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Was blüht und wächst denn da?

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 29. Juni 2015

Tag der offenen Gartentür – Haar präsentiert seine ökologische Vielfalt

(Text/Fotos:rk) Der Landkreis München war einer der elf Landkreise, die dieses Jahr am 17. Tag der offenen Gartentür teilnahmen. Die Gemeinde Haar und die Volkshochschule Haar beteiligten sich am Sonntag, 28. Juni 2015, an dieser Aktion mit einem kleinen Rahmenprogramm.

 

 

Blüher für den Trockenrasen, wie beispielsweise das gelbe Echte Labkraut, wachsen im NaturSchauGarten hinter dem Wertstoffhof. Das Kraut fand einst in der Käseherstellung Verwendung, um die Milch schneller gerinnen zu lassen. Heutzutage ist das Labkraut eher selten. In der Münchner Schotterebene jedoch gedeihen solche speziellen Pflanzen. Sie kommen durch den Kies und bevorzugen sogar diesen sehr kargen und mageren Boden. Erwin Taschner führt die interessierten Besucher und beantwortet viele Fragen. Sein Engagement für diese besondere Fläche in Haar besteht schon seit Ende der 1990er-Jahre als die Gemeinde und die vhs erstmals das Wagnis eingingen, hier eine Kiesbepflanzung einzugehen. Sie demonstriert, welche Pflanzenvielfalt und Artenvielfalt auch in einer Magerwiese möglich sind. Im Jahr 2000 kam noch das Insektenhotel dazu, ein perfektes kleines Ökosystem an einem sonst sehr unwirtlichen Ort. Am Sonntag ist es allerdings schön ruhig und die Natur zeigt sich in ihrem besten Licht bei Sonnenschein.

Tag der offenen Gartentuer bild 1

Magerwiese, Trockenrasen oder Schotterebene mit viel Kies – auch hier gibt es eine erstaunliche Pflanzenvielfalt, wie Erwin Taschner (Mitte) am Tag der offenen Gartentür am Sonntag, 28. Juni 2015, im NaturSchauGarten demonstriert

In einem ganz besonderen Licht wiederum gibt Eva Henke Ihr Talent zum Besten. Sie erzählt in einer heimeligen Ecke des vhs Ökogartens Märchen der besonderen Art. Moderne Erwachsenenmärchen mit schwarzem Humor und sogar eine Persiflage auf die Gattung Märchen. Im Schatten unter den Bäumen, umringt von einem Wiesenblumenarrangement, das Irene Pollakowski extra als Kulisse arrangiert hat, trägt die Geschichtenerzählerin Henke den „bunten Geschichtenstrauß“ frei vor, wie beispielsweise „Die Sonntagsmaschine“ oder „Die Maske der Narren“. Auf schmalen Bänken nehmen die Zuhörer im Halbkreis um sie herum Platz. Der Wind geht durch die Blätter, die Vögel zwitschern und ab und zu fährt ein Rad auf dem Schotterweg vorbei. Das ist sehr idyllisch.

Um den vhs Ökogarten kümmert sich Margarete Frommherz. Sie führt auch Kindergärten und Schulklassen durch dieses Stück Gemeindeland, das an den Waldfriedhof angrenzt. Hinweistafeln mit bunten Zeichnungen und Beschriftungen wie „Was wächst auf den Beeten und wird später rot“ sollen den Kindern einen Garten mit den verschiedenen Tieren und Pflanzen, wie den Tomatenstrauch, näher bringen.

„Sie übernimmt sozusagen die Kursleitung, wie sonst die Kurs-Referenten bei der vhs Haar“, so stellt sie Silvia Engelhardt vor. vhs-Fachbereichsleiterin Silvia Engelhardt freut sich über die Besucher, die am Sonntag den Weg hier her finden. Ihnen wird im Schatten Kaffee und Kuchen angeboten. Ein Rundgang durch den 3.000 qm großen Garten offenbart eine erstaunliche Vielfalt, die sich erst auf dem zweiten Blick dem ungeübten Betrachter eröffnet. Der Teich mit seiner Bepflanzung, die Bäume im angrenzenden naturbelassenen Wald mit durchaus seltenen Exemplaren wie der Ulme oder dem Tulpenbaum. Alfred Kuhn ist einer derjenigen, die ein Beet verantworten. Die Beete, ob mit Blumen, Gemüse oder Kräutern bepflanzt, werden einzeln vergeben und von den Familien betreut, gehegt und gepflegt. Es ist eine Gemeinschaft von mittlerweile 17 bis 20 Familien entstanden.

Kaffee und Kuchen gibt es auch auf dem Grundstück am Ende der Richard-Reitzner-Allee. „Haar zum Anbeißen“ gibt es jetzt seit einem Jahr. „Haar zum Anbeißen“ bietet nicht nur für jeden Gemüse an, sondern auch jedem, der Lust hat, die Möglichkeit zu gärtnern. Jeden Mittwoch treffen sich hier Bürger aus Eglfing. Sie kümmern sich gemeinsam um den Gemüse- und Kräuteranbau. „Zusammen mit mehreren Leuten macht es vielmehr Spaß“, sagt Eva Genseleiter, die seit ungefähr einem Jahr regelmäßig kommt. Sie jäten Unkraut, lockern die Erde auf und gießen die Pflanzen. Aber heute sind nicht nur die Hobbygärtner da, sondern auch zahlreiche Besucher, die sich für die Anlage interessieren.

Am Tag der offenen Gartentür kommt auch Umweltreferent Michael von Ferrari, der alle teilnehmenden Gärten besuchte, hier vorbei und unterstützt die Hobbygärtner und beantwortet Fragen der Besucher. Er erklärt, warum welche Pflanze, zum Beispiel der Rainfarn, ökologisch sinnvoll ist. Der Farn dient als Nahrung für die Insekten, die auch zum Bestäuben der Gemüsepflanzen gebraucht werden. Gehwege führen zwischen den Beeten entlang, die wie eine Muschel angelegt sind. Wildpflanzen stehen im Halbmond darum, so auch Wildrosen wie die Essigrose oder das Johanniskraut. Auch hier spielt das Echte Labkraut wieder eine Rolle, über dessen Nutzwert bereits Erwin Taschner im NaturSchauGarten erzählt hat.

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