-Saatgut und konventionellem Anbau. Denn allein schon die Wahl des Saatguts wirke sich auf Geschmack, Erntezeit und Erntedauer aus. Samenfestes Saatgut sei, so führte sie sehr eindrücklich aus, den Hybridsorten in den Gärten vorzuziehen. Die Samen von diesen Pflanzen hätten neben den Elterneigen-schaften auch eine Art Gedächtnis. Geeignet hierfür wären beispielsweise Tomaten, Bohnen, Erbsen oder auch Zuckerschoten. Daraus könne man dann selbst Samen für das nächste Pflanzjahr ziehen. Gleichzeitig würde samenfestes Saatgut dazu beitragen, dass alte Sorten weniger vom Markt verschwinden. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute seien bereits 75 Prozent der alten Kulturpflanzen verschwunden.

Interessiert hörten die Betreuer der öffentlichen Gemüsegärten zu, als Christine Nimmerfall die unterschiedlichen Anlagen darlegte: Mischkultur, Fruchtwechsel oder Fruchtfolge. An-schließend widmete sie ihr Augenmerk den verschiedenen Gemüsearten, die für die Haarer und ihre Anbauflächen infrage kämen. Jedes Mal mit dem Hinweis, wie intensiv die Pflege ist, wie das Gemüse in der Küche verwendet werden kann und wann man ein Gartengerät zum Ernten braucht. Denn auch so könne man dem vorbeugen, dass zu früh geerntet wird. Damit zielte sie auf diejenigen, die – wie geschehen – Gemüse aus dem Boden rissen und achtlos wegwarfen, als sie merkten, dass es unreif ist. Aber es gibt darüber hinaus Gemüse, da besteht die Gefahr des Zu-früh-Erntens weniger – wie beispielsweise Zuckerschoten. „Denn wenn die so klein sind, dann verstehen die meisten, dass das noch nichts ist", so Christine Nimmerfall.

So kam eine andere Seite von „Haar zum Anbeißen" zum Ausdruck. Von den Engagierten wurde beklagt, dass es manchen doch an Ernsthaftigkeit fehlen würde. Auch die Bereitschaft tatkräftig mitzuwirken, habe sich letztes Jahr bei der großen Hitze sehr reduziert. Die hohen Temperaturen bereiteten auch den Pflanzen Probleme, weshalb sich die Gemüseanbauer intensiver um ihre Gärten zu kümmern hatten. Und es musste sehr viel gegossen werden. Weitere Unterstützung, aktive Gartenfreunde werden von allen Flächen gerne will-kommen geheißen. Interessierte können sich im Umweltreferat melden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

Für Sie berichtete Reinhild Karasek.

 

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