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Geld für die Flüchtlinge

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 06. Juli 2015

EMG spendet Erlös der Werte-Demonstration an die ehrenamtliche Asylhilfe in Haar

(Text/Foto: rk) Zwei Schülersprecher des EMG übergaben am Donnerstag, 2. Juli 2015, an Vertreterinnen des Asylkreises Haar einen Scheck über 1.000 Euro. Ein Grund der Freude auf beiden Seiten.

 

Viele bunte Ballons stiegen am Europatag in Haar in die Luft. Am 15. Mai 2015, hatten die Schüler des EMG für Werte unter dem Motto „Wir machen uns auf den Weg“ demonstriert. Während der Demonstration konnten die Teilnehmer Luftballons kaufen. Der Gedanke war es, darauf die Werte aufzuschreiben, für die man einsteht.

„Das war eine tolle Aktion“, sagt Sigrid Czauderna. „Wir haben es genossen, so viele Jugendliche zu sehen“, schließt sich Marianne Mück an. Beide sprechen stellvertretend für die derzeit 20 Aktiven des Asylhilfekreises der Jesuskirche Haar. Den Erlös aus dem Verkauf der Ballons in Höhe von 1.000 Euro kommt nun der Asylhilfe in Haar zugute.

Die Aktion selbst ging von den Schülern, Lehrern und der Schulleitung zusammen aus. Das EMG als ausgezeichnete „Schule ohne Rassismus“ wollte ein Projekt starten, das dieses unterstreicht. Auch das Projekt-Seminar von Lehrer Josef Bruckmeier trug dazu bei. So entstand die Idee. Als Schulleiterin ist es Gabriele Langner sehr wichtig, der Auszeichnung auch Taten folgen zu lassen. Das sieht sie nun mit dieser Demonstration und der Unterstützung des Asylhilfekreises Haar umgesetzt.

Asylhilfe Scheck bild

 

Ein Scheck über 1000 Euro überreichen Schülersprecher des EMG an den Asylhilfekreis in Haar (v.l.n.r.): Schülersprecherin Christina Rother, Schülersprecher Noah Rueff, Sigrid Czauderna und Marianne Mück vom Helferkreis in Haar, EMG-Schuldirektorin Gabriele Langner und Pfarrerin Dagmar Häfner-Becker von der Jesuskirche Haar

Die SMV des EMG hat sich entschieden, dieses Geld an den Asylhilfekreis in Haar zu spenden. „Das war für uns eine schöne Überraschung“, bekennt Marianne Mück und erzählt, wie sie vom EMG eingeladen wurden, wie sie die Demo begleitet hätten und beim großen Abschluss vor dem Bürgerhaus dabei gewesen wären. Pfarrerin Dagmar Häfner-Becker von der Jesuskirche Haar: „Es war eine große Gemeinschaft zu spüren, generationsübergreifend und Haar übergreifend. Und die Helferinnen und Helfer wurden auch wahrgenommen. Das war ein wichtiger Impuls.“

1.200 Menschen nahmen an der Demonstration teil. Es waren Kinder, Schüler des EMG und der Grundschule, sowie Eltern – und das Engagement all derer hat Waldemar Czauderna vom Asylhilfekreis tief beeindruckt: „Es soll ein Signal für die Zukunft sein.“ Und Schulleiterin Gabriele Langner führt den Signal-Gedanken weiter: „Es war ein Signal, mit dem das EMG bewusst unter Einbindung des Gemeindelebens an die Öffentlichkeit gegangen ist, aber auch ein Signal der Zukunft, das nach innen wirken soll.“

Wie diese Innenwirkung aussehen kann, erläutern die Schüler. Dieser „Wertemarsch“, wie er von den Schülern genannt wird, hat auch bei den Schülern einen „Schalter umgelegt“, wie es Noah Rueff nennt. Noah Rueff aus der 10. Jahrgangsstufe ist einer der drei Schülersprecher des EMG. „Man macht sich Gedanken darüber, ob man denn wirklich immer so tolerant ist, wenn man jemanden nicht kennt.“ Und Christina Rother aus der 11. Jahrgangsstufe, ebenfalls Schülersprecherin, ergänzt: „Man will mehr wissen. Es hat einen Anreiz gegeben, mehr darüber zu erfahren und die Augen zu öffnen. Es hat uns die Werte nochmals bewusst gemacht.“

Die Schüler haben sich vorgestellt, dass der Asylhilfekreis die Spende für die Freizeitgestaltung mit den Flüchtlingen verwendet. Denn die ehrenamtliche Tätigkeit schließt unter vielen anderem auch diese Aktivitäten mit ein. Die Schülervertreter nutzen bei der Scheckübergabe die Zusammenkunft auch als Gelegenheit, einige Fragen an die Helferinnen zu richten, beispielsweise zur Ausstattung und zur Altersstruktur. Marianne Mück und Sigrid Czauderna geben bereitwillig Auskunft, erzählen beispielsweise von den Schwierigkeiten, den Flüchtlingen, die oft kaum eine Schule besucht hätten, Deutsch beizubringen. „Wir geben nicht nur Zeit, sondern auch Geld“, resümiert Sigrid Czauderna. Denn die Unternehmungen, die Gestaltung der Freizeit stemmen die Helfer oft allein. Ein Ausflug für die Flüchtlinge wäre in ihrem Sinn, wie Noah Rueff und Christina Rother bestätigen.

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