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Salmdorf feierte 1.000 Geburtstag

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 13. Juli 2015

Der Haarer Ortsteil gönnte sich ein opulentes Fest - drei Tage lang! Und jeder Tag stand unter einem anderen Motto

Sogar ein Vertreter des kambodschanischen Konsulats überbrachte Glückwünsche

(Text/Foto: rk) „Das Beste sind die Salmdorfer Bürger“, sagte Martin Metzger, Vorstand d’Salmdorfer e.V., und hob gleich zur Eröffnung des Festwochenendes die tolle Gemeinschaft der Dorfbewohner in seiner Rede hervor. Das Festwochenende von Freitag, 10. Juli 2015, bis Sonntag, 12. Juli 2015, sollte dies noch unter Beweis stellen.

 

 

Die erste Beurkundung des Ortes im Jahr 1015 geht auf einen Eintrag in den Ebersbergern Klosterliteralen zurück. Ein Grund zum Feiern für das Dorf, das bis 1992 im Schatten des Flughafen Riems lag. Als Besonderheiten des Ortsteils der Gemeinde Haar nannte von daher Martin Metzger nicht nur die Pietà in der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt, sondern ebenso den eigenen Flughafen ab 1939 und die eigene U-Bahn. „Welches Dorf hat das schon?“, fragte er die Festtagsgemeinde.

1. Tag Eröffnung

Zuvor waren mit Standarten die Vertreter der Feuerwehr, die Böllerschützen Haar unter den Klängen der Blaskapelle Haar einmarschiert. Böllerschüsse eröffneten offiziell das Festtagswochenende nach der Enthüllung eines ganz besonderen Bühnenbildes. Die quadratischen Einzelbilder in Blau, die von Groß und Klein bereits im Sommer 2014 gemalt worden waren, sind nun von Malerin Ilona Krause-König zu einem Ganzen zusammengefügt worden. Der Verfasser der eigens zum Jubiläum herausgegebenen Chronik, Günter Knauer, gewährte den Festgästen humorvoll einen kurzen Einblick in die Dorfgeschichte.

Ehrengäste aus Politik und von den Kirchen waren zur Eröffnung gekommen. Grußworte sprachen Gabriele Müller, Erste Bürgermeisterin der Gemeinde Haar, und Christoph Göbel, Landrat des Landkreises München. Gabriele Müller erinnerte daran, wie die Vorbereitungen zum Fest vor zweieinhalb Jahren begonnen hätten. Sie und der damalige Erste Bürgermeister Helmut Dworzak hätten die Pläne für übersteigert gehalten. „Oh, je. Wie sagen wir es ihnen ganz vorsichtig, dass das zu groß ist“, so dachten sie und Helmut Dworzak zuerst. Doch sie hätten die Zähigkeit der Salmdorfer unterschätzt. Die Salmdorfer haben das Fest auf die Beine gestellt. Gabriele Müller bekannte: „Ich bin stolz, solche aktiven Bürger zu haben.“ Auch Christoph Göbel lobte die Eigenart des Ortes: „Die Salmdorfer zwingt so leicht nichts in die Knie.“ Er dachte an die schweren Stunden von der Pest über die Weltkriege bis hin zu den Unwetter und den verschiedenen Käfern, die hier Schaden anrichteten. Auf die Kuriosität des Bierstreits zwischen Ottendichl und Salmdorf ging er abschließend ein und leitete damit zur besonderen Stammtischkultur der Bewohner über, aus der auch die Konzeption der 1.000-Jahr-Feier entsprang.

Nach der traditionellen Festzeltmusik der Blaskapelle Haar spielte ein Musiker aus Salmdorf auf. Er kam aus Paris nach Salmdorf und wohnt seit 2007 hier. Christoph Everke unterhielt ab 19.00 Uhr die Gäste beim Essen und Trinken mit Country, Rock und Blues.

Festwochenende Salmdorf abb 2

 

Freude über den gelungenen Festakt von der ersten Stunde an; vor dem Bühnenbild von Ilona Krause-König haben sich zusammengefunden (v.l.n.r.): Ingo Gugisch, Vorstand d’Salmdorfer e.V., Gabriele Müller, Erste Bürgermeisterin von Haar, Martin Metzger, Vorstand d’Salmdorfer e.V., Christoph Göbel, Landrat des Landkreises München, Künstlerin Ilona Krause-König, Peter König, Vorstand d’Salmdorfer e.V.

