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Putzfrau fegt kräftig durch

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 22. Februar 2015

Politisch hochkarätiges Fischessen der Haarer CSU

(Text/Bild: rk) Eine scharfe Rede zur Lage Deutschlands in Europa und einen würzigen Rückblick auf das kommunalpolitische Jahr – all das machte das Fischessen der CSU Haar am Freitag, 20. Februar 2015, im Bürgersaal des Bürgerhauses Haar zu einem Leckerbissen.

Die Haarer CSU hatte den Nachbarn aus Putzbrunn, Florian Hahn, Bundestagsabgeordneter der CSU, und als ehemalige Nachbarin aus Vaterstetten Europapolitikerin Monika Hohlmeier als Gastredner zu ihrer traditionellen Veranstaltung zu Beginn der Fastenzeit eingeladen.

Monika Hohlmeier, Europaabgeordnete der CSU, ließ als Hauptreferentin ihren Blick weit über die Grenzen Haars hinaus schweifen. Sie schenkte ein Augenmerk dem Flüchtlingsthema. Ausführlich erörterte Sie die Kriegsgefahr, die vom Konflikt in der Ukraine ausgeht. Und sie fasste zusammen: Es gehe im Europaparlament nicht mehr um Verordnungen, sondern es gehe um das ernste Thema Frieden. Innenpolitisch nahm sie Arbeitsministerin Andrea Nahles ins Visier und verwies darauf, wie erfolgreich in Bayern Arbeitsmarktpolitik gemacht werde. Sie rief zum Kampf gegen Menschenhändler und Schlepperbanden auf und sprach sich für die Vorratsdatenspeicherung aus. Die eingangs von Dr. Dietrich Keymer gestellte Frage, ob Deutschland sich in Europa widerborstiger zeigen sollte, verneinte sie. Im Gegenteil: Monika Hohlmeier wies auf die von allen Seiten geschätzte Mediatorenrolle Deutschlands innerhalb Europas hin. Sie erhielt großen Beifall.

Florian Hahn schwenkte dann auf die lokalen Begebenheiten über und wies auf die schwierige Lage der Haarer CSU in der Gemeinde hin. Er lobte ausdrücklich die Arbeit des dritten Bürgermeisters Thomas Reichel und die Arbeit von Dr. Dietrich Keymer als Ortsvorsitzenden und Fraktionsvorsitzenden der CSU im Haarer Gemeinderat.

Als musikalisches Intermezzo gestalteten den Abend die Haarer Blasmusik und die beiden Haarer Buam Alois Rath und Karl-Heinz Bitzer. Die beiden, mit schwarzem Filzhut der eine und mit Strohhut der andere, leiteten mit einem Gstanzl den Abend ein und mit bekannten Schlagermelodien, die sie textlich auf die Haarer Gemeindepolitik umgeschrieben hatten, unterhielten Sie die Gäste. Sie nahmen vor allem die erste Bürgermeisterin Gabriele Müller von der SPD aufs Korn. Die Schwachpunkte der Gemeinde, den Bahnhof, Workside Haar und die Gewerbesteuer sowie die zu planende Realschule thematisierten die beiden mit lustigen Refrains und schwungvollen Rhythmen.

Fischessen CSU bild11

Und zum Abschluss kam sie, auf die alle gewartet hatten: Gerline Stießberger in der Rolle der Frau Gscheit derbleckte die Haarer Politiker beim Fischessen am Freitag, 20. Februar 2015, in den Bürgersaal des Bürgerhauses

Und dann kam sie: Frau Gscheit. Ihre Worte fielen von Anfang an auf fruchtbaren Boden und das Gelächter war groß. Gerlinde Stießberger alias Frau Gscheit zog als Putzfrau im Rathaus über die dortigen Ereignisse her. Sprachlich spitz legte sie auf die Politik der SPD in der Gemeinde an. Haar befände sich im Kriegszustand. Nach der Wahl sei nichts mehr so, wie es war. Sie zielte auf das Verhalten des ehemaligen Bürgermeisters Dworzak und seiner Nachfolgerin und stellte fest, dass die eingeschliffenen Fußabdrücke nicht wegzukriegen wären. Auch das Verhältnis der SPD zu dem, was veröffentlicht werden dürfe, stellte sie infrage. Haushaltsfragen und Gewerbesteuer, die Kampagne Workside Haar, der Streit um das Hochhaus, der behindertengerechte Zugang zum Bürgerhaus, der sozialer Wohnungsbau, die Suche nach einem Grundstück für die Realschule – alles Themen, die sie kurz umriss.

Aber sie machte auch vor den eigenen Parteifreunden nicht halt. So zog sie den Ortsvorsitzenden Keymer mit seinem Sparverhalten auf und forderte ihn zum Spendensammeln auf, um die Kassen der CSU-Haar zu füllen. Sie fragte Ernst Weidenbusch, ob er – nach seinem öffentlichen Disput mit Professor Gantzer – der richtige als Schlichter im Hochhausstreit sei. Thomas Reichl hingegen verteidigte sie, indem sie die Wahl zum dritten Bürgermeister als ein abgekartetes Spiel zwischen SPD und Grünen entlarvte.

Mit einem versöhnlichen Schluss verabschiedete sie sich: Im Dezember hätten alle Parteien dem Antrag der CSU, einen Asylbeauftragten zu bevorhalten, zugestimmt. „Jetzt bin ich mal gespannt, ob die Gemeinsamkeit anhält.“ Das wird sich nächstes Jahr zeigen, denn dann kommt Frau Gscheit wieder zum Ratschen.

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