Um 21.00 Uhr kam Kabarettistin Angelika Beier auf die Bühne der Festhalle. In ihrem Programm „Zwischen Sex und 60“ thematisierte sie in verschiedenen Rollen die Gedanken und Ängste einer älter werdenden Frau auf sehr humorvolle Art und Weise durch. Zu Beginn tritt sie als Verkäuferin eines Second-Hand-Ladens auf. Fanny, eine reife Frau, räsoniert über das Älterwerden und was das für Frauen bedeutet. Sie stellt sich gegen die Männerwelt und sucht sich ein Opfer des Abends. In Salmdorf wählte sie hierfür Peter König aus, einer der Vorstände der d’Salmdorfer e.V. Dieser machte bereitwillig mit. Angelika Beier unterhielt spielend und singend die Gäste in der Festhalle, und das sehr gut. Sie schlüpfte spielerisch in die unterschiedlichen Frauenfiguren, angefangen mit Fanny über deren Freundin Gisa aus Giesing bis hin zur Tante Else. Ein Frauenkabarett mit Frauenthemen, das nicht nur die weiblichen Zuhörer amüsierte.

2. Tag Familie

Der Samstag, 11. Juli 2015, gehörte dann den Familien und insbesondere den Kindern. Zahlreich strömten sie auf den Festplatz. Die Kleinen hatten ihre Freude beim Löschen mit dem Feuerwehrschlauch, auf der Hüpfburg oder nicht zuletzt bei „Rodscha auf Kambodscha & Tom Palme“, die um 14 Uhr mit dem Konzertspaß für die ganze Familie loslegten. Rockige und rhythmische Klänge mit einer Menge Pep. Selbst vom Riemer See kamen Kinder zum Mitmachen. Musik, die pädagogisch wertvoll ist und jedem, ganz gleich ob Groß oder Klein, Spaß macht. Auf Fragen wie „Was arbeitet eure Bürgermeisterin?“ kamen die Kinder-Antworten: „Sie arbeitet am Computer und rechnet", „Sie regiert" oder „Sie schreibt den ganzen Tag Liebesbriefe". Unter den Liedern, die Rodscha und Tom am Nachmittag spielten, durfte auch der Titel "Russ gagga" nicht fehlen, mit dem sie für den Deutschen Kinderliederpreis 2015 nominiert sind. Zu allen Songs holten sie sich von den kleinen und großen Fans Unterstützung auf die Bühne. Ein rundum gelungener Familientag, der von den Besuchern sehr gut angenommen wurde.

Ein Kuriosum am Rande: Ein Vertreter des Konsulats Kambodscha kam vorbei und gratulierte. Allerdings hat Rodscha aus Kambodscha keinen Bezug zu diesem asiatischen Land und ist „nur“ ein Künstlername. Doch die Salmdorfer nahmen die Glückwünsche gern entgegen!

Nachmittags gab es noch Hubschrauberrundflüge und am Abend brachten „Beauties and the Beast“ die ganze Festhalle zum Abrocken. Es herrschte eine grandiose Stimmung im Festzelt. Die Rockgäste feierten bis nach Mitternacht.

3. Tag Tradition

Der Tag begann um 10.00 Uhr mit einem Festgottesdienst mit Pfarrvikar Albert Schamberger. 300 Gäste nahmen daran teil. Musikalisch begleiteten die Ottendichler Dorfmusici diesen besonderen Gottesdienst, der für viele ein Highlight darstellte.

Doppelt so viele besuchten den Trachtennachmittag mit d’Ammerthaler aus Ottendichl. Das Strohpreisplattln stellte einen weiteren Höhepunkt des Festwochenendes dar. Der älteste Teilnehmer war 74 Jahre alt. Gewonnen haben den Wettbewerb Steve und Sandra Duncan. Der zweite Preis ging an Daniel Huber und Nadine Metzger.

Den krönenden Abschluss bildete abends Kabarettist Roland Hefter mit seinem Programm „I dads macha“. Sein Musik-Kabarett mit bayerischen Liedern lockte 450 Gäste an. Die Halle tobte und war begeistert, als der Künstler sein eigenes Equipment herausholte, um den Stromaggregat-Ausfall zum offiziellen Ende zu überbrücken. Und es wurde weiter Stimmung gemacht!

Ingo Gugisch zum bunten Programm des Festwochenendes: „Wir wollten etwas anderes machen als üblich. Tradition und Rock und Kabarett – das fanden wir pfiffig. Auch, dass die Musiker alle einen Bezug zu Salmdorf haben.“ Dass dieses Konzept aufgegangen ist, stellten die Besucher unter Beweis. Dazu Martin Metzger, Vorstand d'Salmdorfer e.V. und Organisator des Festwochenendes: „Ich bin tief beeindruckt, was man in einer Dorfgemeinschaft mit rund 450 Einwohnern in Salmdorf stemmen kann. Wir hatten jeden Tag deutlich mehr Festgäste als Einwohner im Ort. Wenn das keine Anerkennung ist. Ich bin so stolz auf Salmdorf."

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